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30.11.2009 Andreas Kroschel*, Thorsten Eggeling*

Geheime Windows-Tools: Verborgene Schätze in XP, Vista & Windows 7

Wetten, dass Sie nur einen Teil von Windows nutzen? Unter der Oberfläche hat Microsoft weit mehr versteckt, als Sie im Startmenü und auf dem Desktop sehen.

Als "Desktop" bezeichnet Microsoft die Windows-Oberfläche. Was auf diesem Schreibtisch offen herumliegt oder direkt über das Startmenü erreichbar ist, kennen die Anwender meist gut und setzen es fast täglich ein. Doch es gibt auch jede Menge nützliche Werkzeuge in versteckten Schubladen und Geheimfächern des Systems - man muss sie nur öffnen. Das Beste ist oft verborgen: Wir schauen in alle Winkel und bringen regelrechte Schätze ans Tageslicht. Nicht nur die Anwender von Vista, sondern auch von Windows XP werden staunen, wie sehr sie sich mit den geheimen Tools die Arbeit erleichtern können. Viele der hier vorgestellten Programme lassen sich nur über die Kommandozeile bedienen. Einige besitzen aber auch eine grafische Oberfläche, und sie sind eigentlich auch ausgereift genug, dass sie einen Platz im Startmenü verdient hätten.

1. IEXPRESS: CAB-ARCHIVE EINFACH SELBER MACHEN Iexpress (einfach durch Eingabe von "Iexpress" im Start-Menü starten) ist Bestandteil des "Internet Explorer Administration Kit" und gehört zum Internet Explorer. Mit dem Tool können Sie Dateien zu - wahlweise selbst extrahierenden oder sogar selbst installierenden - CAB-Archiven zusammenfassen. Die Dateiauswahl merken Sie sich auf Wunsch in SED-Dateien (Self Extracting Directive), um sie gegebenenfalls später erneut als Ausgangspunkt zu verwenden.

So funktioniert das Tool: Wählen Sie im ersten Dialog "Create new Self Extraction Directive", um ein neues Archiv zu erstellen. Im nächsten Dialog legen Sie den Archivtyp fest. Für eine selbst installierende EXE-Datei verwenden Sie die Option "Extract files and run an installation command". Eine EXE-Datei, die sich nur selbst entpackt, aber nicht installiert, erhalten Sie mit "Extract files only". Mit der dritten Variante, "Create compressed files only", produzieren Sie eine einfache CAB-Datei. In den folgenden Dialogen legen Sie beim Erstellen einer EXE-Datei einen Pakettitel, eine individuelle Installations- und Abschlussbestätigung sowie wahlweise eine Textdatei mit Lizenzbestimmungen fest. Für ein selbst installierendes Archiv müssen Sie außerdem eine EXE- oder INF-Datei angeben, die nach dem Auspacken des Archivs automatisch gestartet wird. Außerdem können Sie noch einen Befehl angeben, der danach ausgeführt werden soll.

2. EUDCEDIT: EDITOR FÜR BENUTZERDEFINIERTE ZEICHEN Mit dem "Editor für benutzerdefinierte Zeichen" erstellen Sie eigene Schriftzeichen, die Sie in allen Anwendungen einsetzen können. Sie starten ihn über "Start, Ausführen, eudcedit". Dazu müssen Sie unter XP als Administrator angemeldet sein, unter Vista die UAC-Abfrage bestätigen.

Im Fenster "Code auswählen" klicken Sie auf das Kästchen in der linken oberen Ecke und dann auf "OK". Im Editor-Fenster zeichnen Sie dann einfach mit der Maus Ihr Schriftzeichen oder Symbol. Mit "Fenster, Verweis" können Sie ein beliebiges bereits vorhandenes Zeichen öffnen, etwa um es komplett oder teilweise zu kopieren und dann weiterzubearbeiten.

Der Editor erstellt allerdings keine kompletten neuen Fonts, sprich: TTF-Dateien, sondern nur die Dateien EUDC.EUF und EUDC.TTE im Windows-Fonts-Ordner. Die dort enthaltenen zusätzlichen Zeichen stehen grundsätzlich in allen Windows-Anwendungen und zum Drucken zur Verfügung. Es ist jedoch nicht möglich, sie über die Schriftart-Auswahl eines Programms einzufügen. Sie müssen dazu auf "Start, Programme, Zubehör, Systemprogramme, Zeichentabelle" gehen - oder "Start, Ausführen, charmap" aufrufen - und hinter "Schriftart" den Eintrag "Alle Schriftarten (Benutzerdefinierte Zeichen)" wählen.

Einsatz auf anderen PCs: Hierfür müssen Sie die Dateien EUDC.EUF und EUDC.TTE auch dort installieren. Kopieren Sie die Dateien nicht über den Windows-Explorer: Wenn Sie es versuchen, erhalten Sie eine Fehlermeldung. Kopieren Sie beide Dateien per Kommandozeile auf einen Datenträger oder das Netzwerk und auf dem Ziel-PC in das Verzeichnis "%windir%Fonts". Starten Sie dann auf dem Ziel-PC Eudcedit, und schließen Sie das Programm wieder. Der Editor initialisiert dabei die Schriftart-Datei, und die enthaltenen Zeichen sind auch auf diesem PC verwendbar.

3. SHRPUBW: ASSISTENT ZUM ERSTELLEN FREIZUGEBENDER ORDNER Die bekannteste Methode, Ordner freizugeben, ist das Kontextmenü: Mit der rechten Maustaste klicken Sie auf einen beliebigen Ordner und wählen "Freigabe und Sicherheit". Jetzt müssen Sie Berechtigungen setzen und Firewall-Einstellungen ändern, damit andere Benutzer wirklich auf die Freigabe zugreifen können. Für Anwender, die selten Freigaben einrichten müssen, eignet sich ein Assistent aber besser.

Freigaben anlegen: Der Assistent Shrpubw lässt Sie einen Ordner wählen. Darunter tragen Sie den Namen der Freigabe sowie eine optionale Beschreibung ein. Im nächsten Schritt vergeben Sie die Berechtigungen. Er bietet drei einfache Varianten an: Zugriff mit Schreibschutz und/oder Vollzugriff für entweder alle Benutzer oder Administratoren. Alternativ können Sie sie detailliert eingeben analog zu den "Eigenschaften" der Freigabe im Kontextmenü.

Freigaben verwalten: Shrpubw.exe arbeitet mit Fsmgmt.msc zusammen, einem MMC-Modul (Microsoft Management Console), mit dem Sie Freigaben, Sitzungen und geöffnete Dateien verwalten können. Das geht per Klick mit der rechten Maustaste auf die jeweilige Kategorie. Das Kontextmenü "Neue Dateifreigabe" unter "Freigaben" ruft ebenfalls Shrpubw auf.

4. OPENFILES: GEÖFFNETE DATEIEN ERMITTELN Mit dem Kommandozeilenprogramm Openfiles überwachen Sie, welcher Benutzer oder welches Programm aktuell welche Dateien geöffnet hat. Wer Administratorrechte besitzt, kann eingreifen und eine Datei ohne Rückfrage schließen. Das Tool lässt sich im Netzwerk wie auch lokal einsetzen. Ohne aufgerufene Parameter zeigt Openfiles alle Dateien in von Ihnen freigegebenen Ordnern, die andere Netzwerkbenutzer derzeit geöffnet haben.

Vor jeder Datei stehen eine Kennung (ID) und der Name des Benutzers. Greifen zwei Benutzer gleichzeitig auf eine Datei zu, zeigt Openfiles sie unter zwei verschiedenen ID-Kennungen entsprechend zwei Mal an. Im Windows-Netzwerk können Sie so nachsehen, ob gerade jemand auf eine Datei auf Ihrer Platte zugreift, und dann mit dem Herunterfahren Ihres PCs noch ein wenig warten. Umgekehrt können Sie mit

openfiles /disconnect /id id die Datei zwangsschließen - Administratorrechte vorausgesetzt. Mit openfiles /disconnect /a -user- schließen Sie in einem Rutsch alle Dateien, die unter der Benutzerkennung -user- geöffnet wurden. Um das Programm lokal zu verwenden, geben Sie den Befehl openfiles /local on ein und starten den PC neu. Nun zeigt Openfiles an, welches Programm welche Dateien auf Ihrem Rechner geöffnet hat. Nützlich ist das etwa, wenn Windows Ihnen nicht gestatten will, einen Wechseldatenträger oder USB-Stick ordnungsgemäß zu entfernen. Auch Filtern ist möglich: Um die Ausgabe von Openfiles zu filtern, bietet sich das Tool Find an. Wollen Sie etwa wissen, welche Dateien Firefox gerade geöffnet hat, heißt der Befehl openfiles |find /i "firefox.exe" Um zu erfahren, welche Programme noch Dateien auf Ihrem USB-Stick mit dem Laufwerksbuchstaben Z: offen halten, verwenden Sie den Befehl openfiles |find /i "z:"

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