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16.04.2013 pte

BitTorrent kommt in den Browser

Das Unternehmen BitTorrent hat den Beta-Start seiner Browser-Erweiterung "Surf" für Chrome und Firefox bekannt gegeben. Damit wird der Browser selbst zum Client für das bekannte Filesharing-Protokoll, inklusive umfassender Suchfunktion.

© Mozilla.com

Somit können User einfach ohne zusätzliche Software BitTorrent nutzen. Die Erweiterung umfasst zudem eine Vorschlagfunktion, die speziell Partner-Künstlern, die BitTorrent als legalen Vertriebskanal nutzen, zu mehr Sichtbarkeit verhelfen soll - womit Surf auch dazu beitragen soll, dass BitTorrent sein Piraterie-Image abstreifen kann.

Diesbezüglich gibt es aber noch Nachbesserungsbedarf. "Eine Unterscheidung der Quellen in legale und solche ohne Berechtigung ist für den Nutzer nicht ersichtlich", warnt Kalman Graffi, Juniorprofessor im Bereich Technik sozialer Netzwerke an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext. Naive Nutzer könnten also in eine Urheberrechtsverletzungsfalle tappen. Technisch dagegen kann die Browser-Erweiterung den Peer-to-Peer-Experten überzeugen. "Die einfache Nutzbarkeit und der schnelle Bezug von Inhalten verspricht eine rasche Verbreitung von BitTorrent Surf", meint er.

Seinen Anfang hatte Surf als Versuch, die Nutzung von BitTorrent in Chrome zu erleichtern, eine erste Alpha-Version der Erweiterung für den Google-Browser war bereits im Januar erschienen. Zum Beta-Start gibt es jetzt auch eine Firefox-Version, um mehr User zu erreichen. Prinzipiell sind die Browser-Erweiterungen dank ihrer integrierten Suche geeignet, auch unerfahrenen Usern eher die BitTorrent-Nutzung zu ermöglichen. "Der Nutzer erspart sich das manuelle Durchschauen von Torrent-Seiten und das Verwalten der Torrent-Dateien", erklärt Graffi. Allerdings warnt er vor den rechtlichen Fallstricken, die damit allein längst nicht ausgeräumt sind.

"BitTorrent argumentiert, mit der Technologie eine Plattform zu schaffen, über die Künstler ihre Werke verbreiten können", so der Fachmann. Das sei zwar prinzipiell richtig, doch kann BitTorrent weiterhin für Piraterie missbraucht werden und es ist für Nutzer nicht ersichtlich, ob Torrents legalen ursprungs sind. "BitTorrent müsste hier nachbessern und Signale schaffen, die dem Nutzer anzeigen, ob der Anbieter nachweislich zustimmt, dass er Rechte an den verteilten Werken hat und dem Nutzer erlaubt, diese ebenfalls weiter zu verteilen", meint Graffi.

Dabei ist BitTorrent bemüht, gerade zum Beta-Start von Surf den potenziellen Nutzen des Filesharings für Künstler zu unterstreichen. Eine neue Vorschlagfunktion in der Browser-Erweiterung soll dafür sorgen, dass offiziell über BitTorrent bereitgestellte Inhalte von Partnern wie beispielsweise das BitTorrent Bundle des Musikers Pretty Lights mehr User erreichen und somit bekannter werden. Ziel sei es letztlich, Kreative und Fans in Sachen Content zusammenzubringen.

Solche Ansätze werden laut Graffi aber kaum reichen, BitTorrent wirklich aus der Piraterie-Ecke zu holen. "Nutzer können stets Inhalte kostenlos herunterladen, Anbieter müssen ihre Inhalte kostenlos verteilen", kritisiert er. Sinnvoller wäre es dem Experten zufolge, wenn die Möglichkeit bestünde, Inhalte für Kleinstbeiträge zu beziehen, um die Künstler direkt zu entlohnen. Derzeit könne BitTorrent höchstens dazu dienen, neue Künstler bekannt zu machen und so vielleicht Plattenverkäufe anzukurbeln. "Das schafft aber auch YouTube", meint Graffi. (pte)

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