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17.03.2010 Oliver Weiss

Multilinguales Informationsmanagement

Damit die komplette Dokumentation rechtzeitig zur Auslieferung in der jeweiligen Landessprache vorliegt, managt der Maschinen-Hersteller Klingelnberg die Informationen mithilfe von Software des Anbieters SDL.

Die Klingelnberg-Gruppe ist der weltweit führende Hersteller von Maschinen für die mechanische Bearbeitung von spiralverzahnten Kegelrädern. Eingesetzt werden sie vorwiegend in der Automobilindustrie, aber auch im Nutzfahrzeug- und Traktorenbau, im Flugzeugbau, in der Elektrobranche, im Schiffbau und anderen Bereichen. Das Familienunternehmen, das in siebter Generation von Jan Klingelnberg geführt wird, fertigt seine Maschinen in Zürich, Hückeswagen und Ettlingen. Vermarktet werden sie über ein weltweites Service- und Vertriebsnetz. Dazu gehören nicht nur Fräsmaschinen, sondern beispielsweise auch Maschinen für das Schleifen, Polieren, Prüfen und Vermessen der Kegelräder.

Im Prinzip handelt es sich um Standardprodukte, die zum Teil aber noch kundenspezifisch angepasst werden müssen. Das hat zum einen Auswirkungen auf die Steuerungen und Bedieneroberflächen der Maschinen, die Klingelnberg selber programmiert, aber natürlich auch auf die Zusammenstellung der technischen Dokumentation. Damit die komplette Dokumentation rechtzeitig zur Auslieferung in der jeweiligen Landessprache vorliegt, managt Klingelnberg die Informationen mithilfe von Software des Anbieters SDL.

Die Anforderungen an die technische Dokumentation sind in den letzten Jahren unter anderem aufgrund der strengeren gesetzlichen Auflagen gestiegen, wie Pascal Kesselmark, Leiter der technischen Dokumentation bei Klingelnberg betont: "Durch die neue Maschinenrichtlinie hat der Umfang der technischen Dokumentation zugenommen. Früher hatte man eher mal den Mut zur Lücke, aber gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten halten die Kunden gerne einen Teil des Kaufpreises zurück, wenn die Dokumentation nicht richtlinienkonform ist oder verspätet geliefert wird." Vertragsstrafen von zehn Prozent sind im Maschinen- und Anlagenbau keine Seltenheit, was je nach Maschine mehrere Hunderttausend Euro bedeuten kann.

Mit dem Umfang der technischen Dokumentation steigt das Übersetzungsaufkommen, jedenfalls wenn Maschinen ins nichtdeutschsprachige Ausland geliefert werden, was bei der derzeitigen Wirtschaftslage eher die Regel denn die Ausnahme ist. "Die ausländischen Kunden werden anspruchsvoller und wollen heute alles von A bis Z übersetzt haben", sagt Kesselmark. Früher hat man den Programmiercode der Maschinensteuerung oder die Ersatzteillisten vielleicht nur auf Englisch dokumentiert – heute müssen sie in der Landesprache ausgeliefert werden.

Die technischen Redakteure lassen die bis zu 500 Seiten dicken Handbücher für die Maschinen grundsätzlich extern übersetzen und arbeiten dabei je nach Zielsprache mit einem LSP (Language Service Provider - Sprachdienstleister) oder verschiedenen Freiberuflern zusammen. Diese übersetzen für Klingelnberg nicht nur die technische Dokumentation, sondern auch Vertriebsund Marketingunterlagen, Vertragsdokumente oder E-Mails. Das Unternehmen hat keine internen Übersetzer. Es gibt jedoch in der technischen Dokumentation eine Mitarbeiterin, die sich um die Koordination der Übersetzungsprojekte kümmert. Eine weitere Kollegin pflegt die Terminologie-Datenbank, die für die Übersetzungen wichtige Informationen enthält.

Um die Abwicklung von Übersetzungsprojekten effizienter zu gestalten, wechselte Klingelnberg vor ca. zweieinhalb Jahren von der SDL-Lösung auf das Translation Management System (TMS) eines anderen Softwarehauses. "Das Gras auf der anderen Seite des Zaunes ist immer grüner2, kommentiert Kesselmark den Schritt und erklärt warum man besser bei der Lösung von SDL Language Technologies geblieben wäre: "Die Software war zwar auf den ersten Blick kostengünstiger, aber hinterher kostete uns jede Kleinigkeit extra: Um unsere Sprachdienstleister über sichere VPN-Verbindung anbinden zu können, musste ich erst ein Plugin anschaffen und weil es dann immer noch nicht funktionierte ein weiteres Zusatztool für den Proxyserver."

Als der Hersteller für den unternehmensweiten Zugriff auf die Terminologie-Datenbank nochmals einen fünfstelligen Betrag kassieren wollte, zog Klingelnberg die Notbremse und wechselte das System. Stattdessen führte man Anfang 2009 die SDL-Lösung bestehend aus Translation Memory, Workflowmanagement und Terminologie-Datenbank ein. Nur zwei Tage dauerte es, die Software auf dem Server im neuen Rechenzentrum am Klingelnberg-Standort zu installieren, dann war sie unternehmensweit einsatzbereit. "Nach einem Leidensweg von über einem Jahr mit der vorherigen Lösung war ich begeistert über die professionelle und kurzfristige SDL-Implementierung", sagt Kesselmark.

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