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17.06.2009 Thomas Mach/idg

Mehr Effizienz bei Community-Prozessen erwartet - Hoffnungsträger Oracle

Java- und Open-Source-Experten beobachten die Sun Microsystems-Übernahme durch Oracle mit Argusaugen. Grundsätzlich sind die Erwartungen aber positiv.

Java- und Open-Source-Experten beobachten die Sun Microsystems-Übernahme durch Oracle mit Argusaugen. Grundsätzlich sind die Erwartungen aber positiv. »Java zählt neben Solaris zu den zwei Schlüsselbereichen, die uns zur Übernahme von Sun bewogen haben«, erklärte Oracle-CEO Lawrence Ellison als der Kauf bekannt gegeben wurde.

Auf Java basiere das umfangreiche Portfolio der Oracle Fusion Middleware, des zurzeit am schnellsten wachsenden Geschäftssegments des Konzerns. Damit übernimmt Oracle nicht nur die Rechte an Java als Marke, sondern auch die Verantwortung für die weitere Gestaltung einer Plattform, die sich mit vielen Millionen Entwicklern schon lange als Gegenpol zur Microsoft-Welt positioniert, im Gegensatz zu dieser aber seit einiger Zeit als Open Source verfügbar ist.

Suns Softwareportfolio werde unter der Aufsicht von Oracle wahrscheinlich schneller und besser weiterentwickelt, als dies bei Sun mit den dort gegebenen Ressourcen möglich war, meint Richard Seibt, Vorstandsvorsitzender der Open Source Business Foundation. Seibt ist sicher, dass ein Hersteller mit derartiger Softwarekompetenz sorgfältig mit Java und MySQL umgehen werde und die Software bei Oracle gut aufgehoben sei.

Ähnlich zuversichtlich äußert sich Ralph Müller, Direktor der europäischen Eclipse Foundation. Große Hoffnung setzt Müller insbesondere auf das OSGi-Komponentenmodell, das ursprünglich aus dem Embedded-Bereich von Settop-Boxen stammt und sich dort als Standard gegen Sun durchgesetzt hat. Dieses beschreibt im Prinzip ein Komponenten-Management-System oberhalb der Virtual Machine, das die Komponenten, so genannte Bundles/Packages aus Anwendungen und Diensten, dynamisch verteilt, startet, löscht und remote betreibt. Inzwischen wurde der OSGi-Einsatz auch auf Desktop- und Enterprise-Plattformen ausgedehnt.

Suns Weigerung, das OSGi-Modell auch für die Modularisierung von Java selbst zu verwenden, steht indes stellvertretend für ein Problem, das der Hersteller offenbar mit arbeitsteiliger Entwicklung hat. Sun habe oft das Bedürfnis, Entwicklungen, die in der Open-Source-Welt bereits vorhanden sind, für die Java-Welt noch einmal neu zu erfinden, moniert Stefan Tilkov, Geschäftsführer von Innoq, einem auf Softwarearchitekturen und Entwicklung spezialisierten Beratungshaus. Prominentes Beispiel sei das Java Development Kit (JDK), Suns Implementierung der Java-Spezifikationen und die wohl am weitesten verbreitete Java-Entwicklungsumgebung. Sie war bis vor wenigen Jahren zwar kostenlos, aber Closed Source.

Unterm Strich sind sich die Experten weitgehend einig, dass ein weniger politisch geprägter Java Community Process, ein anderer Umgang mit dem geistigen Eigentum an Plattformbeiträgen und eventuell auch eine andere Lizenzform deutlich zur Attraktivität von Java beitragen und die Weiterentwicklung der Spezifikationen beschleunigen könnten – ohne dass Oracle gleich Wildwuchs und Kontrollverlust befürchten müsste.

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