Frontalangriff von Ellison auf IBM: "Schneller, billiger, grüner" Detail - Computerwelt

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21.10.2009 Alex Wolschann

Frontalangriff von Ellison auf IBM: "Schneller, billiger, grüner"

Die erste Oracle Open World nach der Verlautbarung der Sun-Übernahme stand ganz im Zeichen eines Frontalangriffs auf IBM.

Schon in den einleitenden Worten eines blendend aufgelegten und angriffslustigen Larry Ellison wurde schnell klar, was die Kernbotschaft des heurigen Oracle-Hausevents sein wird. Mehr als 40.000 Parnter, Kunden, Mitarbeiter und Medienvertreter machten die Konfernez zu einer der größten ihrer Art.

Mit IBM wurde ein neuer Gegner gefunden, der mit der Kombination aus Oracle-Software und Sun-Hardware angegriffen und um Kunden erleichtert werden soll. Da aber noch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission ausständig ist um den Deal zu besiegeln, hielten sich sowohl Ellison als auch Sun-Gründer Scott McNealy relativ bedeckt, was neue Produkte betrifft und beließen es dabei, die vielen Vorteile einer etwaigen Partnerschaft zu betonen. Sun ist heute Mitbewerber im Marktsegment für Server- und Storage-Produkte. Oracle und IBM stehen sich in den Produktlinien Datenbanken und Middleware als Konkurrenten gegenüber. Gemeinsam haben IBM, Oracle sowie Unternehmen wie SAP, dass sie regen Gebrauch von Java machen.

WEITERE INVESTITIONEN IN SUN-TECHNOLOGIEN Sun-Chairman Scott McNealy und Ellison versicherten, dass Sun-Techniken nicht vom Markt verschwinden werden, wenn es zur geplanten Übernahme kommt. Das gelte für die in der IT-Branche intensiv genutzte Java-Plattform ebenso für das Sun-Betriebssystem Solaris, die eigene CPU-Linie Sparc sowie die Storage-Produktlinien.

Laut Aussage von Ellison will Oracle mehr in die Sparc-Architektur sowie in Solaris investieren, als dies Sun derzeit tut. Verstärkt will Ellison auch in die zu Sun gehörende Open-Source-Datenbank MySQL investieren. Die von Oracle erworbene Open-Source-Datenbanktechnik von Innobase solle als Transaktions-Engine für MySQL fungieren. Anwender von MySQL fürchten um die Zukunft der quelloffenen Datenbanksoftware, seitdem Oracle die Übernahme von Sun plant. Außerdem könnte MySQL der Grund dafür sein, dass die Wettbewerbsbehörde der EU-Komission den Deal nicht genehmigt.

SUN BERUHIGT KUNDEN John Fowler, Sun Executive Vice President, betonte die Vorteile der anstehenden Verschmelzung zwischen Oracle und Sun, um so den vielen Sun-Kunden die Angst um die Zukunft des einen oder anderen Produkts zu nehmen. Sun habe die schnellste Hardware am Markt und sei Halter der aktuellen Weltrekorde in allen sieben »Key Commercial Benchmarks«.

Welche Chancen sich in Zukunft ergeben könnten, sehe man bereits anhand des vor Kurzem veröffentlichten Sun-Oracle-Datenbank-Rechners, der ein gelungenes Beispiel für die Synergien aus Oracles Software- und Suns Hardware-Innovationen sei. Eine Werbeeinschaltung dieser Konfiguration brachte Oracle aber Ärger ein, da die Performance mit IBM verglichen wurde, ohne konkrete Benchmark-Resultate zu veröffentlichen.

PERFORMANCE-CHECK Inzwischen wurden die Zahlen nachgereicht und Oracle darf auf den Transaktions-Weltrekord nach dem Benchmark TPC-C verweisen. Dieser wurde mit einem Oracle-Sun-System mit Oracle Database 11g auf Sparc-Servern mit dem Betriebssystem Solaris erzielt. Damit sei nicht nur erwiesen, dass diese Lösung DB2 von IBM auf einem Power-595-System aussteche. Das Oracle-Sun-System mit einer Flash-Storage-Lösung für hohe Input-Output-Raten habe den Weltrekord auch mit achtmal weniger Hardware-Racks erzielt als IBM bei seinem höchsten TPC-C-Benchmark. Der Stromverbrauch der Oracle-Sun-Lösung wiederum sei viermal geringer, obwohl die Geschwindigkeit 26 Prozent höher liege.

Ellison ließ es sich natürlich auf der Zunge zergehen, dass die Konfiguration mit Sun-Hardware »besser, schneller, und grüner sei« als jene von IBM. Besonders der niedrigere Stromverbrauch veranlasste Ellison zu einem Seitenhieb auf IBM: »Jetzt weiß ich endlich warum ihr Highend-System ‘Power’ heißt, weil es soviel Energie verbraucht«, tönte Ellison vor dem begeisterten Publikum. Als Ellison dann auch noch Gouverneur Arnold Schwarzenegger amikal auf der Bühne begrüßte, hatte er die Konferenzteilnehmer endgültig für sich gewonnen.

Oracle hat aber auch eine Fülle an Updates vorgestellt. Neben Version 2.5 der Oracle Application Integration Architecture gibt es neue Releases in den Bereichen Business Intelligence, Project Portfolio und Performance Management sowie Oracle VM Server und CRM On Demand. Mit letztgenannter Lösung soll vor allem SAP attackiert werden.

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