Oliver Schwartz, Netviewer: "Green IT und Klimaschutz fördern das Interesse" Detail - Computerwelt

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18.03.2010 Rudolf Felser

Oliver Schwartz, Netviewer: "Green IT und Klimaschutz fördern das Interesse"

Daniel Holzinger, Vice President Conferences sowie seit April 2007 für die Netviewer-Geschäfte in Österreich verantwortlich, und Oliver Schwartz, Leiter der Unternehmenskommunikation von Netviewer, im Gespräch mit Computerwelt.at

Die Web-Collaboration- und Online-Support-Lösung Netviewer kann mit einem sehr kompletten Funktionsumfang sowie guter Usability punkten. Der gleichnamige Hersteller hat kürzlich auf der Cebit offiziell die Version 6 seiner Software präsentiert (siehe auch "Netviewer stellt Version 6 offiziell vor"), die mittlerweile auch via Browser läuft und eine Installation dadurch nicht mehr zwingend erfordert. Die Applikation läuft über die Server des Unternehmens, kann aber auch im eigenen Rechenzentrum installiert werden.

Daniel Holzinger, Vice President Conferences sowie seit April 2007 für die Geschäfte in Österreich verantwortlich, und Oliver Schwartz (Bild), Leiter der Unternehmenskommunikation von Netviewer, erläutern im Gespräch mit Computerwelt.at die Vorteile der neuen Version, sprechen über den Einfluss der Wirtschaftskrise auf den Markt für Web-Collaboration und erklären die Gründe für die Integration ihres Services in Social Networks wie Xing oder MeinVZ (siehe auch "Online-Konferenz in StudiVZ").

Computerwelt: Was ist neu in der Version 6 von Netviewer? Oliver Schwartz: Man merkt kaum einen optischen Unterschied zur Vorgängerversion. Das Augenscheinlichste ist eine neun- statt sechststellige Sitzungsnummer (Anm.: Die Sitzungsnummer wird benötigt, um die Teilnehmer eines Meetings miteinander zu verbinden). Außerdem wurde die Verschlüsselung auf 256 AES verdoppelt. Das Entscheidende ist aber, dass wir eine komplett neue Plattform darunter gelegt haben, beide – die alte und die neue – laufen parallel weiter. Mit der neuen Plattform werden wir in den nächsten Releases deutliche Verbesserungen, was Latenzen und die Audio- sowie Video-Codierung angeht, bieten können.

Sind die Latenzen ein Problem? Oliver Schwartz: Meistens wird Netviewer national genutzt, da fallen Latenzen nicht so ins Gewicht. Aber wenn Sie eine Konferenz mit Teilnehmern von verschiedenen Kontinenten starten, beispielsweise aus Europa, USA und Afrika, schon. Die Übertragungen laufen dann teilweise über Unterseekabel oder Satellitenverbindungen. Diese Latenzen müssen wir ausgleichen. Wir haben hier in den letzten Monaten viel Energie investiert. In den nächsten zwei bis drei Zwischen-Releaseschritten innerhalb der nächsten Monate werden wir Netviewer deutlich optimieren, um auch bei diesen Szenarien kaum Latenzen sowie eine bessere Video- und Audio-Qualität bieten zu können. Wobei wir natürlich keine Videokonferenz- sondern eine Webkonferenz-Lösung anbieten. Aber die Anforderungen des Marktes ändern sich.

Vertrauen Sie auf vorhandene Codecs oder entwickelt Netviewer eigene Algorithmen? Oliver Schwartz: Wir erfinden nicht das Rad neu. Sehr gute Codecs werden optimiert und angepasst. Historisch gesehen hat Netviewer durchaus auch proprietäre, eigenentwickelte Codecs verwendet. Bei der Optimierung legen wir jetzt aber immer Standards zugrunde und holen mit unserer Erfahrung das Letzte raus.

Wie sieht es eigentlich mit der Unterstützung von Mac und Linux aus? Oliver Schwartz: Wir haben unsere Mac-Strategie aktualisiert und entwickeln jetzt auf einer gemeinsamen Basis weiter – ab Sommer haben wir einen gemeinsamen Release-Stand. Die Entwicklungen laufen dann parallel. Apple hat es geschafft in vielen Ländern wieder ins Office zurückzufinden. Der Mac-User ist definitv affin für visuelle Kommunikation. Linux ist am Desktop bislang kein Thema.

Hatten die Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Sparwille Einfluss auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens? Oliver Schwartz: Es war ein komplettes Schwarz/Weiss-Szenario. Es gab Unternehmen, die in der Krise nicht einmal den Spielraum hatten auf kostensenkende Technologien umzusteigen. Insgesamt spüren wir aber deutlich höheres Interesse. Ein zweiter wichtiger Aspekt: Green IT. Unternehmen sehen das als Verpflichtung an. Bei Verhandlungen wird oft mehr über Green IT und Klimaschutz gesprochen als über andere Themen. Auch das fördert das Interesse an unserer Technologie. Das sind zwei ganz wichtige Faktoren die Einfluss darauf haben, dass Web-Collaboration in Europa 2010 stark anzieht.

Können Sie Kundenbeispiele zum Thema Kosteneinsparungen nennen? Daniel Holzinger: Aus österreichischer Sicht haben wir Kunden die extrem viel einsparen. Aber die wenigsten wollen diese Zahlen kommunizieren. Die Plausibilitätsrechnung führt sich ad absurdum, weil schon bei einem Meeting die Lizenzkosten eingespart werden. Die Erste Bank Österreich beispielsweise nutzt Netviewer im Onlinebanking-Support. Dadurch wurden 50 Prozent der unproduktiven Außeneinsätze eingespart. Die Mitarbeiter können mehrere Termine am Tag durchführen und auch die Kunden haben dadurch Vorteile.

Ihre Software wurde in die Social Networks der VZnet-Gruppe sowie in Xing integriert. Gibt es auch Pläne für andere Social Networks, etwa Facebook? Oliver Schwartz: Durch unsere umfassende Kooperation mit VZnet für den deutschen Sprachraum ist das kein Thema, auch wenn wir uns generell nicht in der Rolle der Exklusivität sehen. Facebook hat einen bunten Usermix vom Schüler bis zum Rentner. Das ist sicher Teil der Erfolgsgeschichte. Da wir gezielt Studenten adressieren wollten ist VZnet im deutschsprachigen Raum ein sehr guter Partner. Das Thema Integration betreiben wir aber aktiv weiter, auch wenn es nicht darum gehen kann, überall dabei zu sein – sondern dort, wo es Nutzen für den Kunden bringt. Die Xing-Integration kommt bei unseren Kunden gut an.

Netviewer ist bereits eine sehr komplette Lösung. Ist es trotzdem geplant, den Funktionsumfang noch zu erweitern? Oliver Schwartz: Natürlich will man das nicht ausschließen, aber der Schwerpunkt liegt nicht auf werweiterung des Funktionsumfangs sondern auf der Verbesserung von Usability und Codecs sowie auf der Integration in andere Applikationen. Daniel Holzinger: Die Kunden bestimmen stark unsere Entwicklungen. Gute Ideen werden gerne aufgegriffen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Rudolf N. Felser.

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