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02.12.2009 Thomas Mach

ERP zunehmend aus der Cloud

Microsoft, Oracle und SAP wetteifern um die Gunst der ERP-Kunden. Mit ähnlichen Mitteln, im mittelständischen Bereich etwa, versuchen die Unternehmen mit SaaS bei Kunden zu punkten.

Die Software-Branche gilt nach wie vor als enormer Wachstums-Markt und Innovations- wie auch Wirtschaftstreiber. Besonders das ERP-Segment hat sich im letzten Jahrzehnt als Cashcow vieler Anbieter erwiesen. Doch zwei Faktoren haben in den vergangenen Monaten viel Bewegung in den Markt gebracht. Einerseits ein tiefgreifender Wandel in der IT, wie IT von Anwendern verstanden und benutzt wird. Trends wie Cloud Computing und Software as a Service treiben hier die Veränderung massiv voran. Andererseits die wirtschaftliche Flaute der vergangenen Monate, die viele Unternehmen zu Kürzungen ihrer IT-Budgets veranlasst hat. Was dazu führt, dass Anbieter wie SAP oder Oracle massiv umdenken müssen.

So plant etwa der erfolgsverwöhnte, nach kräftigen Absatzeinbußen aber vorsichtiger gewordene Software-Konzern SAP sich künftig krisensicherer aufzustellen. Flexiblere Angebote sollen die sparsamer gewordenen Kunden an SAP binden und gleichzeitig neue Abnehmer locken. Künftig sollen Kunden entscheiden können, ob sie Software mieten oder kaufen. Zudem setzt der Konzern einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Advanced Metering Infrastructure soll Energieversorgern bei der Umstellung auf so genannte intelligente Versorgungsnetze (Smart Grids) unterstützen.

Oracle wiederum ist durch die Übernahmen der letzten fünf Jahre – mehr als 50 Unternehmen verleibte sich der Datenbankkonzern ein – zum IT-Giganten mutiert. Wenig Wunder, dass Oracle President Charles Phillips beim Besuch des Oracle Day 2009 in Wien nach SAP auch gegen IBM und HP wetterte. Und mit der Oracle Sun Database Machine eine erste Frucht der jüngsten – aktuell durch die EU-Kommission ausgebremsten – Übernahme präsentierte. Diese soll, betonte Phillips, rund vier Mal schneller als vergleichbare Hardware von IBM sein. Im Softwarebereich soll jedoch die schon seit geraumer Zeit gebetsmühlenartig betonte parallele Weiterentwicklung und Wartung aller einzelnen Sparten, sei es Peoplesoft, Siebel, Hyperion und Co weitergeführt werden. Ebenso wie die Vereinigung aller Funktionen unter dem Dach der Middleware-Suite Fusion. Oracle gebe heuer rund drei Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung aus, unterstrich Phillips. Allerdings verschwieg der Oracle-President, welchen Anteil daran die Zusammenführung und Parallel-Entwicklung der einzelnen Lösungen hat.

Sowohl SAP als auch Oracle versuchen nach wie vor, den Marktanteil ihrer mittelständischen Lösungen auszubauen. Doch hier hat sich in den letzten Jahren Microsoft zunehmend als ernst zu nehmender Konkurrent und – nischenabhängig – sogar als Platzhirsch erwiesen. Dabei setzt Microsoft verstärkt auf den Cloud-Aspekt. In der zweiten Hälfte 2010 will Microsoft mit Dynamics CRM Online ein eigenes SaaS-Angebot herausbringen. Zwar hatte der Konzern bislang gezögert, das in den USA bereits verfügbare Angebot auch auf europäischen Boden auszudehnen. Doch 2010 soll das System nun auch in Österreich verfügbar sein, wie Dorette Dülsner, Geschäftsbereichsleitung Microsoft Business Solutions bei Microsoft Österreich, erklärt.

Anwender könnten die Software über eine Web-Oberfläche nutzen, darüber hinaus aber auch mit Outlook koppeln. Eine lokale Datenbank auf dem PC erlaube zudem eine Offline-Nutzung. Darüber hinaus könnten CRM-Nutzer über mobile Endgeräte zugreifen. Dabei handele es sich um ein Web-Interface, so dass »eine ständige Netzverbindung erforderlich« sei, wie Brad Wilson, General Manager, Dynamics CRM bei Microsoft Business Solutions, unterstreicht. Zudem erweiterte das Unternehmen sein ERP-Portfolio unlängst um vier Anwendungen, die auf Dynamics AX basieren. »Unternehmen haben unterschiedliche Bedürfnisse, die vorgefertigte Software oft nicht erfüllt«, betont Dülsner. Mit den Branchenlösungen könnten Unternehmen ihre Geschäftsprozesse optimieren.

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