"Jeder dritte Kunde fragt nach einer Windows-7-Lizenz" "Jeder dritte Kunde fragt nach einer Windows-7-Lizenz" - Computerwelt

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29.11.2013 :: Printausgabe 24/2013 :: Alex Wolschann

"Jeder dritte Kunde fragt nach einer Windows-7-Lizenz"

Stefan Tauchhammer ist Gründer und leitet die Geschäfte des heimischen Gebrauchtsoftwarehändlers Software ReUse. Im Gespräch mit der COMPUTERWELT kommentiert er die Auswirkungen der jüngsten Gerichtsurteile und spricht über den potenziell bedrohlichen Trend zu Abonnement-Modellen als zukünftiges Software-Vertriebsmodell.

Stefan Tauchhammer, SoftwareReUse

Stefan Tauchhammer, SoftwareReUse

© SoftwareReUse

Es gab einige Gerichtsentscheide zum Thema Gebrauchtsoftware. Wie beurteilen Sie die Urteile?
Stefan Tauchhammer: Die Urteile wirken sich größtenteils sehr positiv für uns Gebrauchtsoftware-Händler aus und ich kann meinen deutschen Kollegen dazu nur gratulieren. Einmal mehr wird dadurch bewiesen, dass der seriöse Handel mit gebrauchten Lizenzen heutzutage rechtlich einwandfrei ist.
 
Was ändert sich für die Branche und potenzielle Kunden in Österreich?
Der Gebrauchtsoftware-Markt wird immer freier, wettbewerbsfähiger und durchlebt gerade eine Professionalisierung. Mit Sicherheit wird sich in Zukunft der Markt immer mehr selbst regulieren und auch für unseriöse Händler kaum noch Platz haben. Für unsere bestehenden Kunden ändert sich vorerst nichts. All unsere Verkaufsabschlüsse waren auch vor den jüngsten Prozessen im rechtssicheren Rahmen, die Urteile bestätigen dies nur noch einmal. Wir erwarten uns aber dadurch insgesamt gesteigertes Interesse an gebrauchten Lizenzen.
 
Ist den Kunden bewusst, dass der Kauf von gebrauchten Lizenzen keine rechtliche Grauzone mehr ist?
Wir merken in jedem Fall eine Verbesserung, nicht zuletzt auch aufgrund der jüngsten Gerichtsurteile. Dennoch leisten wir auf dem Gebiet gegenwärtig immer noch sehr viel Aufklärungsarbeit. Die traurige Wahrheit ist, dass einige Kunden oft von vorangegangener ungenauer oder schlicht falscher Information seitens der Softwarehersteller abgeschreckt werden. Doch dank der jüngsten juristischen Entscheidungen und vor allem dank des wegweisenden EuGH Urteils von 2012 werden immer mehr Kunden für das Thema sensibilisiert und setzen auf unsere Gebrauchtsoftware-Lösungen.

Abo-Modelle wie die Creative Cloud von Adobe könnten das Ende von gebrauchten Lizenzen bedeuten!
In Österreich sehe ich bis jetzt keine große Nachfrage nach diesen Mietmodellen. Seit Adobe auf das Abonnement-Modell umgestellt hat, ist die Nachfrage nach gebrauchten Lizenzen der Vorgängerversionen jedenfalls stark gewachsen. Viele Kunden brauchen nicht unbedingt die neues Version von Photoshop, sondern kommen mit den Funktionen der Vorgängerversion mehr als aus. Für diese Kunden macht eine gebrauchte Lizenz mehr Sinn als ein Umstieg auf ein Abo-Modell.

Auch Microsoft will innerhalb von zehn Jahren nur noch Mietsoftware anbieten. Was hat sich durch diese Modelle für Ihr Geschäft geändert?
Sollten alle wichtigen Hersteller auf Mietsoftware umsteigen, gibt es irgendwann keine gebrauchten Lizenzen mehr, da brauchen wir uns nichts vormachen. Uns ist aber auch klar, dass es noch mindestens sieben Jahre nach der Umstellung einen Markt für gebrauchte Software geben wird. Wir haben einige Kunden, die noch mit Office 2003 arbeiten, weil es für sie ausriecht. Diese Kunden werden auch nicht so schnell auf ein Mietmodell umsteigen. Wir rechnen sogar in den ersten Jahren nach einer etwaigen Umstellung mit einer sehr hohen Nachfrage, weil ein Gebrauchtsoftwarehändler dann die einzige Alternative zu den Mietmodellen darstellt. Daher sehen wir uns kurz- bis mittelfristig auch überhaupt nicht bedroht.

Welche Software-Suiten oder Versionen sind momentan besonders gefragt?
Besonders gefragt sind momentan besonders zwei Anwendungen. Das ist zum einen Windows 7 Professional, da viele Unternehmen nicht auf das für Touch-Bedienung ausgerichtete Windows 8 umsteigen wollen, das ist ein ähnlicher Trend wie bei Windows Vista. Jede dritte Anfrage bei uns betrifft momentan Windows 7. Die zweite sehr gefragte Lösung ist Office 2010. Es gibt ja jetzt schon Office 2013, aber auch hier wollen viele Unternehmen lieber die Vorgängerversion haben. Das liegt auch daran, dass bei Office 2013 jeder User mit einer individuellen E-Mail-Adresse registriert werden muss. Das ist gerade für größere Unternehmen, die viele Lizenzen benötigen, nicht sehr angenehm. Die Installation von Office 2010 war noch deutlich unbürokratischer. Die Nachfrage ist im Moment so groß, dass die gebrauchten Lizenzen für Office 2010 auch schon teurer geworden sind.

Das Gespräch führte Alex Wolschann.

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