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01.09.2009 apa/Rudolf Felser

Von Windows 7 hängt viel ab

Mit Windows 7 will Microsoft wieder auf Erfolgskurs einschwenken. Microsoft-Führungskräfte geben sich optimistisch.

Microsoft bringt bekanntermaßen am 22. Oktober die Neuauflage seines Betriebssystems Windows in den Handel. Mit Windows 7 will der Branchenriese - trotz der aktuellen Wirtschaftskrise und zurückhaltender Investitionsbereitschaft - wieder auf den bisherigen Erfolgskurs einschwenken. Denn im vergangen Geschäftsjahr wurde erstmals seit dem Börsengang 1986 ein Minus beim Umsatz verbucht. Die österreichischen Microsoft-Führungskräfte geben sich jedenfalls optimistisch.

Wie wichtig dabei der Bereich Betriebssysteme ist, zeigen die Bilanzen: Windows und Co. machen rund ein Drittel des Umsatzes und mehr als die Hälfte des Gewinns von Microsoft aus. Nach dem eher mäßigen Abschneiden des Vorgängers Vista und dem Eingeständnis von Fehlern soll nun der nächste Anlauf genommen werden, die immer noch große - vor allem Linux- und Apple-Anhänger meinen zu große - Marktmacht abzusichern. Erfolg oder Misserfolg schlagen auch direkt auf die heimische Niederlassung durch: Hier dürften laut Branchenkennern ebenfalls rund 70 der kolportierten 200 Mio. Euro Umsatz auf Windows entfallen.

Die österreichischen Microsoft-Führungskräfte geben sich jedenfalls optimistisch. "Ich erwarte, dass in den kommenden drei Jahren etwa zwei Drittel der heimischen Betriebe auf Windows 7 wechseln", so Robert Lampl, zuständig für die Geschäftsbereiche Online Services und Windows bei Microsoft Österreich, gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Weltweit würden mehr als 80 Prozent der IT-Entscheider in Unternehmen planen, innerhalb von 36 Monaten auf die neue Plattform umzusteigen. Zwar halte die Nachfrage nach Windows XP noch an, er gehe aber davon aus, "dass wir die Kurve zu Windows 7 schnell kriegen".

HÖHERE KOMPATIBILITÄT Mit Windows Vista hatte der Softwareriese zwar gravierende Änderungen in der Systemarchitektur vorgenommen, etliche Programme oder externe Geräte wie Drucker liefen aber zunächst nicht auf dem neuen System. "Mehr als 99 Prozent werden funktionieren", gab sich Lampl überzeugt, dieses Mal eine deutlich höhere Kompatibilität zu erreichen. Die Analysten von IDC schätzen jedenfalls, dass bis Ende 2010 weltweit rund 177 Mio. Lizenzen von Windows 7 verkauft werden.

Man habe aus der Einführung von Vista gelernt und die Partnerunternehmen früher eingebunden. Diese seien nun ungleich aktiver und würden an einen deutlichen Impuls für die Branche glauben. Die PC-Hersteller hätten auch einige Modelle für den Windows 7-Start zurückgehalten, so Nicolas Sorger, Leiter des OEM Geschäftsbereichs. "Da werden wir noch einiges zu sehen bekommen", verwies Sorger auf neue, sehr dünne Notebooks oder Geräte mit Touchscreen.

Hierzulande dürfte laut Expertenschätzung auf 80 bis 90 Prozent der PCs das Microsoft-Betriebssystem installiert sein. Der Apple-Marktanteil liegt laut Lampl konstant im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das Unternehmen ist erst vor wenigen Tagen mit seinem neuen Betriebssystem Mac OS X Snow Leopard gestartet.

WINDOWS 7 FÜR NETBOOKS Auch bei Netbooks will Microsoft weiter zulegen. Nachdem anfangs jedes zweite abgespeckte Mini-Notebook mit dem frei verfügbaren Betriebssystem Linux ausgestattet gewesen sei, betrage der Microsoft-Marktanteil derzeit zwischen 80 und 90 Prozent - weltweit wie auch in Österreich, so Robert Lampl, zuständig für die Geschäftsbereiche Online Services und Windows bei Microsoft Österreich.

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