Magento Online-Shops: Vom Langstreckenläufer zum Sprinter Detail - Computerwelt

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31.10.2011 Ralf Lieser*

Magento Online-Shops: Vom Langstreckenläufer zum Sprinter

Acht Tipps, wie man die Performance eines Magento Online-Shops steigert.

Eines der wichtigsten Themen im E-Commerce, wenn nicht vielleicht sogar das wichtigste Thema, ist die Performance eines Shopsystems. Eine Binsenweisheit in der Branche besagt, dass Kunden nicht bereit sind, länger als fünf Sekunden auf eine Seite in einem Shop zu warten. Je länger die Ladezeit auf einem Shopsystem, desto mehr Abbrüche verzeichnet die Statistik. Nutzer sind sogar eher gewillt, weitere fünf Minuten über Google und Co. nach dem gewünschten Produkt zu suchen, als auf der ersten Shopseite mehr als fünf Sekunden zu warten – da hilft dann auch die schickste Landing Page nichts mehr. Was das Open Source-Webshop-System Magento angeht, war die Performance eines der größten Probleme der letzten Monate – neben fehlenden offenen Unit Tests und fehlenden Zertifizierungsmöglichkeiten für Extensions. Doch ein Shopsystem auf Magento Basis muss nicht zwingend langsam sein. Für eine gute Performance sollten Shopbetreiber allerdings die folgenden acht Punkte berücksichtigen:

1. Aktualität ist Trumpf Seit dem 9. Februar 2011 steht die Version 1.5.0.1 der Community Edition zum Download bereit. Enterprise Kunden können seit einiger Zeit auf die Enterprise Version 1.10 zurückgreifen. Beide Versionen haben im Core ein Refactoring vom Hersteller erfahren. An vielen Stellen wurde bei der Implementierung unnötiger Code entfernt, und einige Funktionen wurden neu und performanceorientiert programmiert. Auch wenn ein Update auf die aktuelle Version keine einfache Angelegenheit ist, die investierte Zeit und Mühe werden sich lohnen. Doch Vorsicht: Shopbetreiber, die noch in Version 1.3.x oder Enterprise 1.6.x unterwegs sind, sollten etwas mehr Zeit für das Update einkalkulieren. Auch sollte geprüft werden, ob alle eingesetzten Extensions für die gewünschte, aktuelle Magento-Version vorliegen.

2. Weniger ist mehr Viele Shops haben über ihre Lebenszeit hinweg eine Art Installationswut erlebt. Weil es so verlockend einfach ist, mal eben eine Extension zu installieren und auszuprobieren, werden oft Module und Extensions im Shop geladen, die gar nicht mehr im Einsatz sind. Auch weiß bei vielen Extensions im Shop keiner mehr, warum und wozu sie eigentlich da sind. Aufräumen kostet nicht viel Zeit, bringt den Shop aber in Sachen Performance deutlich weiter.

3. Weniger ist viel mehr Shopbetreiber sollten nicht nur bei Extensions und Shopmodulen aufräumen. Auch die Shopseite selbst, das Frontend, birgt viel Optimierungspotenzial. Wurden die Grafiken des Webshops wirklich weboptimiert erstellt und abgespeichert? Muss es wirklich 500 KB Flash Videos auf jeder Seite geben? Diese und weitere Fragen sollte sich jeder Shopbetreiber stellen. Sehr beliebt ist hier das Vorgehen, die Firefox Extension "Firebug" zu installieren und sich dort im Reiter "Netzwerk" alle geladenen Seitenelemente anzuschauen. Dort wird sehr übersichtlich angezeigt, wie lange welches Element geladen wurde und wie groß die einzelnen Bilder und Scripte sind.

4. Viel hilft viel Das Einzige, was besser ist als Hubraum, ist noch mehr Hubraum. Und so kann man es mit seinem Server auch halten. Ein Shopsystem benötigt die entsprechende Basis und den entsprechenden Anschluss. Wer 500 Kunden gleichzeitig bedienen und dabei keine Ladezeitverzögerungen spüren will, der braucht das entsprechende Serverkonstrukt. Im Enterprise Segment sind das in der Regel Cluster, wobei die Webserver auf mindestens drei Servern verteilt hinter einem Loadbalancer stehen sollten. Die Datenbank wird ebenfalls auf einem weiteren Server ausgelagert und im Idealfall in einem DB Master/Slave Verbund angeschlossen. Ab Version MySQL 5.5 skaliert die Performance der Datenbank nochmals deutlich besser mit der eingesetzten Hardware, sodass 24 CPUs für einen DB Master keine Seltenheit mehr sind.

Auch wer sich fernab solcher Hosting-Dimensionen befindet und mit der Magento Community Edition unterwegs ist, sollte zumindest Webserver und Datenbankserver getrennt halten und auf Hardware Server setzen. Der Einsatz von virtuellen Servern hat sich – auch wenn der Preis oft verlockend ist – bislang nicht oder nur in Ausnahmen bewährt.

5. Cache, Cache, Cache Magento kann die verschiedenen Caching-Technologien von Memcached, Xcache, APC und eAccelerator nutzen. Auch wenn die Einrichtung im ersten Moment schwierig anmutet, es ist fast schon Pflicht, einen Cache zur Performance-Optimierung einzusetzen. Geht es um das Ausliefern von Bildern und Grafiken, hat sich der Varnish Cache bewährt. Im Idealfall werden Bilder von einer anderen (Sub-)Domain geladen und über einen Varnish ausgegeben. Sehr beliebt ist darüber hinaus das Ausliefern von Bildern über einen oder mehrere CDN Server. Ein solches Content Distribution Network verteilt die Dateien über mehrere Server und entlastet so den Webserver der Magento Installation.

Shopbetreiber, die auf die Enterprise Version zurückgreifen, kommen in den Genuss eines Fullpage-Caches. Hierbei werden alle Shopseiten, abgesehen vom Warenkorb und vom Checkout-Prozess, in einen Cache gespeichert, sodass der Server beim Aufruf einer Produktliste oder einer Produktseite nur noch eine HTML-Seite ausliefern muss. Die Schattenseite der Fullpage-Cache Medaille betrifft die Aktualität der gecacheten Seiten. Rechtlich sensible Informationen wie die Verfügbarkeit eines Produkts sollte man gegebenenfalls via Ajax nachladen, um Kunden keine falschen Informationen zu geben.

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