SAP drückt sich vor Wartungsfrage Detail - Computerwelt

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07.10.2009 idg/Oliver Weiss

SAP drückt sich vor Wartungsfrage

Auf akute Sorgen, was den Enterprise Support betrifft, ging SAP-Chef Apotheker auf dem Jahreskongress der DSAG kaum ein.

Angesichts der seit Monaten dauernden heftigen Diskussionen zum Thema Supportgebühren wurde die Rede von SAP-Chef Leo Apotheker auf dem Jahreskongress der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) in Bremen mit Spannung erwartet. Zuletzt hatte sich so mancher Kunde wegen der umstrittenen Wartungspolitik die Frage gestellt, welche Rolle SAP bei der eigenen IT-Strategie und bei Investitionsentscheidungen in Zukunft spielen soll. Angesichts der gereizten Gemütslage seiner Kunden bemühte sich Apotheker, die Zuhörer davon zu überzeugen, dass sie in SAP einen verlässlichen Partner an ihrer Seite hätten.

Auf den umstrittenen Enterprise Support ging der SAP-Chef nur am Rande ein. Er verwies lapidar auf dessen Notwendigkeit und den Nutzen bei der Senkung der SAP-Betriebskosten. Die DSAG jedoch fordert optionale Supportmodelle, aus denen die Anwender auswählen können. Die Alternativen seien schon deshalb notwendig, weil viele Kunden die Leistungen des Enterprise Support noch gar nicht in Anspruch nehmen können. Dazu müssten sie beispielsweise den SAP Solution Manager einrichten, Prozesse dokumentieren und Mitarbeiter schulen. Zudem bringt das neue Wartungsangebot wenig, wenn die Firmen noch R/3 fahren. Ein weiteres Anliegen der Kunden: Wenn schon ein teurerer Enterprise Support, dann soll er auch mehr bieten als der alte Standardsupport.

MEHR TRANSPARENZ Mit einem Bekenntnis zu mehr Transparenz sprach Apotheker allerdings durchaus Forderungen der Kunden an. Die wünschen sich klare und vor allem verlässliche Roadmaps etwa bei der Weiterentwicklung von SAP ERP und der Business Suite. Mehr Transparenz wünschen sich die Kunden auch bei Preis- und Lizenzmodellen. Da diese sich oft und unerwartet ändern und damit Mehrkosten verursachen können, soll SAP jährlich über Änderungen Bericht erstatten.

Außerdem wollen die Anwender gewährleistet wissen, dass SAP ihre Business-Intelligence-Investitionen (BI) berücksichtigt, wenn SAP-BI-Komponenten durch Business-Objects-Produkte ersetzt werden. Die DSAG wies darauf hin, dass SAP-Konkurrenten aus dem BI-Umfeld die Unsicherheit ausnutzen und ihrerseits BI- beziehungsweise Performance-Management-Produkte anbieten, die durchaus ähnliche Merkmale aufweisen wie die Business-Objects-Lösungen. SAP müsse Argumente liefern und die Integration der eigenen BI-Lösungen in ERP-Umgebungen erleichtern. Zudem fordern die Kunden eine einheitliche Softwarewartung über alle ERP- und BI-Komponenten hinweg, und nicht zuletzt sollte es den SAP-Kunden auch in Sachen Lizenzen Vorteile bringen, sich für BI von SAP zu entscheiden.

Speziell für den Mittelstand hat SAP ein Einsteigerpaket für BI-Lösungen zum Festpreis aufgelegt. Für bis zu hundert User lassen sich so BI-Funktionen einrichten, wobei bestehende Info-User-Lizenzen von SAP genutzt werden können. Entwickler-Lizenzen müssen die Firmen hingegen erwerben. Hier reagiert SAP nicht zuletzt auf andere BI-Anbieter, darunter IBM/Cognos und SAS. Beide hatten unlängst BI-Pakete speziell für mittelständische Firmen aufgelegt. Diese Unternehmen haben zwar Bedarf an Reporting sowie an Datenanalyse und Prognoseverfahren zur Unternehmenssteuerung und Risikoabschätzung. Allerdings sind ihnen die auf große Unternehmen zugeschnittenen Lösungen meist zu teuer und zu komplex.

In mancher Hinsicht haben SAP-Kunden und der Softwareanbieter offenbar unterschiedliche Wahrnehmungen. Beispielsweise hob Apotheker die Bedeutung einer hochintegrierten, SOA-fähigen Business Suite als Grundlage für ein effizienteres Risiko-Management hervor. Waldemar Metz, im DSAG-Vorstand für die Business Suite zuständig, muss jedoch feststellen, dass besagte Suite noch nicht SOA-fähig ist. Die Komponenten des Programmpakets (darunter ERP, CRM, SCM, SRM und PLM) seien noch nicht entsprechend aufeinander abgestimmt. Zum Beispiel gebe es verschiedene Preisfindungssysteme innerhalb der Suite, die noch dazu mal mit Abap, mal mit Java programmiert wurden. Eine tatsächlich modulare Softwareumgebung würde für diese Aufgaben eine einheitliche Komponente bereitstellen. Zudem weist die Suite unterschiedliche Bedienoberflächen auf und ist den Anwendern zu komplex.

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