Polizei-Software: Minority Report in weiter Ferne Detail - Computerwelt

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13.12.2011 pte/Rudolf Felser

Polizei-Software: Minority Report in weiter Ferne

Der polizeiliche Einsatz von Software, die auf Grundlage von Daten über vergangene Verbrechen Prognosen erstellt, ist in den USA auf dem Vormarsch, wie eine Statistik von criminology.com nahelegt.

Der Einsatz solcher Programme ist allerdings umstritten. "Immer wenn versucht wird, aus großen Datenmengen auf eine künftige Bedrohung zu schließen, sind Zweifel angebracht. Trends aus der Vergangenheit abzuleiten, ist sehr schwierig", sagt Sicherheitsexperte René Pfeiffer, Organisator der Sicherheitskonferenz Deepsec gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext.

In den USA werden Statistikprogramme schon seit 1993 von der Exekutive verwendet. Mittlerweile sind diverse Analyseprogramme im Einsatz, die angeblich gute Erfolgsquoten haben. "Medienmeldungen sind mit Vorsicht zu genießen. Die Tests und Zahlen kommen oft von genau den Leuten, die solche Programme verkaufen. Es gibt wenige unabhängige Sicherheitsexperten. Das Bild, das in den Medien gezeichnet wird, ist von einer starken Lobby verzerrt", so Pfeiffer.

NICHT EXAKT Die Einsatzmöglichkeiten für Datenanalyse-Anwendungen sind vielfältig. Es gibt Programme, die mit einer angeblichen Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent voraussagen können, welche Gangs an einer Auseinandersetzung beteiligt waren. Andere Software versucht die Art und Häufigkeit von Delikten in einer gewissen Region vorherzusagen und sollen so Kosten sparen und Verbrechensraten senken. "Oberflächliche Information lässt sich mit solchen Techniken sicherlich gewinnen. Das bewegt sich aber etwa auf dem Niveau der Schadensfalls-Prognosen von Versicherungen", so Pfeiffer. Vorbeugenden Verhaftungen wie in manchen Science-Fiction-Filmen wird es mit dieser Technologie nicht geben.

"Gefährlich wird es, wenn Leute sich ausschließlich auf solche Software verlassen. Das schränkt die Wahrnehmung ein und führt zu Fehleinschätzungen. Datenanalyse kann immer nur ein Werkzeug sein", sagt Pfeiffer. Auch aus der Datenschutz-Perspektive gibt es Bedenken beim Einsatz solcher Programme. Einige eingesetzte Systeme greifen nämlich auch auf persönliche Daten von Verdächtigen zu. "Wie auch bei anderen Datenbanken entstehen beim Betreiber große Mengen an Informationen, die missbraucht werden können", erklärt Pfeiffer. (pte)

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