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09.05.2011 Andrea König*

10 Tipps für die Migration auf Windows 7

Wer mit Windows 7 auch Office 2010 einführt, sollte die 32-Bit-Variante des Betriebssystems wählen. Sonst drohen Inkompatibilitäten, warnt Aagon Consulting.

Seit Ende Februar gibt es das Service-Pack 1 für Windows 7. Aagon Consulting hat zehn Tipps für CIOs zusammengestellt, die von Windows XP auf Windows 7 migrieren möchten.

1. Windows 7 in 32 oder 64 Bit Hier kommt es darauf an, wie viel Arbeitsspeicher der einzelne Anwender benötigt. Für diejenigen, die jetzt oder in den kommenden vier Jahren mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher brauchen, sollten sich Unternehmen die 64-Bit-Version näher ansehen und ihre Anwendungen darunter genau testen, rät Aagon Consulting. Für andere Mitarbeiter dürfte die 32-Bit-Version ausreichen. Doch die Experten raten zur Vorsicht: Wer zeitgleich Office 2010 einführen möchte, sollte unbedingt auf die 32-Bit-Variante setzen. Denn insbesondere bei Makros und Outlook gebe es in der größeren Version noch zu viele Inkompatibilitäten.

2. Migrationsstrategie wählen Die einfachste Variante ist natürlich, Windows 7 zusammen mit neuen PCs einzuführen. Ist das nicht möglich, kann man auch bestehende Rechner auf Windows 7 umstellen. Die Experten raten zu einer abteilungsweisen Migration mit dem Ziel, das alte Betriebssystem nach einigen Monaten komplett im Unternehmen abzulösen. Wer Windows 7 nur im Bedarfsfall zusammen mit neuer PC-Hardware einführen möchte, muss bedenken, dass eine parallele Unterstützung von zwei Betriebssystemen höhere Support-Kosten verursacht.

3. Inventarisierung als Basis Wer bestehende Rechner migrieren möchte, muss diese in einem ersten Schritt auf ihre Leistungsfähigkeit prüfen. Mit dem kostenlosen "Assessment and Planning Toolkit" von Microsoft lässt sich zum Beispiel prüfen, ob die im Unternehmen vorhandene Hardware für das neue Betriebssystem überhaupt leistungsstark genug ist. In einem zweiten Schritt muss sämtliche im Unternehmen installierte Software inventarisiert werden. Denn die Migration eines Rechners von Windows XP auf Windows 7 macht eine Neuinstallation des Betriebssystems und aller Anwendungen notwendig.

4. Anwendungen testen Der wichtigste Schritt des Migrationsprojekts ist für die Experten der Test aller Anwendungen unter Windows 7. Für sie reicht es da auch nicht aus, wenn diese Tests von den Administratoren durchgeführt werden. Ob auch wirklich alle benötigten Funktionen einer Applikation erwartungsgemäß arbeiten muss ihrer Meinung nach der Anwender beurteilen, der täglich mit dem entsprechenden Programm zu tun hat. Bei den Prüfungen muss auch an die Abhängigkeiten von Programmen untereinander gedacht werden. Der Rat von Aagon Consulting: Pro Fachbereich sucht man sich mindestens einen repräsentativen Power-User mit einer komplexen Arbeitsplatzumgebung, der übergangsweise einen zweiten Rechner mit Windows 7 und allen seinen Anwendungen zum Praxistest erhält.

5. Serverseite nicht vergessen Eine Migration von XP auf Windows 7 hat nicht nur Auswirkungen auf lokal installierte Anwendungen. Sie kann auch weitere Systeme im Unternehmen betreffen. Ein Beispiel: Erst mit den Gruppenrichtlinien des Windows Server 2008 ist es möglich, die Windows-Firewall von Windows 7 richtig und umfassend zu administrieren. Daher raten die Experten unter anderem, vor einer Client-Migration auf Windows 7 zumindest alle Domänen-Controller mit dem Active Directory auf den Windows Server 2008 zu migrieren.

6. Lokale Daten migrieren Liegen auf den Rechnern der Anwender lokale Daten, sollten diese zumindest eine Zeit lang wiederherstellbar sein. Vergleichsweise einfach ist diese Datensicherung, wenn im Zuge der Migration gleichzeitig die Hardware ausgewechselt wird. In diesem Fall bleiben die ausgemusterten PCs einfach ein paar Monate im Lager stehen. Wird jedoch das Betriebssystem bestehender Rechner migriert, sollten alle lokalen Daten vor der Migration ins Netz gesichert werden. Sind dafür weder das lokale Netzwerk noch die Speichersysteme für die Datensicherung ausgelegt, kann man alternativ die erste zu migrierende Abteilung mit neuer Hardware ausstatten. Deren alte Rechner bleiben dann einige Zeit als Backup stehen, bevor sie auf Windows 7 umgestellt und der nächsten Abteilung übergeben werden. Dann werden die alten Rechner dieser Abteilung einige Zeit vorgehalten, bis die nächste Abteilung an der Reihe ist.

7. Benutzereinstellungen mitnehmen Benutzer möchten nicht nur ihre Daten sondern auch ihre Einstellungen unter dem neuen Betriebssystem wiederfinden. Bei deren Übernahme darf man nicht vergessen, dass die Migration von XP auf Windows 7 eine Neuinstallation des Betriebssystems voraussetzt und Windows 7 eine veränderte Verzeichnisstruktur hat. Die Experten raten, die Einträge im Startmenü sowie Verknüpfungen auf dem Desktop nicht zu migrieren. Denn diese Einträge wären auf dem Zielrechner sonst doppelt vorhanden und die Hälfte würde nicht funktionieren.

8. Migrationswerkzeug auswählen Theoretisch lässt sich die Migration von XP auf Windows 7 allein mit kostenlosen Mitteln von Microsoft durchführen. Wer mit möglichst wenig personellem und zeitlichem Aufwand migrieren möchte, dem raten die Experten jedoch zu einem Clientmanagement-System, das auch die Migration auf Windows 7 unterstützt. Doch gleichzeitig warnen sie: Denn einige Systeme erlauben nur eine automatische Windows-7-Migration, wenn bereits das alte Windows XP und alle Anwendungen mit demselben Werkzeug installiert wurden.

9. Helpdesk verstärken Für die Zeit während der Migration sowie mindestens zwei Monate nach deren Abschluss sollten Unternehmen ihren Helpdesk idealerweise mit zusätzlichem Personal verstärken. Denn auch wenn auf den ersten Blick alles glatt gelaufen zu sein scheint, können plötzlich - etwa zu einem Monatswechsel - an vielen Stellen massive Probleme auftreten. Um den Helpdesk weiter zu entlasten, bietet es sich außerdem an, ein oder zwei Poweruser pro Abteilung im Vorfeld intensiver zu schulen. So können sie Kollegen mit kleineren Problemen direkt Hilfestellung leisten und dem Helpdesk den Rücken für größere Fälle freihalten.

10. Projektablauf standardisieren Nur ein standardisierter und praxisbewährter Projektablaufplan ermöglicht es, auch eine große Zahl von Rechnern im vorgesehenen Umfang, Zeitrahmen und Budget zu migrieren. Dies können Unternehmen in Eigenregie durchführen oder einen Dienstleister beauftragen. Wenn Dienstleister im Vorfeld eine Aufwandsabschätzung ohne eine detaillierte Bestandsaufnahme vornehmen, wird das Kunden in den allermeisten Fällen bitter enttäuschen, glauben die Experten. Trotzdem ließen sich auch bei externer Unterstützung Kosten sparen. So erlauben flexible Dienstleister in ihrem Projektplan etwa die Definition so genannter Abbruchpunkte. Ist ein Kunde an so einem Punkt angekommen, besteht die Möglichkeit, das Projekt mit dem Dienstleister abzubrechen und selbst zu Ende führen.

* Die Autorin ist Redakteurin des deutschen CIO.

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