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06.04.2011 Oliver Weiss

Individuelle Anforderungen – eigene Lösung

Der österreichische Feuerwehrfahrzeug-Hersteller Rosenbauer hat mit Hilfe der Entwicklungsplattform UniPaas die Lösung für die Produktionsplanung und Logistik selbst entwickelt. Auch laufende Anpassungen führt das Unternehmen großteils eigenständig durch.

Wenn es irgendwo auf der Welt brennt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Rettung mit einem Rosenbauer-Fahrzeug naht. Die Rosenbauer AG aus Leonding in Oberösterreich gehört mit 590 Euro Millionen Euro Umsatz und über 2.000 Mitarbeitern zu den größten Herstellern von Feuerwehrfahrzeugen weltweit. Und auch was Feuerwehren darüber hinaus an Technik und Ausrüstungen benötigen, erhalten sie bei Rosenbauer. Das Unternehmen liefert aus einer Hand ein komplettes Produktportfolio für die Brandbekämpfung, das bei Bedarf nahtlos technisch integriert wird.

Aus dem Rosenbauer-Angebot entsteht ein sehr spezieller Mix von verschiedenen Geschäftsprozessen: Einerseits ist der Bau von Feuerwehrfahrzeugen eine sehr individuelle Angelegenheit. Andererseits bietet das Unternehmen auch eine ganze Reihe von Standardprodukten an, die ebenso standardisiert gefertigt werden. Als man bereits 1995 auf der Suche nach einer Software für die Produktionsplanung und Logistik war, musste man feststellen, dass es für eine so gespreizte Fertigung keine Lösung auf dem Markt gab: Entweder unterstützten die angebotenen Systeme die Serien- oder die Spezialfertigung, aber nicht beide gleichzeitig. Um nicht zwei verschiedene Applikationen einführen zu müssen, entschieden Management und IT-Abteilung von Rosenbauer, dass man selbst eine Software entwickeln würde.

EIGENE SOFTWARE Mit einem Blick auf die Plattformen, die bei Rosenbauer im Einsatz waren – IBM iSeries als Server, DB2/400 als Datenbank und PC-Clients an den Arbeitsplätzen – entschied sich Rosenbauer, dass als Entwicklungswerkzeug Magic von Magic Software Enterprises eingesetzt werden sollte. Hauptkriterium war damals, dass Magic eines der wenigen Tools war, das die Welten von IBM iSeries und Windows integrieren konnte. Magic-basierende Applikationen waren völlig plattform- und datenbankunabhängig und ließen sich deshalb universell in beliebig heterogenen Umgebungen einsetzen. So konnten die Nutzer direkt von ihren Windows-Clients auf iSeries-Applikationen zugreifen. Zweites alleinstellendes Merkmal von Magic war, dass die Entwicklungsumgebung mit einer codelosen Programmiermethode arbeitete, die das manuelle Codieren eliminierte und damit die Softwareentwicklung bis um den Faktor Zehn beschleunigte – gerade im Vergleich mit den im IBM-Midrange-Server-Bereich eingesetzten Programmiersprachen Cobol und RPG.

Heute, 16 Jahre später, arbeitet Rosenbauer immer noch mit Magic. Allerdings hat sich das Werkzeug zu einer kompletten Applikationsplattform weiterentwickelt und heißt inzwischen UniPaas. Die Migration von der Vorgängerversion Edeveloper auf UniPaas hat Rosenbauer unlängst innerhalb von zwei Wochen umgesetzt. 400 PC arbeiten zurzeit direkt mit der Produktionsplanungs- und Logistik-Software, 150 weitere PC, vor allem in den europäischen Niederlassungen, sind mit Citrix-Terminal-Servern angebunden. Als Plattform dient immer noch eine redundant ausgelegte IBM-i-Server-Umgebung. Als Datenbanken arbeiten DB2/400 und MS SQL in der Gesamtapplikation. Schnittstellen gibt es beispielsweise zu SAP, das in den hochstandardisierten Bereichen wie Finanzen eingesetzt wird.

FLEXIBLE LÖSUNG »Nein, der Erfolg von Rosenbauer ist nicht auf die Magic-basierende Software zurückzuführen – aber die Lösung hat unser Wachstum immer unterstützt und konnte immer schnell an neue Anforderungen angepasst werden, wie sie zwangsläufig in einer so langen Zeit bei einem schnell wachsenden Unternehmen kontinuierlich entstehen«, blickt IT-Leiter Markus Schallaböck zurück, der schon an der Entscheidung für Magic vor 16 Jahren beteiligt war. Rosenbauer profitiert dabei von der Magic-Philosophie, immer die aktuellen Technologien in die neuen Versionen der Applikationsplattform zu integrieren und das codelose Programmierparadigma darauf anzuwenden. So konnte man Web-Applikationen, Web-Services, Service-orientierte Lösungen oder andere sinnvolle Innovationen nutzen, ohne die Magic-Welt zu verlassen oder gar eine neue Programmiermethodik zu lernen.

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