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12.03.2010 Hans-Rolf Rautenberg*, Nils Rau*

Bildbearbeitung: Fotos pixelgenau ausschneiden

Durch das Beschneiden von Fotos und das Herauslösen von Objekten erzielen Sie mehr Wirkung. Verpassen Sie Ihren Bildern den richtigen Ausschnitt, legen Sie Motivteile frei, und gestalten Sie damit neue Kompositionen.

Den richtigen Augenblick beim Durchdrücken des Auslösers zu finden ist die eine, dabei noch den perfekten Motivausschnitt einzufangen die andere Herausforderung beim Fotografieren. Gegen den verpassten Zeitpunkt zum Auslösen ist kein Kraut gewachsen, den Bildausschnitt hingegen können Sie in Photoshop & Co. nach Herzenslust verändern. Indem Sie den Beschnitt variieren, entstehen aus einem Originalbild leicht mehrere spannungsgeladene Fotos. Wie das geht, lesen Sie hier.

Der richtige Schnitt für gute Fotos Langweile beim Ansehen von Fotos entsteht beim Betrachter meist durch statische Motive. Wirkt etwa ein Foto vom letzten Städte- Trip wie ein Motiv aus einem alten Reisekatalog, wird kaum jemand mehr als zwei, drei Ihrer Fotos sehen wollen. Dagegen versprühen Bilder mit Dynamik eine Menge guter Laune und Abwechslung: Temporeiche Motive, wie sie durch Mitziehen (Wischeffekt) entstehen, oder angeschnittene Bilder, die Raum für Interpretationen lassen, punkten beim Betrachter. Fehlt es Ihren Fotos an Dynamik, behelfen Sie sich durch eine gezielte Nachbearbeitung. Über den ersten Eindruck entscheidet vor allem der Bildaufbau. Eine wichtige Grundregel dafür basiert auf dem aus alten Lehrbüchern gerne zitierten goldenen Schnitt. Gemeint ist damit, dass Sie das Kernthema des Motivs nicht in die Bildmitte, sondern ganz bewusst ins obere, untere rechte oder linke Drittel setzen. Weil Fotografieren Spaß machen soll, funktioniert das Ganze auch nachträglich ohne kompliziertes Ausmessen: Stellen Sie sich die Bildfläche in Photoshop als in drei gleich große, horizontale und vertikale Streifen zerschnitten vor – Sie können einfach Hilfslinien aus dem Lineal am Fensterrand ziehen. Die Bereiche der Schnittpunkte bieten Ihnen vier gute Optionen zur Platzierung Ihres Hauptmotivs. Den Rest schneiden Sie mit dem Freistellwerkzeug (‹C›-Taste) ab.

Freistellen-Werkzeug verwenden Beim Einsatz des Freistellwerkzeugs gibt es ein paar einfache Tipps für einen gelungnen Bildbeschnitt. Am besten halten Sie sich daran, Überfl üssiges aus Ihren Fotos verschwinden zu lassen. Nur was direkt zur Bildaussage gehört, darf bleiben. Natur- und Landschaftsaufnahmen bestehen meist aus mehreren Bildebenen im Vorder- und Hintergrund. Wenn Sie sie waagerecht ausrichten, strahlen die Fotos Ruhe und Wärme aus. Beschneiden Sie die Bilder so, dass sich ein Hochkantmotiv ergibt, erhalten Ihre Aufnahme mehr Räumlichkeit und dadurch mehr Spannung. Läuft ein Passant aus dem Bild heraus, fährt ein Auto ins Motiv, oder rennt ein Tier durchs Bild? Abhängig von der Bewegungsrichtung beschneiden Sie das Bild so, dass links oder rechts mehr Platz verbleibt. Bei einem Porträt belassen Sie in Blickrichtung etwas mehr Freifläche. Experimentieren Sie bei Porträts mit dem Beschnitt im Bereich der Stirn – hier finden sich bei Personenaufnahmen nämlich am wenigsten Bildinfos.

Richtig herausschneiden Beim Herausschneiden von Bildelementen – fachlich korrekt Freistellen – legen Sie einen Teil des Motivs frei, den Sie dann ohne Hintergrund weiterverwenden oder in ein anderes Bild einkopieren. Eine typische Freistellung läuft meist über den Motivhintergrund. Zunächst schneiden Sie mit dem Freistellwerkzeug (<C>-Taste) alle überflüssigen Bildränder weg. Wählen Sie mit dem Zauberstab und anderen Auswahlverfahren den Motivhintergrund aus. Invertieren Sie die getroffene Auswahl mit dem Menübefehl „Auswahl, Auswahl umkehren“. Nun ist nur noch die Hauptperson oder das Hauptobjekt selbst markiert. Kopieren Sie den Darsteller jetzt über „Bearbeiten, Kopieren“ in die Zwischenablage, oder ziehen Sie ihn mit dem Verschieben- Werkzeug direkt in andere Fotos. Sie erkennen an diesen Schritten, dass Sie schon beim Fotografieren mit zwei Grundregeln gute Bedingungen zum Freistellen von Bildobjekten schaffen können: Achten Sie zum einen auf einen homogenen Hintergrund, der sich deutlich vom Hauptmotiv abhebt. Vermeiden Sie zum anderen unscharfe oder verschattete Übergänge zwischen Motiv und Umgebung.

Automatisch Freistellen Das wohl wichtigste Auswahlwerkzeug von Photoshop ist der Zauberstab. Er erfasst farbähnliche Bereiche und erstellt daraus eine Auswahl. Ein beliebiges Objekt wie ein gelbes Hemd oder eine rote Mütze markieren Sie damit sehr schnell. Den Zauberstab aktivieren Sie mit einem Klick auf das Zauberstab-Symbol (<W>- Taste) in der Werkzeugleiste. Unterhalb der Menüleiste befi ndet sich die Werkzeugoptionsleiste, die es übrigens für fast alle Werkzeuge gibt. Sie stellt alle relevanten Einstellmöglichkeiten für den Zauberstab zur Verfügung. Ein hoher Wert im Feld „Toleranz“ – etwa „80“ – wählt auch Pixel mit aus, die sich vom angeklickten Bildpunkt deutlich unterscheiden. Dadurch umfasst die entstehende Auswahl möglicherweise zu viel Bildfl äche, und Sie müssen die Auswahl wieder verkleinern. Ein niedriger Wert wie „20“ erfasst dagegen nur solche Pixel, die dem angeklickten Bildpunkt sehr ähnlich sind. Der Auswahlbereich wird mit diesem Wert also kleiner. Die Option „Glätten“ sorgt für einen hauchdünnen weichen Übergang zwischen gewählten und nicht gewählten Bildpunkten – die spätere Montage sieht darum nicht mehr so „aufgeklebt“ aus. Sie sollten diese Option daher normalerweise einschalten.

So reizen Sie die Optionen aus Mit der Vorgabe „Benachbart“ geraten nur Bildpunkte in die Auswahl, die nicht durch andere Motivpartien abgetrennt werden. Für unser Beispielbild (siehe Abbilddungen unten) bedeutet dies: Wenn Sie den blauen Hintergrund anklicken, erfasst das Programm nur diesen Bereich. Die blaue Hose und die Schuhe werden dagegen nicht mit ausgewählt. Verzichten Sie dagegen auf die Option „Benachbart“, sucht Photoshop im ganzen Bild nach farbähnlichen Pixeln, auch wenn sie weit von der angeklickten Stelle liegen: Photoshop erfasst blauen Hintergrund, blaue Hose und Schuhe. Befindet sich Ihr Darsteller beispielsweise vor blauem Hintergrund, dann arbeiten Sie mit dem Zauberstab zunächst nur in dieser Grundfarbe. Hierfür blenden Sie mit dem Befehl „Fenster, Kanäle“ die Kanäle-Palette ein. Klicken Sie auf den „Blau“-Kanal. Er erscheint in Graustufen im Bildfenster. Der im Vollbild blaue Hintergrund hebt sich als helle Fläche sehr deutlich von der Person ab. Klicken Sie mit dem Zauberstabwerkzeug in den Hintergrund. Die Auswahl gelingt auf diesem Wege oft besser als bei der Arbeit im Gesamtbild.

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