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08.12.2010 Daniel Bader, Gaby Salvisberg, Reto Vogt*

10 populäre PC-Mythen auf dem Prüfstand

Sicherheitsfirmen machen Viren selbst und anonymes Surfen schützt die Privatsphäre - wir werfen einen Blick auf populäre PC-Irrtümer und überprüfen, ob sie stimmen.

Ob nun im Bereich Sicherheit, Internet, Betriebssystem, Office oder Hardware - wir decken die 10 populärsten PC-Mythen auf. Fallen Sie nicht auf diese Ammenmärchen herein! Gleichzeitig geben wir Ihnen viele praktische Tipps und Tricks, die tatsächlich nützen: Mit ihnen schützen Sie etwa Ihre Privatsphäre und nutzen Office effizienter.

Übrigens: Mythen sind in der IT weit verbreitet - das zeigen auch die vielen Tempo-Mythen rund ums Aufrüsten, Reparieren und Optimieren. So ist es beispielsweise nicht ganz richtig, dass eine aufgeräumte Registry einen Leistungsschub bringt. Selbst eine mit vielen alten Einträgen aufgeblähte Registry belegt keinen Arbeitsspeicher, denn seit XP werden nur aktuell gebrauchte Abschnitte aus ihr ins RAM geladen.

MYTHOS 1: SICHERHEITSFIRMEN MACHEN VIREN SELBST Man stelle sich das vor: Antiviren-Urväter wie Peter Norton und John McAfee hätten nachts an Computerviren getüftelt und diese danach in Umlauf gesetzt, was die Anwender zum Kauf von Virenscannern zwang. Legen Antivirenfirmen die Brände wirklich selbst, die sie später löschen? Immer wieder tauchen solche Verschwörungstheorien auf. Aber uns ist kein Schädling bekannt, der auf ein Sicherheitsunternehmen zurückzuführen wäre. Die Firmen gehen sogar so weit, ausdrücklich keine Leute mit Virenschreibervergangenheit einzustellen. Einen solchen Skandal könnten sich die Unternehmen gar nicht leisten.

Online-Virenscanner enttarnt fast alle Schädlinge Jemand hat Ihnen eine Datei gemailt, der Sie nicht so recht trauen, obwohl Ihr Virenscanner nichts auszusetzen hat. Holen Sie den Rat von über dreißig Antivirenherstellern ein: Speichern Sie die Datei vorübergehend auf dem Desktop; natürlich, ohne sie zu öffnen. Surfen Sie zu www.virustotal.com und übermitteln Sie das verdächtige File via Durchsuchen-Button. Nach wenigen Minuten erscheinen die Scanergebnisse.

MYTHOS 2: MEHR TOOLS, MEHR SICHERHEIT Wer möglichst viele Sicherheitsprogramme installiert, ist nicht besser geschützt. Denn jede Software ist durch Sicherheitslücken gefährdet, die sich zum Einschleusen von Schadcode missbrauchen lassen. Zudem können sich Sicherheitsprogramme auch gegenseitig behindern. Darum ist es nicht sinnvoll, mehrere Firewall- oder Antiviren-Tools auf demselben PC zu verwenden. Falls Sie in Ihrem Betrieb aufs Know-how mehrerer Antivirenanbieter setzen wollen, tun Sie das am besten mehrstufig: Der Mailserver wird von Produkt A geschützt, der Dateiserver von B und die einzelnen PCs von C.

Gefahrlos Software ausprobieren Computerprobleme treten manchmal beim Ausprobieren von Software auf, die Sie aus dem Internet heruntergeladen haben. Sicherer wäre es, zum Testen einen separaten Rechner zu verwenden. Ein Test-PC fehlt aber meistens. In diesem Fall hilft ein virtueller Rechner weiter, der direkt auf Ihrem Computer läuft. VirtualBox ermöglicht genau dies. Mit ihr erstellen Sie einen virtuellen PC, auf dem Sie ein Windows oder Linux installieren können.

MYTHOS 3: COOKIES SIND BÖSE Es gibt durchaus Cookies, die Ihre Internetaktivitäten ausspionieren und an Dritte melden. Aber viele der "Kekse" sind nützlich und überhaupt nicht schädlich. Sie helfen Ihnen beispielsweise, dass Sie auf Webseiten eingeloggt bleiben und sich das Passwort nicht merken müssen. Auch andere Webseiteneinstellungen sind dank den nützlichen Cookies beim nächsten Besuch nicht verloren.

Behalten Sie Ihre Cookies im Blick Das passende Werkzeug bringen moderne Browser bereits mit: Im Firefox unter "Extras, Einstellungen, Datenschutz", im Internet Explorer unter "Extras, Internetoptionen, Datenschutz". Blockieren Sie etwa Drittanbieter, um die Cookie-Vergabe einzuschränken. Die Firefox-Addons CookieSafe und Cookie Monster erlauben bequemes Cookie-Management.

MYTHOS 4: ANONYMES SURFEN SCHÜTZT DIE PRIVATSPHÄRE Durch den Einsatz von Anonymisierungsdiensten wie JAP ist es möglich, Ihre Onlineaktivitäten zu verschleiern und ein Ausspionieren Ihrer Surfgewohnheiten zu erschweren. Der Grund: Sobald Sie eine Website besuchen, wird statt Ihrer echten IP-Adresse eine Tarnadresse übermittelt. Jedoch kann anhand der Aufzeichnungen Ihres Internetanbieters Ihre Identität jederzeit herausgefunden werden; auch wenn Sie anonym surfen.

Richtiges Verhalten beugt Datenmissbrauch vor Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Ihre persönlichen Daten im Internet veröffentlichen. Das gilt nicht nur für Webseiten, sondern auch, wenn Sie in Chats und Foren unterwegs sind oder sich via Instant Messenger mit Unbekannten unterhalten. Sie wissen nie, was das Gegenüber mit den erhaltenen Informationen anstellt. Besonders für Kinder ist die Weitergabe des richtigen Namens, der Handy-Nummer oder des Wohnorts gefährlich. Pädophile suchen im Internet oft nach neuen Opfern, erschleichen sich das Vertrauen der Kids und versuchen, ein Treffen zu arrangieren. Sprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs unbedingt über das korrekte Verhalten im Web.

MYTHOS 5: BILDSCHIRMSCHONER SIND NÜTZLICH Bei älteren Monitoren hatten Bildschirmschoner durchaus ihren Sinn. Sie schützten die Geräte gegen das Einbrennen des angezeigten Bildes. Bei neuen Monitoren besteht diese Gefahr aber nicht mehr. Außerdem: Windows bietet auch die (stromsparende) Option, den Monitor abzuschalten, statt einen Bildschirmschoner zu starten.

Es gibt auch sinnvolle Bildschirmschoner. Diese suchen nach Außerirdischen, knacken geheime Nachrichten aus dem Zweiten Weltkrieg und zeigen, wie ihr Rechner träumt. Hintergrund: Über das Internet leihen Sie beispielsweise wissenschatflichen Instituten Ihre Rechenkraft zur Erforschung von Viren, solange Sie Ihren Rechner nicht benötigen - per Verteiltem Rechnen.

MYTHOS 6: LAUFENDEN PC ABSCHALTEN IST SCHÄDLICH Wenn Ihr System hängen bleibt und der Ausschalter die letzte Lösung ist, besteht kein Grund zur Angst. Es wird dabei gar nichts beschädigt - weder die Festplatte, noch der Prozessor, noch die Anwendungen. Der einzige, wirkliche Nachteil: Alle ungespeicherten Daten sind verloren.

Tipp: Mit einer kleinen Einstellung ändern Sie die Funktion des Ausschaltknopfes am PC: Klicken Sie mit Rechts auf eine freie Desktop-Stelle und wählen Sie "Eigenschaften, Bildschirmoner". Öffnen Sie die Energieverwaltung und klicken Sie auf den Reiter "Erweitert". Entscheiden Sie sich im Drop-down-Menü für "Zur Vorgangswahl auffordern" und bestätigen Sie mit OK. Wenn Sie nun im laufenden Betrieb am PC den Ausschaltknopf drücken, werden Sie gefragt, ob Sie die Maschine ausschalten, neu starten oder in den Standby-Modus versetzen möchten.

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