Software für Banken - Zehn Core-Banking-Systeme im Vergleich Detail - Computerwelt

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14.11.2009 Franz Nees*, Andrea Wirth*

Software für Banken - Zehn Core-Banking-Systeme im Vergleich

Eine Studie vergleicht die Systeme von CSC, Fiducia, Kordoba, Pass, SAP, B+S, Alldata, Misys, EFDIS und Bavaria.

Bankensoftware ist ein schwieriges Thema. Wer früh investiert hat, hat heute mit überalterten Infrastrukturen zu kämpfen, die immer wieder punktuell angepasst und erweitert, aber nie grundsätzlich neu ausgerichtet wurden. Neue architektonische Ansätze wie Service-orientierte Architekturen regen dazu an, die eingesetzte Software zu hinterfragen und langfristig auszurichten.

Fusionen und Übernahmen unter den Softwarehäusern tragen ebenfalls dazu bei, dass sich Banken über ihre Software Gedanken machen. Umbrüche gibt es aber auch bei den Banken und Sparkassen selbst. Sogar für die Sparkassen könnten sich in absehbarer Zeit die Eigentümerstrukturen verändern.

WELCHE SOFTWARE NUTZEN DIE BANKEN? Während große Banken in ihren Kernbereichen überwiegend auf eigenentwickelte Individualsoftware setzen und nur für spezielle Themen auf Standardprodukte zurückgreifen, setzen kleine und mittlere Banken auch für das Kerngeschäft auf Software von kommerziellen Softwarehäusern (Core-Banking-Systeme). Es fragt sich, ob es nicht zukünftig zu einer Emanzipation der Banken von ihren Softwarelieferanten kommt.

DEFINITIONEN: WORAUS BESTEHT EIN CORE-BANKING-SYSTEM? Der Begriff Core-Banking-System wird nicht einheitlich gebraucht. Im Wesentlichen gibt es zwei Begriffsverwendungen: Eine Interpretation des Begriffs versteht darunter ein umfassendes Bankensystem, das prinzipiell alle Produkte, Vertriebskanäle sowie die Berichts- und Steuerungsmodule umfasst.

Andere verstehen unter einem Core-Banking-System dagegen nur den klassischen Produktbereich von Zahlungsverkehr und Aktiv-Passiv-Geschäft sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Berichte und eine Basisunterstützung für die Vertriebswege. Der vorliegende Beitrag folgt der ersten Definition.

ENTSCHEIDUNGSHILFEN FÜR BANKEN Der Markt für Core-Banking-Systeme ist nicht sehr transparent. Das wäre für den Käufer aber wünschenswert, denn der bindet sich durch den Erwerb einer Lösung langfristig an den Hersteller. Hier setzt die vorliegende Studie an, die den Status quo im Markt für Core-Banking-Systeme erhebt. Schwerpunkte sind sowohl funktionale Ausprägungen als auch architektonische Strukturen der Systeme. Die Ermittlung von Stärken und Schwächen der angebotenen Software soll Banken bei der Auswahl helfen. Gleichzeitig ergeben sich für die Hersteller damit Ansatzpunkte, wie sie ihre Software verbessern können. Zudem geht es der Studie um Prognosen der weiteren Marktentwicklung.

BEWERTUNG DER CORE-BANKING-SYSTEME Insbesondere in der Gesamtbewertung werden die Produkte an einer möglichst vollständigen Abdeckung des Bankgeschäfts gemessen. Dazu wurde über einen strukturierten Fragebogen erhoben, wie die Hersteller selbst ihre Systeme einschätzen.

Ausgewertet wurden auch Aussagen von Referenzkunden. Den Autoren ist bewusst, dass nicht alle Anwender eine funktional umfassende Lösung aus einer Hand suchen. Für die Interessenten, die sich an der zweiten Interpretation des Core-Banking-Begriffs orientieren wollen, werden in der Studie für jedes Produkt sowohl die Abdeckungsgrade der Software gemessen an einer hundertprozentigen Lösung als auch eine zusätzliche Bewertung auf Basis der tatsächlich realisierten Module angegeben. Diese Bewertungen sind dann aber nicht mehr zwischen den verschiedenen Herstellern vergleichbar, da sie auf unterschiedlichen Funktionsumfängen basieren. In der Langfassung der Studie werden ferner im Detail die Leistungen der Produkte analysiert und dokumentiert. So findet der Leser auf jeden Fall die passenden Auskünfte, egal wie er den Core-Banking-Begriff versteht.

REALISIERUNGSGRAD MIT UND OHNE ANPASSUNG Die Studie vergleicht die Produkte der Softwarehersteller anhand aller Anforderungen im Core-Banking. Das ist die höchste Verdichtung, mit der sicher ein Verlust an Differenzierung einhergeht. Heraus kommt dabei aber jeweils eine Kennzahl, die einen schnellen Vergleich zwischen allen Anbietern ermöglicht. Getroffen wird eine Aussage, in welchem Grad das jeweilige System die Kundenanforderungen ohne Anpassungen, also mit dem Standardlieferumfang, abdeckt, und in welchem Grad das mit Anpassungen geschieht, also zum Beispiel durch Erweiterungen seitens der Anwender, durch Drittprodukte oder Prozess-Outsourcing.

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