Die schlimmsten Windows-Funktionen aller Zeiten Detail - Computerwelt

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08.12.2010 Panagiotis Kolokythas*

Die schlimmsten Windows-Funktionen aller Zeiten

1985 erschien das erste Windows. 25 Jahre später nutzen wir die Gelegenheit, um auf die miesesten und schlechtesten Funktionen zu blicken, die in Windows mitgeliefert wurden. In einer Top 20 stellen wir Ihnen die schlimmsten Windows-Faux-Pas vor.

Über zwei Jahrzehnte hat Windows mittlerweile auf dem Buckel: 1985 kam die erste Microsoft-GUI für DOS in den Handel, die den Namen Windows 1.0 trug. Es folgten keine Service Packs oder ähnliche modernes Zeugs, sondern einfach die Version 1.01 bis 1.04 - über 20 Jahre Windows bietet auch die Gelegenheit mal einen Blick darauf zu werfen, welche Windows-Funktionen die Entwickler im Laufe der Zeit ordentlich vergeigt haben.

Platz 20: Drive Space Es gab eine Zeit, da war Festplattenspeicherplatz einfach nur knapp und Festplatten enorm teuer. In dieser Zeit kam Microsoft auf die Idee, sein Betriebssystem mit einer Festplattenkomprimierungsfunktion auszustatten. Erstmalig wurde diese Funktion unter dem Namen Microsoft DoubleSpace in DOS 6.0 implementiert. Prompt gab es auch 1993 eine Patent-Klage durch das Unternehmen Stac Electronics, das den Namen für sich beanspruchte. In Windows 95 wurde die Funktion daher in Microsoft Drive Space umbenannt.

Die Funktion war zwar tatsächlich in der Lage, Dateien zu komprimieren und dadurch den Platzbedarf auf der Festplatte zu reduzieren. Blöd war allerdings, dass alle Daten in einer Datei komprimiert wurden und im Falle eines Hardware-Fehlers alle Daten verloren gingen. Außerdem traten Probleme auf, wenn Anwender die Dateien von einem System auf ein anderes übertragen wollten. Dementsprechend häuften sich auch die Beschwerden über Drive Space und die Anwender machten einen weiten Bogen um die Funktion. In Windows XP war Drive Space gar nicht mehr enthalten. Da sich wohl niemand mehr für die Funktion interessierte, fiel dies aber auch niemandem auf.

Platz 19: Windows Movie Maker Alles hat einen Anfang, das gilt auch für den Windows Movie Maker, den Microsoft bei Windows ME in der Version 1.0 mitlieferte. Mit dem Tool sollten Anwender Filme erstellen können, so wie Apple es mit seinem seinerzeit neuen Tool iMovie vorgemacht hatte. Bei Microsoft ließ man aber anscheinend außer Acht, dass Anwender gewisse Ansprüche an eine Videobearbeitung haben: Übergangseffekte? In der Version 1.0 gab es nur einen einzigen. Die erstellten Videos konnten auch nur in ein einziges und zudem auch noch proprietäres Format auf die Festplatte gespeichert werden. In Windows XP lieferte Microsoft immerhin eine stark verbesserte Version 2.0 aus und in Windows Vista ist das Tool in der Version 6.0 enthalten. Was dagegen mit den Version 3.0, 4.0 und 5.0 geschah, weiß wahrscheinlich auch bei Microsoft niemand mehr…

Platz 18: Web TV für Windows WebTV für Windows war in Windows 98 enthalten und wurde für das damals neue Betriebssystem als ein ganz tolles Feature angepriesen. Letztendlich war die Funktion eine Schnittstelle zu der im Rechner eingebauten TV-Karte und unterstützte Intels kurzlebigen Intercast-Dienst. Anwender, die die Nutzung der Funktion riskierten, ärgerten sich über deren instabilen Zustand, kämpften mit Totalabstürzen des Rechners und dazwischenfunkenden Bildschirmschonern. Als Bonus gab es auch noch eine schwere Sicherheitslücke, die es Angreifern erlaubte, die komplette Kontrolle über den Rechner zu übernehmen.

Platz 17: Rechner herunterfahren ist nicht genug Ein Betriebssystem wie Windows offeriert dem Anwender nicht nur ein schnödes Herunterfahren des Rechners, sondern auch noch diverse Alternativen. Bei Windows Vista stehen beispielsweise zur Auswahl: Benutzer wechseln, Ausloggen, Rechner sperren, Neustarten, Schlafmodus und Herunterfahren. Willkommen im Club - wenn Sie mal den Rechner herunterfahren wollten, aber aus Versehen die Neustarten-Option ausgewählt haben. Seit jeher ärgerten sich Windows-Anwender darüber, dass das Herunterfahren des Rechners so lange dauert. Bei Windows Vista wurde hier immerhin etwas nachgebessert.

Platz 16: Paint Paint ist seit Windows 1.0 (1985) in Windows-Betriebssystemen enthalten und damit ein Urgestein. Microsoft scheint Paint in seinem Urzustand so lieb gewonnen zu haben, dass bis dato kaum Änderungen und Verbesserungen vorgenommen wurden. Besitzer einer Digitalkamera greifen ohnehin seit Windows Vista auf die dort mitgelieferte "Windows Fotogalerie". Stellt sich die Frage, wieso Microsoft all die Jahre Paint keine Liebe hat zukommen lassen. Und während man über diese Frage nachgrübelt, lädt man Paint.net herunter, installiert es und straft Paint.original künftig mit Missachtung…

Platz 15: Windows Aero Herrlich war die Ankündigung, dass Windows Vista mit einer neuen Oberfläche, genannt Aero, ausgeliefert werden wird. Das Ergebnis: Transparente Fensterränder, die es erlauben zumindest ansatzweise zu erahnen, was dahinter liegt. Erkauft wird dieses bahnbrechende, optische Gimmick mit einer vergleichsweise hohen Anforderung an der im Rechner befindlichen Grafikkarte. Aero entfaltet teilweise auch ein reges Eigenleben und stellt sich in manchen Situationen einfach ab, ohne den Anwender vorher zu fragen. Fazit: Schick anzusehen, aber nichts, was man wirklich vermisst, wenn es nicht da ist.

Platz 14: Active Desktop Web-Content direkt aus dem Internet auf den Desktop. Die Idee an sich ist nicht schlecht und wurde durch Microsoft auch mittels Active Desktop in Windows 98 integriert. Rückblickend war Active Desktop aber seiner Zeit einfach zu weit voraus. Wir surften damals mit langsamen Modems im Internet und entsprechend langatmig war die Aktualisierung der Web-Inhalte durch Active Desktop und die damit verbundene Verlangsamung des gesamten Betriebssystems. Heute sieht es ganz anders aus: Yahoos Widget Engine und auch Windows Vista Sidebar sind die modernen Nachfolger von Active Desktop und bereichern den Desktop.

Platz 13: Windows XP Suche Es fällt schwer sich zu erinnern, ob jemand überhaupt über eine Desktop-Suche nachdachte, als Microsoft Windows XP mit der dort enthaltenen Suche auslieferte. Deren Oberfläche war/ist jedenfalls grausig und schwer zu verstehen und auch die Suchergebnisse ließen/lassen zu wünschen übrig. Hinzu kamen die nervigen und kindischen Assistenten, in Form von Hunden & Co. Wenigstens hat Microsoft in Windows Vista endlich eine Suche integriert, die diesen Namen auch verdient. Die Reaktion von Google auf die Vista-Suche gleicht da schon einem Ritterschlag...

Platz 12: Das Microsoft Network Mit Microsoft-Network (MSN) versuchte Microsoft mit dem Erscheinen von Windows 95 dem Giganten AOL Paroli zu bieten. Das auf dem Desktop befindliche Icon für MSN 1.0 dürften aber nur die wenigsten geklickt haben. Wer es tat, erlebte einen von der Benutzerführung grausig gestalteten, enorm langsamen Online-Dienst, der schon beim Start veraltet war. Immerhin zwang dies Microsoft, aus MSN (noch lange vor AOL) einen reinen Internet-Dienst und Internet Service Provider werden zu lassen.

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