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07.09.2010 Rudolf Felser

Anwälte verlieren Fälle durch schlechte elektronische Beweissicherung

Die starke Nutzung elektronischer Daten zur Beweissicherung erleichtert Juristen einer Studie zufolge nicht nur ihren Job, sondern macht ihnen zugleich zu schaffen.

Wie eine Studie von Symantec aufdeckt, hatte jeder der insgesamt 5.000 befragten Anwälte in den vergangenen zwei Jahren Probleme während eines Falls, weil er wichtige elektronisch gespeicherte Daten zur Beweisführung überhaupt nicht oder nicht fristgerecht vorlegen konnte. Die Hälfte der befragten Juristen gab zu, allein in den vergangenen drei Monaten auf dieses Problem gestoßen zu sein.

Elektronische Daten sind als Beweismittel vor Gericht unabdingbar. 98 Prozent der befragten Anwälte gaben an, dass in den vergangenen zwei Jahren elektronische Daten entscheidend waren für einen erfolgreichen Rechtsstreit. 91 Prozent erklärten, dass elektronisch gespeicherte Informationen (ESI) für ihre tägliche Arbeit kritisch oder wichtig sind.

KÄMPFEN MIT INFORMATIONSFLUT Zugleich aber erschwert die schlechte Verfügbarkeit digitaler Beweise ihre Arbeit erheblich. 60 Prozent der Befragten gaben zu, dass sie mit der großen Menge an zu untersuchenden Informationen zu kämpfen haben. Denn um juristisch haltbare Beweise zu finden, müssen sie Millionen von archivierten Dateien durchsuchen. In diesem Schritt werden alle Daten aus verschiedenen digitalen Quellen auf ihre Relevanz für den Fall hin ausgewertet und zusammengetragen.

29 Prozent der Anwälte klagten, dass es ihnen an Zeit mangele, um alle nötigen Recherchen durchzuführen. Immerhin 24 Prozent geben an, über keine ausgefeilte Technologie zur elektronischen Beweissicherung zu verfügen, um den geforderten Ansprüchen gerecht zu werden. Alle 5.000 befragten Juristen gaben zu, dass sie deswegen Probleme bei juristischen Auseinandersetzungen oder Fälle verloren hatten.

BESSERE ANALYSE Die Schere zwischen eigener Wahrnehmung und Realität ist dennoch groß, wie das Ergebnis bei der Frage nach dem erfolgreichen Einsatz von E-Discovery, also der Auswertung vorhandener Daten, zeigt. 69 Prozent sind der Meinung, auf die elektronische Beweissicherung bei wichtigen Gerichtsverfahren oder Compliance-Fällen "vollkommen vorbereitet" zu sein.

Bei der Frage, wie die digitale Beweisführung im Rechtswesen erfolgreicher gestaltet werden kann, zeichnet sich ein klares Meinungsbild ab: Für mehr als die Hälfte der Anwälte (57 Prozent) besteht die Lösung nicht in intensiverer internationaler Zusammenarbeit oder einer neuen Gesetzgebung, die die Aufbereitung von Beweisen in digitaler Form vorgibt. Die Anwälte wünschen sich statt dessen bessere Technologien, um elektronische Beweise schneller zu identifizieren, sicher aufzubewahren und aufzubereiten.

Die Umfrage ergab, dass insbesondere Suchfunktionen für lokale Festplatten und Notebooks besonders hilfreich wären. So gaben mit 45 Prozent nahezu die Hälfte aller Anwälte an, dass sie vor allem auf diesen Datenträgern nach verwertbarem Material suchen.

Im Rahmen der "E-Discovery-Studie" von Symantec wurden im August 2010 insgesamt rund 5.000 Anwälte in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Südafrika, Spanien, Schweden, der Schweiz, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten befragt. (pi/rnf)

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