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02.01.2011 Jürgen Donauer*

Zehn empfehlenswerte Linux-Distributionen

Das Angebot an Linux-Distributionen ist äußerst vielfältig. Nicht jede Ausführung eignet sich für jeden Anwendertyp. Grund genug, sich zehn Linux-Desktop-Distributionen einmal näher anzusehen.

Es existieren unzählige Linux-Variationen für den Desktop, in unterschiedlichsten Ausprägungen. Open Source ist in diesem Kontext Fluch und Segen zugleich, denn die Freiheit ein System nach den eigenen Vorlieben zu bauen, sorgt für ein teils unüberschaubares Angebot.

Und längst nicht jede Variation eignet sich für jeden Anwendertypus. Das ist natürlich einerseits gut so, denn so haben viele Distributionen ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen. Andererseits erschwert es demjenigen, der die Auswahl zu treffen hat, den Findungsprozess.

Zumindest über den Einsatzweck des Systems sollte man sich vorab im Klaren sein. Soll die Distribution doch eher die heimische, medial ausgerichtete Maschine antreiben oder als schlichtes Arbeitsplatzsystem fungieren? Wer die Linux-Distribtion in seinem Unternehmen einsetzen möchte, bevorzugt unter Umständen eine kostenpflichtige Variante mit professioneller Unterstützung.

Erfahrene Linux-Nutzer werden zudem anders an die Auswahl herangehen, als diejenigen, die mehr oder minder den Erstkontakt wagen. Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zu zehn empfehlenswerten Linux-Distributionen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, inklusive der einzelnen Stärken und Schwächen.

UBUNTU LINUX - DER SHOOTING-STAR DER LETZTEN JAHRE Ubuntu, das auf dem Debian-Code basiert, ist eine relativ junge Linux-Distribution. Die erste Version debütierte am 20. Oktober 2004. Es ist mittlerweile eine der bekanntesten und beliebtesten Linux-Distributionen für den Desktop-Gebrauch. Die Philosophie der Entwickler und des Visionärs und Gründers Mark Shuttleworth ist, ein für den Anwender möglichst einfach zu benutzendes Betriebssystem zu schaffen, das immer frei sein wird.

Was Ubuntu auch interessant für die Geschäftswelt macht, sind die so genannten LTS-Varianten (Long Term Support). Diese erscheinen jeweils im April zu den geraden Jahreszahlen. Die Desktop-Version wird dann statt 18 Monaten drei Jahre lang mit Sicherheits-Udpates versorgt. Die aktuelle LTS-Variante ist 10.04 Lucid Lynx und die neueste Version 10.10 Maverick Meerkat. Darüber hinaus bietet Ubuntu Trainings und kommerzielle Unterstützung an.

Die neueste Ausgabe bringt viele sichtbare Vorteile mit sich. Zum Beispiel können Anwender nun bereits während der Installation schon proprietäre Software von Drittanbietern einspielen. Dazu brauchen Sie lediglich eine Internet-Verbindung. Wählen Sie diese Option, können Sie zum Beispiel MP3, Flash und andere Medien wiedergeben. Ebenso werden durch diesen Schritt mehr WLAN-Komponenten unterstützt.

Ein weiterer großer Vorteil von Ubuntu sind die mittlerweile riesigen weltweiten Communities. Unterstützung und Diskussionsforen gibt es in fast allen Sprachen. Darüber hinaus stellt Ubuntu verschiedene Geschmacksrichtungen, so genannte Off-Spins, bereit. Wer lieber KDE oder Xfce statt GNOME als Desktop-Manager verwendet, installiert eben Kubuntu oder Xubuntu. Weitere offiziell unterstützte Ableger sind Edubuntu und das PVR-System Mythbuntu. Für Netbook-Anwender gibt es eine spezielle Netbook-Edition mit einer angepassten Oberfläche.

Dennoch spaltet Ubuntu auch die gesamte Open-Source-Gemeinschaft mit proprietären Projekten wie Ubuntu One und dem Plan, Ubuntu 11.04 Natty Narwhal mit Unity statt der GNOME-Shell laufen zu lassen.

Ubuntu eignet sich auch hervorragend für Anfänger und Umsteiger. Es nimmt seine Nutzer schon während der Installation an die Hand und bringt viele gute und nützliche Applikationen vorinstalliert mit sich.

LINUX MINT - DAS GETUNTE UBUNTU Wer denkt, dass es fast nicht mehr anwender- und anfängerfreundlicher als mit Ubuntu geht, den belehrt Linux Mint eines besseren. Diese Distribution basiert zum größten Teil auf Ubuntu-Code. Allerdings bringen die Herausgeber eigene Entwicklungen mit ein, die dem Anwender das Leben noch leichter machen sollen.

Die Oberfläche, im speziellen das Menü von Linux Mint, wirkt gerade für Windows-Umsteiger vertrauter. Das Software-Center beinhaltet mit den Bewertungs-Möglichkeiten eine richtig gute Erweiterung. Anwender können Applikationen kommentieren und beurteilen. Somit können sich andere Nutzer bereits vor der Installation ein Bild machen, wie gut die Software ist. Natürlich sind die Bewertungen subjektiv. Man bekommt aber dennoch einen generellen Überblick, ob das Paket etwas taugen könnte.

Die Entwickler haben der Distribution einige weitere sinnvolle Erweiterungen spendiert. Zum Beispiel das Backup-Tool. Es bietet auch die Möglichkeit, die Liste der eingespielten Pakete zu sichern. Das eignet sich somit gut für Masseninstallationen.

Da die Unterstützungslaufzeit von Ubuntu abhängt, gibt es auch bei Linux Mint LTS-Varianten. Anwender müssen nach der Ausgabe der neuesten Ubuntu-Version immer etwas auf eine neue Mint-Variante warten.

Auch für diese Distribution gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen. Allerdings erscheinen diese anders als bei Ubuntu nicht zusammen mit der Standard-Gnome-Ausgabe. Die KDE-, LXDE-, Fluxbox- und Xfce-Ausgaben liefern die Entwickler mit etwas Verzögerung aus.

Relativ neu ist Linux Mint Debian. Hierbei handelt es sich um eine so genannte "Rolling Distribution", die auf dem Debian-Testing-Zweig basiert. Hier bekommen Sie Updates so lange, wie eben dieser Testing-Zweig existiert.

Mint eignet sich für einen Geschäftsrechner genauso wie Ubuntu. Allerdings bieten die Mint-Entwickler keine kommerzielle Unterstützung an. Diesen müssten Sie dann vom Linux-Fachmann Ihres Vertrauens erwerben. Die aktuelle Version ist derzeit Linux Mint 10 "Julia".

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