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19.01.2011 Christian Löbering*

Windows wieder so flott wie am ersten Tag

Startet Ihr Windows unerträglich langsam? Meist bringt es wenig, einen Tuning-Tipp nach dem anderen zu testen. Suchen Sie nach der Ursache, und beheben Sie das Problem gezielt.

Wenn Sie einem Computer-Techniker ein akutes Startproblem schildern, dann läuft das Gespräch meist folgendermaßen ab. Techniker: "Was haben Sie denn gemacht?" Kunde: "Nichts." Techniker: "Und davor?" Kaum einer kann sich an jedes Konfigurations- und Installationsdetail erinnern, zumal das Problem ja erst beim nächsten Windows-Start auftritt. Und da können schon mal einige Tage vergangen sein.

Um trotzdem herauszufinden, was den Windows-Start blockiert, müssen Sie einen Trick anwenden: Starten Sie das Betriebssystem zunächst mit der Minimalkonfiguration, und schalten Sie dann nach und nach weitere Komponenten hinzu.

Sobald die Blockade wieder auftritt, wissen Sie, wo Sie genauer suchen müssen. Dann können Sie den Startvorgang speziell in diesem Bereich durchleuchten und so den Übeltäter finden. Wir zeigen, wie das geht.

1. DIAGNOSE DES STARTPROBLEMS VON WINDOWS Windows XP, Vista und 7 bringen standardmäßig ein Programm mit, mit dem Sie Windows in verschiedenen Konfigurationen starten können. So lassen sich Fehlerquellen recht leicht ausschließen. Um es zu starten, halten Sie die Windows-Taste und drücken die Taste R. Im dann erscheinenden Fenster tippen Sie den Befehl Msconfig ein und klicken auf "Ok".

Schritt 1: Diagnosesystemstart: Damit Sie sich nach und nach an das Problem herantasten können, sollten Sie Windows zunächst mit einer Minimalkonfiguration starten. Aktivieren Sie dazu auf der Registerkarte "Allgemein" von Msconfig die Option "Diagnosesystemstart", klicken auf "OK" und starten den Computer nach Aufforderung neu. Läuft nun alles flüssig, dürfen Sie davon ausgehen, dass das Problem nicht am Kernsystem liegt. Sie können also mit dem nächsten Schritt fortfahren. Andernfalls kann etwa ein blockierender Treiber die Ursache sein (Tipp 2). Es kann sich aber auch um ein Programm handeln, das heimlich mitstartet (Tipp 3).

Schritt 2: Microsoft-Dienste zuschalten: Öffnen Sie wieder Msconfig, wählen Sie auf der Registerkarte "Allgemein" die Option "Benutzerdefiniert" und entfernen Sie die Haken bei allen Unter-Optionen außer "Systemdienste laden". Wechseln Sie dann auf die Registerkarte "Dienste" und setzen dort zunächst einen Haken vor "Alle Microsoft-Dienste ausblenden". Klicken Sie danach auf "Alle deaktivieren". Den Haken vor "Alle Microsoft-Dienste ausblenden" können Sie anschließend wieder entfernen. Dann starten Sie den PC neu. Startet Ihr Windows danach noch immer zügig? Dann können Sie ausschließen, dass das Problem bei den Systemdiensten wie "Plug & Play", "Design" oder "Netzwerk" liegt, und mit Schritt 3 fortfahren. Andernfalls sollten Sie etwa die Schritte in Tipp 2 und 4 ausprobieren. Denn das Problem ist dann wohl bei den Diensten oder auf der Hardware- und Treiberseite zu suchen.

Schritt 3: Fremddienste zuschalten: Starten Sie Msconfig erneut, entfernen Sie auf der Registerkarte "Allgemein" in der Rubrik "Benutzerdefiniert" den Haken vor "Systemdienste laden", und setzen Sie ihn wieder. So sind beim nächsten Neustart wieder alle Dienste aktiv. Tritt der Fehler der Start-Blockade auch bei einem weiteren Neustart Ihres Windows nicht auf, können Sie ausschließen, dass Dienste von anderen Anbietern als Microsoft der Grund für das Problem sind, und mit dem nächsten Schritt fortfahren. Andernfalls sollten Sie die automatisch startenden Programme und dort speziell Fremdanbieter-Dienste prüfen (Tipp 3).

Schritt 4: Alles wieder anschalten: Zum Schluss öffnen Sie Msconfig noch einmal. Wählen Sie auf der Registerkarte "Allgemein" die Option "Normaler Systemstart", und bestätigen Sie sie mit "OK". Danach starten Sie den Computer neu. Ihr Problem liegt wahrscheinlich bei den automatisch startenden Programmen (Tipp 3).

2. BLOCKIERENDE TREIBER ERNEUERN Um herauszufinden, ob ein Gerätetreiber Windows behindert und - wenn ja - welcher es ist, müssen Sie den Startvorgang analysieren. Dabei hilft Ihnen das englischsprachige Programm Process Monitor.

Schritt 1: Start protokollieren: Nachdem Sie Process Monitor gestartet haben, zeigt das Programm die aktuellen Aktivitäten aller laufenden Programme (Prozesse) an. Klicken Sie auf die Lupe, um die Überwachung zu stoppen. Wählen Sie dann "Options, Enable Boot Logging", um ein Protokoll des Windows-Starts anzulegen, und starten den PC neu. Nachdem Windows wieder läuft, rufen Sie Process Monitor sofort wieder auf und speichern nach Aufforderung das Startprotokoll in einem beliebigen Ordner.

Schritt 2: Protokoll eingrenzen: Das Protokoll ist meist mehrere 100 MB groß und enthält jeden Zugriff auf Dateien und die Windows-Registrierungsdatenbank sowie jede Prozess-Aktivität. Um aus dieser Datenmasse Verzögerungen durch einzelne Treiber herauszusieben, nutzen Sie die Filterfunktionen von Process Monitor. Dazu drücken Sie bei gehaltener Strg-Taste die Taste L. Markieren Sie dann die Zeile "Process Name is System Exclude" und klicken auf "Remove". Dann wählen Sie in den Ausklappfeldern ganz oben im Fenster die Einträge "Process Name", "is", "System" und "Include" und klicken auf "Add". Dadurch werden ausschließlich die Aktivitäten des Systemprozesses angezeigt, der die Treiber lädt. Schränken Sie die Liste danach weiter ein, indem Sie nur Zugriffe auf Dateien mit der Endung SYS anzeigen lassen, typischerweise Treiber. Dazu wählen Sie in den Aufklappfeldern "Path", "ends with", ".sys", "Include" und klicken auf "Add". Ein Klick auf "OK" aktualisiert die Anzeige.

Schritt 3: Problem-Treiber finden: Das gefilterte Protokoll enthält jetzt noch immer ein paar tausend Zeilen, die Sie überfliegen müssen. Die wichtigste Spalte ist dabei "Time of Day". Sie informiert darüber, zu welcher Uhrzeit welcher Treiber geladen wurde. Sollten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Einträgen mehr als 10 Sekunden vergangen sein, handelt es sich beim ersten Eintrag vermutlich um den Verursacher des Problems. Lesen Sie dann aus der Spalte "Path" den Dateinamen des Treibers ab, und ermitteln Sie mit einer Internet-Suchmaschine, um welches Gerät es sich handelt.

Schritt 4: Problem-Treiber erneuern: Wenn das Gerät zu dem ermittelten Treiber noch in Ihrem Computer eingebaut ist, gehen Sie zunächst auf die Internetseite des Herstellers. Laden Sie von dort den neuesten Treiber für das Gerät und Ihre Windows-Version herunter. Alternativ können Sie das auch über die Internetseite treiber.de erledigen. Danach halten Sie die Windows-Taste und drücken die Taste Pause. Im daraufhin erscheinenden "System"-Fenster wählen Sie "(Hardware), Geräte-Manager". Dort klappen Sie die Rubrik für die Gerätegattung des Treibers auf. Klicken Sie den Eintrag des Geräts mit der rechten Maustaste an, und Sie wählen im dann erscheinenden Menü "Treiber(software) aktualisieren". Beachten Sie anschließend die Hinweise des Installationsprogramms.

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