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28.04.2011 Sascha Häckel*

Sieben Tipps zur Windows-Migration

2011 wird das Jahr der unternehmensweiten Windows-7-Migrationen. Lesen Sie, was Sie dabei unbedingt beachten sollten.

Nachdem Unternehmen den glücklosen XP-Nachfolger Windows Vista weitestgehend verschmäht haben, geraten sie langsam unter Druck. Denn für neue Hardware gibt es immer öfters keine XP-Treiber mehr, und auch das Ende des offiziellen Supports für das heute mehr als neun Jahre alte Betriebssystem steht mit dem 8. April 2014 fest. Mit dem Service Pack 1 für Windows 7 am Horizont scheint für viele Unternehmen daher 2011 das Jahr zu werden, in dem sie ihre Arbeitsplatz-PCs auf eine moderne Betriebssystemplattform stellen. Dabei sollten sie keinesfalls die Tragweite eines solchen Projekts unterschätzen.

Um Ihnen dabei zu helfen, die bei Migrationsprojekten häufig anzutreffenden Fehler zu vermeiden, haben wir die sieben wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Migration von Windows XP auf Windows 7 zusammengestellt. Grundlage sind Erfahrungen, die in zahlreichen bereits abgeschlossenen Migrationsprojekten gesammelt wurden.

1. Migrationsstrategie wählen Für die Migration von XP auf Windows 7 gibt es verschiedene Strategien. Die problemloseste, aber auch mit Abstand teuerste Migrationsvariante ist die Einführung von Windows 7 zusammen mit neuer Hardware - sprich mit neuen PCs. Der Vorteil: Alte und neue Rechner können im Notfall eine Zeitlang parallel betrieben werden und die Client-Landschaft ist mit einem Schlag sowohl auf Hardware- als auch auf Softwareseite homogen - was auch im Helpdesk viel Arbeit spart.

Wer sich diese Investition nicht leisten kann oder will, hat alternativ die Möglichkeit, Windows 7 Schritt für Schritt einzuführen. Sollen bestehende Rechner auf Windows 7 migriert werden, empfiehlt sich eine Umstellung Schritt für Schritt auf Abteilungsebene mit dem Ziel, nach einigen Monaten das alte Betriebssystem komplett im Unternehmen abgelöst zu haben.

Ist auch das nicht möglich, gibt es noch die natürliche Migration, bei der neue PC-Hardware nur bei Bedarf beschafft und dann entsprechend mit Windows 7 ausgestattet wird. Auch wenn dies hinsichtlich der Investitionskosten die günstigste Variante ist, sollte man dabei unbedingt die entsprechend höheren Support-Kosten bedenken, die eine parallele Unterstützung von zwei Betriebssystemen zwangsweise mit sich bringt.

2. Hard- und Software inventarisieren Wer bestehende PCs auf Windows 7 migrieren will, muss zunächst prüfen, ob die Hardware für das neue Betriebssystem überhaupt leistungsstark genug ist. Hierzu stellt Microsoft für Einzelplatzrechner den "Windows 7 Upgrade Advisor" zur Verfügung. Komfortabler und schneller geht es bei vielen Rechnern mit einer automatischen Inventarisierung der Hardware etwa mit Hilfe der ebenfalls kostenlosen Software "Microsoft Assessment and Planning Toolkit".

Bei der Hardware-Inventarisierung sollten Sie beachten, dass diese möglichst nicht über die Windows Management Instrumentation (WMI), sondern über einen dedizierten Agenten erfolgt. Der Grund: Die WMI-Implementation von Windows XP ist recht fehlerbehaftet und liefert oft falsche Daten zurück. Ein Inventarisierungsagent muss dabei nicht zwangsweise fest auf den zu untersuchenden Rechnern installiert werden, sondern kann auch einmalig nach einem Rechnerstart laufen.

Im nächsten Schritt ist es notwendig, sämtliche im Unternehmen installierte Software zu inventarisieren. Denn Voraussetzung für die Migration eines Rechners von Windows XP auf Windows 7 ist eine Neuinstallation des Betriebssystems und aller Anwendungen. Microsoft selbst bietet kein kostenloses Tool zur Softwareinventarisierung an. Wer sich diese Arbeit einfach machen will, greift auch hier auf die Inventarisierungsfunktion entsprechender Client-Management-Systeme zurück.

3. Anwendungen testen und Abhängigkeiten prüfen Wenn Sie jetzt wissen, welche Software heute in Ihrem Unternehmen auf den Arbeitsplätzen läuft und welche auch zukünftig laufen soll, können Sie mit den Tests dieser Anwendungen unter Windows 7 beginnen. Dies ist der wohl wichtigste Teil eines Migrationsprojekts, und zwar unabhängig von der gewählten Migrationsstrategie. Dabei sollten Sie auf keinen Fall den Fehler machen, diese Tests nur von Ihren IT-Administratoren vornehmen zu lassen. Denn diese können zwar beurteilen, ob sich eine Anwendung unter Windows 7 problemlos starten lässt. Doch weiß nur derjenige Anwender, der täglich mit einem Programm arbeitet, ob auch wirklich alle benötigten Funktionen einer Applikation unter dem neuen Betriebssystem erwartungsgemäß arbeiten.

Je exotischer eine Software ist, desto wichtiger ist der ausgiebige Test durch die jeweiligen Benutzer. Selbst bei weit verbreiteter Standardsoftware wie MS Office oder dem Adobe Reader sind solche Tests hilfreich - beispielsweise wenn bestimmte Abteilungen auf ein spezielles Makro oder Plug-in angewiesen sind.

Ebenfalls wichtig zu prüfen sind Abhängigkeiten bestimmter Programme untereinander. So bietet es sich zwar an, im Zuge einer OS-Migration alle Anwender auch auf die neueste Version des Adobe Readers zu aktualisieren. Doch wenn eine Anwendung dann eine bestimmte ältere Version voraussetzt, sind hier wieder Probleme vorprogrammiert. Am besten suchen Sie sich pro Fachbereich mindestens einen repräsentativen Power-User mit einer komplexen Arbeitsplatzumgebung, der übergangsweise einen zweiten Rechner mit Windows 7 und allen seinen Anwendungen zum Test erhält.

4. Voraussetzungen auf Server-Seite schaffen Eine Migration von XP auf Windows 7 hat nicht nur Auswirkungen auf lokal installierte Anwendungen, sondern betrifft auch auf weitere Systeme in Ihrem Unternehmen. So ist es beispielsweise erst mit den Gruppenrichtlinien des Windows Server 2008 möglich, die Windows-Firewall von Windows 7 richtig und umfassend zu administrieren. Daher empfehlen wir, vor einer Client-Migration auf Windows 7 zumindest alle Domänen-Controller mit dem Active Directory auf den Windows Server 2008 zu migrieren - was in den meisten Fällen bereits ein eigenes Projekt für sich darstellt. In der Praxis haben viele Unternehmen damit bereits begonnen und so die Voraussetzungen für die Einführung von Windows 7 schon geschaffen. Wer dies noch nicht getan hat, sollte jetzt damit beginnen.

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