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07.12.2011 pte/Rudolf Felser

IDC-Prognose: Windows 8 wird PC-Flop

IDC prognostiziert Windows 8 einen schweren Stand. Während sich Windows 7 mittlerweile etabliert hat, rechnet man damit, dass der Nachfolger auf Heimcomputern in der Irrelevanz versinken wird.

Die größten Mankos sehen die Experten im User Interface und Kompatibilitätsproblemen. Der Vizepräsident der Marktforschungsabteilung, Al Gillen, sieht für die Nutzer kaum Umstiegsgründe. "Welchen Vorteil habe ich von einem Umstieg auf Windows 8?", fragt er, und ergänzt, dass aus dieser Sicht derzeit nur die Anbindung an den Windows Store das einzige relevante Pro-Argument darstellt. Zuwenig Anreiz für eine solche Investition an Geld und Zeit.

Ein großes Manko attestiert die IDC-Studie dem User Interface, mit dem Microsoft sowohl Desktop- als auch Tabletnutzer gleichzeitig bedienen möchte. Man erwartet "kaum Update-Aktivität, wenn Windows 8 in dieser Form ausgeliefert wird". Auch zu erwartende Kompatibilitätsprobleme, resultierend aus dem geänderten Design und neuen Sicherheits- und Hardware-Implementationsrichtlinien, sind demnach eine zu beachtende Hürde. Jedoch eine, mit der es Microsoft schon öfter zu tun hatte, wie Gillen erklärt: "Windows 2000 Pro zwang damals schon die Entwickler, ihre Programme anzupassen, was diese aber nicht taten. Schließlich musste Microsoft reagieren und erweiterte die Rückwärtskompatibilität mit Windows XP." Ähnlich verlief es mit dem Sprung von XP auf das letztlich ebenso als Flop geltende Vista und den folgenden Verbesserungen unter Windows 7.

MOBILE CHANCE LEBT Zudem kommt erschwerend hinzu, dass "Win7" erst 2009 veröffentlicht wurde und sehr populär ist. "Nach all der Arbeit, die Unternehmen in die Bereitstellung von Windows 7 gesteckt haben, werden viele sich zweimal überlegen, ob sie auf Windows 8 umsteigen. Sie werden wohl eine Pause anstreben und auf das Upgrade aus Migrationsmüdigkeit verzichten." Über 450 Mio. Installationen wurden vergangenen September für Windows 7 ermittelt, erstmals hat das Betriebssystem dieses Jahr seinen Vorvorgänger XP in Sachen Marktanteil überholt.

Etwas entspannter sieht man die Zukunft des neuen Windows auf Tablets, rät aber Microsoft, intensive Überzeugungsarbeit bei den Entwicklern zu leisten. Denn eine wichtige Voraussetzung für die Adoption ist eine möglichst große Basis an bekannter Software, die Nutzen aus den neuen Features des Systems, wie den interaktiven Kacheln, zieht. Nur dann, so Gillen, winkt dem neuen Betriebssystem zumindest im mobilen Bereich der Erfolg. (pte)

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