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28.09.2009 Martin Bayer*

Bossie-Awards 2009 - Die beste Open Source Enterprise-Software

Elf Anwendungen haben 2009 einen Bossie für die besten Open-Source-Produkte erhalten, die Palette reicht von Web-2.0-Werkzeugen bis hin zum ERP-System

Während sich Open-Source-Lösungen in Segmenten wie beispielsweise bei den Entwicklungswerkzeugen längst etabliert haben, führte freie Software in anderen Bereichen zum Beispiel unter der Enterprise-Software bis dato ein Schattendasein. Zu mächtig und zu komplex erschienen die großen Suiten von SAP und Oracle, als dass Open-Source-Pendants diesen das Wasser reichen könnten. Dazu kam, dass die Anwender gerade bei unternehmenskritischen Anwendungen für ERP, CRM, BI und ECM doch eher zu etablierten Kaufprodukten griffen und vor dem Experiment mit einer Open-Source-Lösung zurückschreckten.

Doch die Zeiten ändern sich. Mit Blick auf den zunehmenden Kostendruck liebäugelt heute doch der eine oder andere CIO mit einer zum Teil deutlich günstigeren Open Source-Lösung. Außerdem haben die Anbieter freier Software ihre Lektionen gelernt und die Produkte in den vergangenen Jahren mit Hochdruck weiterentwickelt. An Applikationen wie beispielsweise SugarCRM programmieren die Experten bereits seit über fünf Jahren. Entsprechend ausgereift ist mittlerweile die Software. Gerade hinsichtlich des Funktionsumfangs haben die Open-Source-Anwendungen aufgeholt. Aber auch in Sachen Integrierbarkeit und Customizing müssen sich die freien Lösungen nicht mehr verstecken. Und benötigen Anwender doch mehr Features als die Community-Version bietet, greifen sie zur Professional- oder Enterprise-Edition. Die kostet zwar Geld, doch in aller Regel weniger als die großen Softwarepakete der etablierten Anbieter. Außerdem bekommen die Kunden mit den erweiterten Releases auch den für die meisten Anwenderunternehmen erforderlichen Service und Support.

Die besten Open Source-Vertreter in der Kategorie Enterprise Software haben die Experten der href=http://www.Infoworld.com>Infoworld in ihren Testlabors genau unter die Lupe genommen und mit dem Bossie-Award ausgezeichnet. Insgesamt elf Applikationen haben 2009 die begehrte Open-Source-Trophäe erhalten.

ERP: COMPIERE Es muss nicht immer SAP sein. Compiere offeriert den Anwendern ein gut ausgestattetes Softwarepaket, das alle Basisanforderungen in Sachen ERP abdeckt, lautet das Urteil der Infoworld-Jury. Die Software umfasst Funktionen für das Finanzwesen, das Personal-Management, den Einkauf, die Verwaltung von Firmeninventar sowie BPM. Darüber hinaus finden Anwender einfache Tools für CRM sowie das Reporting. Anwender dürften allerdings keine Wunder in Sachen Kunden-Management erwarten. Die Lösung beinhalte zwar Vertriebsfunktionen. Wer jedoch Features wie Forecasting, Partner Relationship Management (PRM) und Zugriff für mobile Endgeräte benötige, müsse auf Speziallösungen wie beispielsweise SugarCRM zurückgreifen.

Die Open-Source-Lösung lässt sich zudem relativ einfach ohne umfangreichen Programmieraufwand an individuelle Anforderungen der Anwenderunternehmen anpassen. Wer weitergehende Funktionen benötigt beispielsweise für die Produktion beziehungsweise das Warehouse-Management, muss sich jedoch für eine der kommerziell vertriebenen Compiere-Editionen entscheiden. Zusätzlich erhalten die Kunden damit einen Web-basierenden Client. Die Community-Edition ist dagegen mit einem Java-Client ausgestattet. Darüber hinaus wird das Open-Source-ERP mittlerweile auch im SaaS-Modus für eine monatliche Mietgebühr pro User angeboten.

COLLABORATION: DIMDIM Das Web-Conferencing-Tool Dimdim haben laut Anbieter bereits über zwei Millionen Anwender für Online-Meetings genutzt. Der Streaming-Media- und Conferencing-Server basiert auf dem Linux-System CentOS und unterstützt alle gängigen Browser wie den Internet Explorer, Firefox und Safari auf allen Windows-, Mac- und Linux-Clients. Nutzer können über das System beispielsweise Powerpoint-Dateien beziehungsweise PDF-Dokumente teilen. Über die kostenfreie Variante können bis zu 20 Personen an Online-Meetings teilnehmen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit virtuelle Klassenräume im World Wide Web einzurichten. Hier können sich bis zu zehn Lehrer mit maximal 50 Studenten zu Vorlesungen und Seminaren im Netz treffen. Das Tool funktioniert Web-basierend und kommt ohne Softwareinstallation aus, hebt die Jury hervor. Lediglich ein Plug-in ist notwendig, um seinen Desktop in die Web-Konferenzen einzubringen.

Wer mehr Teilnehmer über das Web zusammenschalten möchte, kann auf verschiedene kostenpflichtige Editionen zurückgreifen. Für die Varianten Dimdim Pro und Dimdim Webinar verlangt der Anbieter 25 beziehungsweise 75 Dollar pro Monat. Dafür erhalten die Kunden erweiterte Features wie gesicherte Verbindungen, erweiterte Collaboration-Tools sowie Premium Support und können bis zu 1.000 Teilnehmer in den Online-Konferenzen zusammenbringen.

CONTENT MANAGEMENT: DRUPAL Mit Hilfe der CMS-Lösung Drupal können Anwender eine Vielzahl von Inhalten auf Web-Seiten und Intranets publizieren. Das Open-Source-System beinhaltet beispielsweise Tools für den Aufbau und die Pflege von Communities. So lassen sich unter anderem Diskussionsforen und Blogs einrichten. Darüber hinaus können Anwender mit Drupal auch Inhalte wie Newsletter, Podcasts und Bildergalerien effizient steuern und verwalten.

Das frei verfügbare CMS-Werkzeug umfasst eine reiche Palette an Basisfunktionen für das Content-Management und lässt sich außerdem flexibel an die individuellen Anforderungen von Anwenderunternehmen anpassen. Neben dem Management von Inhalten bietet die Software außerdem eine Reihe von Reporting- und Statistikfunktionen. Wer zusätzliche Funktionen benötigt kann auf mittlerweile rund 1.800 Add-on-Module zurückgreifen, von denen ebenfalls viele als Open-Source-Lösung zur Verfügung stehen. Allerdings erfordern die Installation und Konfiguration des CMS etwas Zeit und Aufwand. Gerade die umfangreiche Funktionspalette und die zahlreichen Zusatzmodule von Drupal erfordern eine zielgerichtete Planung des Systems. Allerdings macht gerade die Flexibilität und Reichhaltigkeit das CMS für viele Anwenderunternehmen attraktiv. Mittlerweile basieren schon über 250.000 Sites auf dem Open-Source-System, darunter finden sich große Namen wie beispielsweise Federal Express. Zudem bieten mittlerweile etliche Dienstleister kommerziellen Support rund um Drupal an.

BPM: INTALIO Unter den als Open-Source-Lösung angebotenen BPM-Systemen kann vor allem Intalio überzeugen. Das Tool kann mit seiner umfangreichen Funktionspalette am ehesten auch anspruchsvolle Anwenderunternehmen zufrieden stellen. Die frei verfügbare Community-Version bietet unter anderem eine BPEL-Engine, einen Workflow-Server sowie ein Eclipse-basierendes grafisches Modellierungs-Tool. Allerdings unterstützt die Community-Version lediglich Apache Geronimo als Application Server.

Wer an dieser Stelle mehr Wahlmöglichkeiten benötigt, muss auf die kommerziell vertriebene Intalio-Version zurückgreifen. Anwender erhalten mit der Enterprise Edition darüber hinaus Werkzeuge für die Orchestrierung von Prozessen, Funktionen für das Business Activity Monitoring (BAM), ECM, Clustering und Failover sowie eine Portal-Lösung. Außerdem unterstützt die kostenpflichtige Variante eine breitere Palette an Hardware und Betriebssystemen.

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