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09.08.2010 Antje Küchler*

Mit Excel die Finanzen im Griff

Komplexe mathematische Berechungen wie beispielsweise Zinsberechnungen sind mit den finanzmathematischen Formeln von Excel kein Problem. Wir stellen diese finanzmathematischen Formeln vor.

Langfristige Investitionen wie z.B. der Kauf eines Firmenwagens haben gravierende Auswirkungen auf Ihr Budget, die oft erst mit mühsamen Berechnungen erkennbar werden. Excel nimmt Ihnen einen Teil dieser Arbeit ab – und zwar mit Hilfe der Funktionen. Das sind fest vorgegebene Formeln, die mit den nötigen Parametern gefüttert in Sekundenschnelle das gewünschte Ergebnis liefern. Die folgenden Tipps beziehen sich auf Excel 2002 (XP), helfen aber auch Anwendern anderer Excel-Versionen, da sich das Prinzip nicht ändert. Auf den folgenden Seiten lernen Sie die finanzmathematischen Excel-Formeln kennen.

DAS PRINZIP Eine der einfachsten und häufig genutzten Funktionen ist die SUMME. Sie soll als Beispiel dienen, anhand dessen Aufbau und Arbeitsweise von Funktionen deutlich werden. Die Syntax zur Eingabe von Funktionen ist immer die gleiche und sieht für die SUMME folgendermaßen aus (die anderen Syntaxvarianten bei der SUMME lassen wir hier außer Acht): =SUMME(A1;A2;A3) Das Gleichheitszeichen (=) signalisiert, dass hier eine Formel folgt. Anschließend kommt der Name der Funktion (SUMME). Die Parameter (A1;A2;A3), die der Funktion übergeben werden sollen, stehen in runden Klammern und sind durch ein Semikolon (Strichpunkt) voneinander getrennt.

Weil das Eintippen der einzelnen Zeichen etwas mühsam ist, eilt sofort der Funktions-Assistent von Excel zu Hilfe, sobald in eine Zelle als erstes Zeichen das Gleichheitszeichen eingegeben wird. Er schlägt zunächst die von Ihnen zuletzt verwendete Funktion vor. Klicken Sie auf den kleinen Abwärtspfeil, dann erscheint eine Liste weiterer zuletzt benutzter Funktionen.

Ist die gewünschte Funktion auch hier nicht dabei, klicken Sie auf WEITERE FUNKTIONEN. Im Dialogfeld listet der Funktions-Assistent alle verfügbaren Funktionen auf, sortiert nach Kategorie, hier finden Sie auch alle Funktionen "Finanzmathematik".Falls Sie eine bestimmte Funktion suchen, sich aber nicht sicher sind, wie sie heißt, nennen Sie dem Assistenten einige Stichwörter, welche die Funktion umschreiben. Nach dem Klick auf START werden die Funktionen aufgelistet, die zu den Stichwörtern passen.

Markieren Sie einen Eintrag in der Liste und Sie erhalten eine kurze Beschreibung dieser Funktion. Haben Sie Ihre Wahl getroffen, bestätigen Sie das mit OK. Es öffnet sich ein weiteres Dialogfenster.

Hier tragen Sie die Parameter ein, entweder als feste Zahl ("3") oder als Zellbezug ("A2"). In der Beschreibung wird kurz erläutert, welcher Parameter in das markierte Feld gehört, Screen 4. Zudem können Sie bereits das vorläufige Ergebnis der Funktion sehen A, somit haben Sie eine kleine Kontrolle darüber, ob Ihre Eingaben möglicherweise falsch sind.

Kommen Sie mit den Kurzbeschreibungen gar nicht zurecht, klicken Sie auf den Text HILFE FÜR DIESE FUNKTION. Damit rufen Sie die Excel-Hilfe auf, in der alle Funktionen ausführlich beschrieben und die Parameter erläutert werden. Meistens verdeutlicht ein Beispiel, was die Funktion genau errechnet. Sind alle Parameter eingetragen, bestätigen Sie das mit OK. In der markierten Zelle erscheint das Ergebnis der Funktion, während in der Bearbeitungsleiste die Funktion als solche steht und bearbeitbar ist.

FINANZMATHEMATISCHE FUNKTIONEN Auf den ersten Blick sehen diese Funktionen fürchterlich kompliziert aus – wenn jedoch erst mal die Grundlagen klar sind, werden Sie die kleinen Helferlein zu schätzen wissen. Beim Erstellen der Formeln hilft Ihnen auch hier der Assistent.

Die Variablen Bevor Sie eine Auswahl solcher Funktionen kennen lernen, schauen Sie sich erst mal die am häufigsten wiederkehrenden Variablen in den Formeln an:

Rmz: Die zu zahlende Annuität. Eine Annuität ist eine regelmäßige, gleich bleibende Zahlung für einen Kredit, sie setzt sich aus der Tilgung und den Zinsen zusammen. Der Betrag, den Sie monatlich an die Bank zurückzahlen, wenn Sie einen Kredit aufgenommen haben, wird als Annuität bezeichnet. Während sich Zins- und Tilgungsanteil ständig verändern, bleibt die Annuität konstant.

Zzr: Anzahl der Perioden, in denen die Annuität gezahlt wird. Läuft der Kredit über 4 Jahre und wird monatlich zurückgezahlt, dann ist Zzr= 4*12 gleich 48.Nicht zu verwechseln mit der Kreditlaufzeit: Die Laufzeit kann 48 Monate betragen; wenn der Kredit jedoch jährlich zurückgezahlt wird, ist die Anzahl der Zahlungsperioden gleich 4 (vier Zahlungen).

Zins: Zinssatz pro Zahlungszeitraum. Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, muss die Rückzahlung mit einem bestimmten Prozentsatz Zinsen erfolgen. Das ist der Zinssatz. Der Zinssatz wird normalerweise für ein Jahr angegeben, die Rückzahlung erfolgt jedoch in den meisten Fällen monatlich. Daher muss für die Berechnung der Zinssatz durch 12 geteilt werden. Beispiel: Sie zahlen einen Kredit mit einem Zinssatz von 10% in monatlichen Raten zurück, also beträgt der monatliche Zinssatz 10%/12=0,83%. Erfolgt die Zahlung nicht monatlich, sondern jährlich, muss die Teilung natürlich nicht erfolgen.

Bw: Barwert einer Investition bzw. der heutige Gesamtwert einer Reihe zukünftiger Zahlungen. Nehmen Sie einen Kredit auf, ist der Barwert gleich der Höhe des Kredites inklusive der Zinsen für den Kreditgeber.

Zw: Der zukünftige Wert einer Investition. Zw ist der Wert, den Sie nach der Zahlung erreichen wollen – bei Krediten ist Zw gleich Null (der Kredit soll vollständig abgezahlt werden), bei Investitionen ist das die Summe, die nach den regelmäßigen Einzahlungen vorhanden sein soll. Wenn Zw = 0 ist, kann der Parameter auch weggelassen werden.

Zr: Die Periode bzw. der Zeitraum, für den die Berechnungen gelten sollen. Zr muss immer kleiner oder gleich Zzr sein. Beispiel: Sie nehmen einen Kredit auf und wollen wissen, wie viel Zinsen Sie im ersten Monat mit der ersten Rate zahlen. Für diesen Fall wäre Zr gleich 1.

F: Gibt an, wann die Zahlungen fällig sind. F kann nur zwei Werte haben: F = 0: Zahlung erfolgt am Ende einer Periode. F = 1: Zahlung erfolgt am Anfang einer Periode. Wenn F = 0 ist, kann der Parameter auch weggelassen werden. Analog verhalten sich die Parameter, wenn Sie etwas nicht zurückzahlen möchten, sondern Zahlungen aus Wertpapiererträgen erhalten. In diesem Fall ist die Annuität die Rente, die ausgezahlt wird, die Zinsen errechnen sich aus den Erträgen der Wertpapiere.

Wichtig: Excel gibt zu zahlende Leistungen als negative Werte aus; Leistungen, die Sie erhalten, als positive Werte. Entsprechend sind Beträge, die Sie zahlen müssen, in den Finanzfunktionen mit einem Minus-Zeichen einzugeben; Beträge, die Sie erhalten als positive Zahlen.

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