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22.06.2011 Oliver Weiss

Über hundert Server eingespart

Um die Auslastung der Hardware zu verbessern, die Wartung zu vereinfachen und Kosten zu sparen, hat die Niederösterreichische Landeskliniken Holding auf Basis von Vmware-Tools die Server an 27 Standorten virtualisiert und konsolidiert.

Seit 2008 befinden sich alle Kliniken in Niederösterreich unter der Rechtsträgerschaft des Landes Niederösterreich. Mit insgesamt 27 Klinikstandorten, 2,24 Millionen Belagstagen und jährlich rund 167.000 Operationen ist die Niederösterreichische Landeskliniken Holding der größte Gesundheitsdienstleister Österreichs. In den niederösterreichischen Landeskliniken arbeiten derzeit rund 19.500 Mitarbeiter – davon knapp 3.000 als Ärzte und etwa 9.900 im Bereich Pflege. »Die NÖ Landeskliniken Holding kümmert sich um die Finanzierung der Kliniken, aber auch um die strategische Planung bei großen Beschaffungsvorgängen und Projekten. Nach der organisatorischen Zusammenführung der Krankenhäuser lag es nahe, auch mögliche Synergien im IT-Betrieb auszuloten«, erklärt Helmut Krenn, Kaufmännischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding. Strategisch wichtige Software-Applikationen, wie zum Beispiel alle betriebswirtschaftlichen Programme, werden deshalb schrittweise zentralisiert, um einen effizienteren Betrieb zu gewährleisten,

verfügbarkeit entscheidend Die wichtigen klinikspezifischen Applikationen werden weiterhin von den Kliniken selbst betrieben. Es sind in jedem Krankenhaus eine Reihe medizinischer Spezialanwendungen im Einsatz, die von den Ärzteteams für spezielle medizinische Verfahren und Behandlungen benötigt werden. Diese Systeme und Programme werden nicht selten auch von den Medizinern selbst vor Ort verbessert und weiterentwickelt. »Die lokalen Rechenzentren in den Kliniken sind wesentlich für die Qualität der Patientenversorgung und haben daher für uns den gleichen hohen Stellenwert wie die zentrale IT«, erklärt Andreas Hofleitner, Bereichsleiter IKT-Infrastruktur der Abteilung für Organisationsentwicklung und IKT der NÖ Landeskliniken Holding. Gerade solche IT-Prozesse, die nahe am Patienten sind, müssen im Hinblick auf Performance und Verfügbarkeit besonders hohe Anforderungen erfüllen. »Die Services müssen rund um die Uhr ausfallsicher zur Verfügung stehen. IT ist aus dem Klinikalltag nicht mehr wegzudenken und spielt darin eine immer zentralere Rolle«, sagt Hofleitner. Umso wichtiger wird es auch, die IT preisbewusst und effizient einzusetzen, wie Michael Hagmann, Mitarbeiter der Abteilung für Organisationsentwicklung und IKT erklärt: »Aus Platzgründen und aus wirtschaftlichen Überlegungen wollen wir nicht für jede neue Applikation einen neuen Server anschaffen. Daher haben wir uns intensiv mit dem Thema Servervirtualisierung auseinandergesetzt.« Hagmann wurde mit der Umsetzung und der Durchführung des ehrgeizigen Plans beauftragt, die Serverumgebungen aller Landeskliniken zu virtualisieren. Auf der Suche nach einem IT-Dienstleister, der über ausreichend Kompetenz, Know-how und Erfahrung im Virtualisierungsbereich verfügt, stieß Hagmann auf HTH Consulting, einen in St. Pölten ansässigen Spezialisten für IT-Beratung und Systemintegration. »Die HTH ist genau das, was wir gesucht haben – ein mittelgroßer Dienstleister ohne festgefahrene Strukturen, der flexibel auf unsere Bedürfnisse eingehen kann«, erläutert Hagmann. HTH ist Vertriebspartner von Vmware, Marktführer im Bereich Virtualisierung. Mit Vmware-Software kann ein Pool von physischen Servern in beliebig viele virtuelle Server aufgeteilt werden, die sich gegenüber den Anwendern wie reale Server verhalten. So ist es zum Beispiel möglich, für eine neue Applikation mit wenigen Mausklicks einen virtuellen Server bereitzustellen, ohne dafür neue Hardware anschaffen zu müssen. HTH verfügte auch über eine ausreichende Anzahl an Vmware-zertifizierten Mitarbeitern mit der nötigen Erfahrung in der technischen Umsetzung von Projekten dieser Größenordnung – schließlich galt es in der ersten Ausbaustufe, die Serverinfrastrukturen von nicht weniger als 16 Klinikrechenzentren zu virtualisieren – und wurde daher mit der Installation und Konfiguration der Virtualisierungssoftware Vmware vSphere 4 beauftragt. Als Pilotimplementierung begann man mit einem kleinen Projekt im Klinikum Baden-Mödling. »Die Tests liefen ein halbes Jahr«, erzählt Hagmann. »Erst als wir uns sicher waren, dass auch sensible Spezialsoftware mit Hochverfügbarkeitsanspruch stabil läuft, begannen wir mit der flächendeckenden Installation.« Die Virtualisierungssoftware wurde Schritt für Schritt in einer Klinik nach der anderen ausgerollt, erinnert sich Stefan Fohringer, Projektleiter auf Seiten von HTH: »Jedes Krankenhaus für sich war für uns ein Projekt von durchschnittlicher Größe, das mit rund drei Manntagen zu bewältigen war. Aber insgesamt ist der Auftrag der NÖ Landeskliniken eine große Sache für uns. Von den ersten Planungen bis zur Umsetzung dauerte es achtzehn Monate.« Die Planung und Ausrollung verlief ohne Probleme, obwohl Fohringer »bei jedem Krankenhaus unterschiedliche IT-Landschaften und Strukturen« vorfand. Die Umstellungen konnten trotzdem ohne unplanmäßige Ausfälle und Stehzeiten bewerkstelligt werden.

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