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18.02.2010 Gary Calcott*

Eine Frage der Reaktionsfähigkeit

Event Processing ermöglicht Unternehmen, zeitnah auf Chancen und Risiken im Businessumfeld einzugehen. Wer zehn Grundregeln beachtet, hat gute Aussichten auf Erfolg.

Automatisch ablaufende Geschäftsprozesse sind das Ideal. Die Realität sieht anders aus. Ein Beispiel dafür liefert die Auftragsfertigung im Anlagen-, Automobil- oder Maschinenbau. In internen und unternehmensübergreifen­den Supply-Chain-Netzwerken treten immer wieder unerwartete Ereignisse und Ausnahmesituationen ein. Bei den Herstellern von Vorprodukten, System- und Technologielieferanten, aber auch bei Logistikdienstleistern kommt es zu Abweichungen in den geplanten Workflows. Erfahrungswerte aus verschiedenen Branchen gehen davon aus, dass in unternehmensübergreifenden Supply-Chain-Netzwerken zwischen zehn und 15 Prozent der Abläufe zu Problemen führen. Das gilt auch für Energieversorger und Telekommunikationsfirmen, die ebenfalls mit einer Vielzahl von Lieferanten und Dienstleistern zusammenarbeiten.

Um Probleme möglichst frühzeitig erkennen und beheben zu können, benötigen Unternehmen in einem ersten Schritt eine vollständige Sicht auf unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse: Das reicht bei der Auftragsfertigung von der Bestellung bis zur Auslieferung des fertigen Produkts. Notwendig dazu ist es, die Details aktuell ablaufender Geschäftsprozesse in Echtzeit zu beobachten und zu überwachen. Hier geht es beispielsweise um Indikatoren wie Durchlaufzeiten, Warenbestände, Lieferzeiten oder Reklamationsquoten. Kommt es zu Fehlern und unerwarteten Ereignissen, werden sofortige Eingriffe in die Geschäftsprozesse notwendig.

VORBILD HANDELSSYSTEME Vorbild dafür sind Handelssysteme bei Banken. Der Einsatz von Complex-Event-Processing (CEP)-Technologien (wie sie Progress Apama bietet), ermöglicht hier Wertpapierhändlern in Echtzeit sehr große Datenströme zu analysieren, die Wirksamkeit ihrer Handelsstrategien zu beurteilen und bei Bedarf ihre Kauf- und Verkaufsstrategien sofort anzupassen. Dazu müssen zu Beginn bestimmte Ereignismuster definiert werden, nach denen in den Datenströmen gesucht wird.

Bei solchen Mustern handelt es sich um temporäre, logische oder inhaltliche Beziehungen zwischen einzelnen Ereignissen. Ein einfaches Beispiel: Beobachte den Kursverlauf der Aktie XY an der Börse. Wenn der Kurs 50 Euro erreicht und innerhalb von 30 Sekunden um mindestens drei Prozent steigt, löse eine Verkaufsorder für tausend Aktien des Unternehmens aus. Diesem Vorgehen liegt das Modell einer Ereignis-orientierten Architektur (EDA = Event Driven Architecture) zugrunde. In Echtzeit werden Datenströme erfasst, analysiert, korreliert und bewertet. Die Datenströme setzen sich aus einer Vielzahl von Ereignissen (Events) zusammen, die aus unterschiedlichsten Quellen stammen können.

Die CEP-Technologie lässt sich in einer Vielzahl weiterer Gebiete und Branchen wie Energieversorger, Transportlogistik oder Telekommunikation einsetzen. Hier werden Geschäftsereignisse analysiert und daher ist in dem Zusammenhang der Begriff Business Event Processing (BEP) besser geeignet.

Wenn hier von Ereignissen die Rede ist, geht es immer darum, ob ein erwarteter Event eintritt oder ausbleibt und welche Folgen das hat. Im einfachsten Fall ist ein Business Event eine Statusänderung, bei der die Realität von den Erwartungen abweicht. Wie aber erfährt der für einen Geschäftsprozess Verantwortliche, dass das (unerwartete) Ereignis eintritt? Wie muss er darauf reagieren? Definiert wird die Erwartung in einem Modell, einem Muster oder auch einem Plan. Unterscheiden lassen sich drei Arten von Events: erstens erwartete Ereignisse, zweitens mögliches, abweichendes Verhalten (Lieferung kommt zu spät) und drittens unvorhersehbare Ereignisse.

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