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22.10.2009 apa/Rudolf Felser

Microsoft feierte Windows 7

Microsoft Österreich lud gestern zu einer Launch-Party in die Wiener Urania.

Es war ein Begrüßungsfest für das mit Vorschusslorbeeren bedachte Windows 7 und zugleich ein Abschied vom ungeliebten Vista, als Microsoft am 21.Oktober zur Launchparty in die Wiener Urania geladen hatte. Und man wusste das neue Betriebssystem ebenso zu feiern - so erstrahlte der nahegelegene UNIQA-Tower in einem 75 Meter hohen Windows 7 Logo.

Wie viel die siebente Generation wirklich kann, davon können sich ab heute endlich alle Umsteigewilligen überzeugen, wenn die verschiedenen Versionen in den offiziellen Verkauf starten. Acht Millionen Beta-User hatten bereits die Gelegenheit, das Produkt auf Herz und Nieren zu testen und etwaige Kinderkrankheiten aufzuzeigen. "Es gibt keinen Grund, nicht zu migrieren", meinte Petra Jenner, Geschäftsführerin von Microsoft Österreich. Zwei Drittel der heimischen PC wären technisch gesehen dazu in der Lage. Auch Wilfried Pruschak, Geschäftsführer von Raiffeisen Informatik, berichtete von "überaus positiven Erfahrungen". "Ich kann getrost sagen, Windows 7 ist erwachsen - wir können es auf den Bürger loslassen."

COOLNESS-FAKTOR Doch während IT-Fachleute und Unternehmen sich an den gewonnenen Sekunden und Minuten delektieren, die sich durch die Vielzahl der Arbeitsplätze angeblich derart summieren, dass im Endeffekt klingende Münze herauskommt, interessieren den einfachen User ganz andere Dinge. Das Ding muss "cool" sein, wie Jenner ausführte.

In Verbindung mit Schnelligkeit und einfacher Bedienbarkeit müssen deshalb viele Multimediafunktionen eingebaut sein. Sichtbarster Ausdruck ist die Multi-Touch-Funktion. Entsprechende (teure) berührungsempfindliche Bildschirme vorausgesetzt, von denen es bisher nicht gerade wimmelt, lässt sich Windows 7 mit mehreren Fingern intuitiv bedienen, ähnlich wie man dies vom iPhone kennt.

Während man dieses Gadget wohl zunächst nicht so sehr nutzen wird, ist augenscheinlich, dass sich die Entwickler bemüht haben, den Desktop deutlich aufgeräumter zu gestalten und den Zugriff auf häufig benutzte Anwendungen zu beschleunigen. Dies scheint gelungen zu sein, die Umgewöhnung sollte nicht allzu schwer fallen.

EIGENSTÄNDIGE FEHLERSUCHE Eine interessante Funktion ist jene der Problembehandlung, die vor allem jenen Nutzern zugute kommen wird, die auf IT-Ebene zwei linke Hände haben. Windows versucht nämlich, auftretende Schwierigkeiten - wie fehlenden Sound - völlig selbstständig zu beseitigen. Und wenn dies nicht funktioniert, lässt sich mit einer Aufzeichnungsfunktion das Problem in eine Datei packen und etwa an einen "wissenden" Freund weiterschicken, der so ohne lange Erklärungen sieht, was Sache ist. Vereinfacht wurde auch der mobile Zugriff, um praktisch von überall seine freigegebenen Daten nutzen zu können. Mit Home-Group lassen sich mehrere Rechner kinderleicht miteinander verbinden, was wohl für viele Familien eine interessante Option darstellt.

Wie viele Österreicher auf Windows 7 umsteigen werden, lässt sich hauptsächlich deswegen nicht sagen, weil Microsoft keine lokalen Zahlen veröffentlicht. Weltweit jedoch geht eine IDC-Schätzung von rund 177 Mio. Lizenzen aus, die bis Ende 2010 verkauft sein werden. Mehr als 300.000 Arbeitsplätze (40.000 davon in der EU) sollen durch das Betriebssystem neu geschaffen werden.

Zu den ersten Unternehmen weltweit, die auf das neue Betriebssystem setzen, zählen hierzulande unter anderem Raiffeisen Informatik und UNIQA. Das gemeinsame Projekt wurde bereits im Frühjahr 2009 gestartet. Seitdem wird bei beiden Unternehmen Windows 7 in der Produktivumgebung eingesetzt. Raiffeisen Informatik plant, das neue Betriebssystem in den nächsten 18 Monaten auf allen 7.500 PCs für UNIQA einzusetzen.

Ab Donnerstag gehen verschiedene Versionen in den Verkauf, wobei sich Home Premium an die Endverbraucher richtet. Ein Upgrade ist für rund 120 Euro, die Vollversion für knapp 200 Euro zu haben. An Unternehmen wiederum richtet sich Windows 7 Professionell, noch darüber rangiert das Paket Ultimate. In der Startphase wird in zwölf Ländern, darunter auch in Österreich, befristet das finanziell besonders attraktive Family Pack angeboten, mit dem drei PC einer Familie mit Home Premium laufen dürfen. Diese drei Lizenzen kosten zusammen rund 150 Euro.

SALESFORCE SPOTTET In Verbindung mit dem Windows-Launch gab es aber auch kritische Stimmen zu hören. "Windows 7 ist die lauwarme Neuauflage eines Auslaufmodells. Cloud Computing hat mit Anwendungen wie Force.com, Amazon Web Services und Google Apps Laufen gelernt und wird Betriebssysteme mittelfristig vom Markt verdrängen", ätzt beispielsweise Joachim Schreiner, Area Vice President Central Europe bei Cloud Computing-Pionier Salesforce.com Deutschland. "Wenn ein neues Betriebssystem mit dem Mehrwert 'stabile Laufleistung' hausieren gehen muss, dann ist der Entwicklungsabteilung einfach nichts Neues eingefallen. Innovativ sein bedeutet für mich weiße Flecken auf der Technologielandkarte frühzeitig zu erforschen und sich zu fragen, wie sich die Weisheit der Masse im Web mit IT-Tools bündeln und filtern lässt, wie soziale Netzwerke die Kommunikationskultur von Unternehmen verändern werden und ob es nicht längst Zeit ist, die Softwareentwicklung auch weniger technisch versierten Zielgruppen zu eröffnen."

Was der Rest der Welt zu Windows 7 sagt lässt sich sogar in Echtzeit verfolgen. Auf seiner Webseite hat Microsoft unter dem Titel "What people are saying about Windows 7" eine Applikation eingerichtet, die verschiedene Social Networking-Seiten nach Postings, Video sowie Fotos mit Windows-verwandten Schlagworten durchsucht und "live" darstellt. (apa/rnf)

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