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09.03.2010 Panagiotis Kolokythas*

Opera zufrieden mit Browser Ballot Screen

Opera hat sich gegenüber unserer deutschen Schwesternzeitschrift PC-Welt zufrieden über das Browser-Auswahlfenster geäußert, dass Microsoft entwickelt hat.

Opera hatte vor knapp zwei Jahren mit einer Beschwerde bei der EU den Stein zum Rollen gebracht, der schließlich zum Browser-Auswahlfenster führte. "Wir sind mit dem Browser-Auswahl-Fenster sehr zufrieden, das Microsoft erstellt hat", sagte Patrick H. Lauke, Web Evangelist bei Opera Software im Gespräch mit der PC-Welt. Letztendlich hoffe man darauf, dass die bisherigen Browser-Nutzer erfahren, dass es mehr als nur den Internet Explorer zum Surfen gibt. In einigen europäischen Ländern ist das Browser-Auswahlfenster bereits testweise aktiv. Dort verzeichnet Opera schon erste User, die von ihrem alten Browser auf Opera wechseln.

"Unterm Strich ist es für uns am Wichtigsten, dass alle fünf präsentierten Browser mittlerweile sehr gut sind und wichtige Standards unterstützen - auch der Internet Explorer 8", sagte Lauke. In der Vergangenheit hätten viele Web-Entwickler vor allem für den Internet Explorer entwickelt und aufgrund schlechter Web-Standard-Unterstützung sahen die fertigen Seiten auf anderen Browsern - schmeichelhaft ausgedrückt - oft nicht gut aus.

Opera erfreut sich laut Angaben von Lauke vor allem in Osteuropa einer enormen Beliebtheit und hat dort auch hohe Marktanteile. Nun erhofft man sich, dass das Browser-Auswahl-Fenster dafür sorgen wird, dass auch in Westeuropa mehr Anwender zu Opera greifen oder es zumindest einmal ausprobieren.

Kürzlich ist Opera 10.50 erschienen, das viele Neurungen und Verbesserungen an Bord hat, darunter auch eine neue Javascript-Engine, die den Opera-Browser zum derzeit schnellsten Browser der Welt macht. Auch an der Optik und der Oberfläche hat man fleißig gearbeitet und letztendlich einen Browser abgeliefert, den es sich durchaus lohnt, anzuschauen. "Eigentlich hätten wir die neue Version Opera 11 nennen müssen, wenn man bedenkt, wie viele neue Dinge wir da reingepackt haben", erklärte Lauke.

Opera 10.50 ist auch fortschrittlicher als die Konkurrenz. So wird über den HTML-5-Video-Tag nicht nur OggTheora unterstützt, sondern auch H.264-Videos. Im Gegensatz dazu hat sich die Konkurrenz bisher nur für ein Format (Firefox: OggTheora, Chrome: H.264) entschieden. In Opera 10.50 ist auch das Entwickler-Tool Dragonfly enthalten, dass Opera zur Opensource-Software erklärt hat. Und für die Darstellung der Oberfläche ist die Vegas-Engine zuständig, für die die Opera-Entwickler (immerhin mehr als 500 der insgesamt über 700 Mitarbeiter weltweit) auch bereits an einer 2D-Beschleunigung arbeiten, wie sie auch Internet-Explorer 9 bieten wird.

Es sind mittlerweile über 2 Jahre vergangenen, seit dem Opera bei der EU eine Beschwerde gegen Microsofts Internet Explorer eingereicht hatte. Im Dezember 2007 war bekannt geworden, dass sich Opera darüber beschwert hatte, dass Microsoft seinen Internet Explorer auf unzulässiger Weise mit Windows verbindet und sich damit auf dem Browser-Markt Vorteile verschafft.

Diese Beschwerde hat dafür gesorgt, dass Microsoft demnächst Windows-Nutzern ein Browser-Auswahlfenster präsentiert, das dem entspricht, was Microsoft bereits unter Browserchoice.eu online gestellt hat.

Das Update, das die Browser-Auswahl aktiviert, liefert Microsoft bereits testweise an europäische Windows-Nutzer aus. Wer bereits jetzt einen anderen Browser als den Internet Explorer nutzt, der wird dieses Browser-Auswahl-Fenster nicht zu sehen bekommen. Es öffnet sich nach der Installation des Updates nämlich nur bei Windows-Nutzern, die den Internet Explorer als Standard-Browser verwenden.

Zuletzt gab es Diskussionen darüber, ob die im Browser-Auswahlfenster präsentierten Browser wirklich zufällig angeordnet werden. Auch auf diese Kritik hat Microsoft mittlerweile reagiert und den verwendeten Algorithmus verbessert.

* Panagiotis Kolokythas ist Redakteur der deutschen PC-Welt.

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