Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


20.05.2011 Florian Vogler*

Gastkommentar: Lotus Notes und die mobile Welt

Lotus Notes, der Rich Client für IBM Lotus Notes-/Domino-Infrastrukturen, ist als strategisches Element vieler IT-Infrastrukturen weit verbreitet.

Im Zuge von aktuellen Markttrends wie Virtualisierung, Cloud Computing, Social Media und mobilen Applikationen will IBM nun mit neuen Angeboten – beispielsweise IBM Lotuslive, Smart Cloud, Connections oder XPages – punkten. Fraglich ist jedoch, welche Strategie der Konzern bereithält und was das für die zumeist jahrelangen Investitionen der Unternehmen in Lotus Notes bedeutet. Bis heute wurde Lotus Notes schließlich weltweit nicht weniger als 145 Millionen Mal lizenziert. Können (und sollen) die neuen IBM-Angebote bestehende Notes-Client-Infrastrukturen sinnvoll ergänzen? Verunsichert eine fehlende IBM-Strategie im Bereich der Rich Clients die Unternehmen, weil der Browser – wie schon einmal in den 90er-Jahren – das Maß aller Dinge sein soll?

Für den durchgängigen Einsatz Browser-basierender mobiler Businessapplikationen mangelt es bis heute an einer überall verfügbaren Breitband-Infrastruktur sowie leistbarem grenzüberschreitenden Datentransfer (Roaming). Daneben sind viele mobile Anwendungen aber auch zu wenig benutzerfreundlich, weil oft die Abbildung des Business Cases im Vordergrund steht.

Während der Lotus Notes Rich Client eine unzureichende Internetverbindung mittels Replikation und damit Offline-Verwendung von Anwendungen ausgleichen kann, sind mangelnde Investitionen in gutes Design sowie Usability auch bei Lotus-Notes-Anwendungen ein Kritikpunkt. Wie viele Unternehmen künftig immer weniger in ihre Lotus-Notes-Infrastruktur investieren – oder diese sogar transformieren – wird entscheidend davon abhängen, ob IBM zeitnah Investitionen in den Rich Client erkennen lässt. Diese müssten einerseits die seit langem vom Markt erwarteten Verbesserungen mit sich bringen (siehe auch die zehn populärsten Wünsche auf ideajam.net). Andererseits ist es unabdingbar, den Client als zentrale Entwicklungs- und Betriebsplattform für Hybrid-Anwendungen zu positionieren, die serverseitige Virtualisierung, soziale Medien, Browser-Anwendungen und Applikationen für mobile Endgeräte zu bedienen weiß und in ein User Interface – den Lotus Notes Rich Client – integriert.

* Florian Vogler ist CEO/CTO von Panagenda. Das Wiener Unternehmen entwickelt Software für IBM Lotus Notes/Domino.

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