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11.09.2009 Alex Wolschann/Detlev Flach*

Google Maps' verbotene Orte

Wer denkt, er könne mit Google Maps jeden Ort der Welt betrachten, irrt. Einige Plätze sind so geheim, dass Google zensieren musste.

Die Möglichkeiten von Google Maps respektive Google Earth sind auf den ersten Blick sowohl atemberaubend als auch auch praktisch. So kann man vom eigenen Schreibtisch aus die exotischsten Plätze der Welt besuchen oder auch schnell dem Urlaubsort in spe einen Besuch abstatten. Da dies nicht nur für den Otto-Normalbürger, sondern auch für Hobby-Djihadisten und andere dunkle Mächte durchaus interessant ist, haben einige Regierungen ihre geheimsten Einrichtungen von Google retuschieren lassen.

Im Lauf der Jahre sah sich Google von vielen Seiten politischem Druck ausgesetzt. Vielfach wurden Zensurmaßnahmen gefordert. Wir haben die interessantesten Beispiele für Sie gesammelt.

St. Paul vs. Google Ende Juni 2008 wurde in St. Paul, einem Vorort von North Oaks in Minnesota, von sämtlichen 4.500 Einwohnern eine Petition an Google unterschrieben, in der gefordert wurde, alle Google Maps Street View Bilder der Gegend umgehend zu löschen, da sich sämtliche Straßen der Gegend in Privatbesitz befänden.

Die Borings vs. Google Eine ähnliche Argumentation verfolgten Aaron und Christine Boring, die sich ebenfalls darauf beriefen, dass Google Maps Street View die Bilder Ihres Hauses von ihrer verlängerten Einfahrt aus, die als Privatstraße gekennzeichnet war, aufgenommen hätte. Die Veröffentlichung der Bilder hätte den Wert ihres Eigentums gemildert, bei ihnen zu einem enormen Leidensdruck geführt und darüber hinaus ihre Privatsphäre verletzt.

Bahrain vs. Google Im August 2006 wurde der Betreiber des örtlichen Internetknotenpunktes vom bahrainischen Informationsministerium angewiesen, den Zugang zu den Google-Earth-Servern zu blockieren. Die Sperre dauerte drei Tage. Gerüchten zufolge wollte die Regierung verhindern, dass der ärmere Teil der Bevölkerung die Villen der Reichen und Mächtigen zu Gesicht bekommt und sich der krassen Ungleichverteilung des Reichtums im Lande bewusst wird.

Europäische Union vs. Google Im Mai 2008 monierte die EU-Datenschutzbehörde wegen Datenschutzbedenken das 360-Grad-Feature in Google Earth, das dem Besucher erlaubt, sich von verschiedenen Straßenzügen amerikanischer Städte eine Rundum-Panorama-Ansicht zu erlauben.

Singapur vs. Google Im April 2008 geriet Google mit der Singapore Land Authority (SLA) aneinander, als diese behauptete, die Satellitenfotos in Google Earth stellten direkte Kopien von geographischen Merkmalen Singapurs dar, deren Copyright bei der Behörde liege.

Sudan vs. Google Auf Grund von US-Sanktionen, die im Zuge der Darfur-Krise verhängt wurden, war Google gezwungen, sein Google-Earth-Feature im Sudan offline zu nehmen. Zusätzlich wurden im Rest der Welt Informationen über den Darfur-Konflikt auf den entsprechenden Satellitenfotos der Region als Zusatzinformation beigefügt.

Indien vs. Google Nachdem Indiens ehemaliger Präsident A.P.J. Abdul Kalam entsprechende Sicherheitsbedenken geäußert hatte, sah sich Google gezwungen, die Satellitenfotos von sicherheitspolitisch wichtigen indischen Einrichtungen zu zensieren.

Australien vs. Google Lange Zeit war ein Großteil der Innenstadt von Sydney in Googel Earth nur in niedriger Auflösung zu sehen. Obwohl von Google immer wieder behauptet wurde, dies würde mit fehlenden hochauflösenden Aufnahmen zusammenhängen, wird gemunkelt, dass Sicherheitsbedenken eine Rolle gespielt haben könnten. Als Hinweise darauf wird immer wieder aufgeführt, dass sich im betroffenen Gebiet unter anderem ein Marinestützpunkt, ein Kernkraftwerk sowie das australische Parlament und das Verteidigungsministerium befunden hätten.

Südostasien vs. Google In diesem Teil Asiens war Google gezwungen eine Reihe konfliktträchtiger Regionen, wie Tibet und die chinesische Xinjiang Provinz, sowie eine Reihe von Gebieten im Norden Pakistans unkenntlich zu machen. Darüber hinaus mussten einige Königspaläste mit Unschärfen versehen werden.

Guam vs. Google Auf der Pazifikinsel Guam wurde ein Dorf zensiert. Die genauen Hintergründe sind bis heute unklar.

*Der Autor ist Redakteur der deutschen Computerwoche.

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