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24.03.2010 Edmund E. Lindau

E-Health-Projekte kommen langsam in Fahrt

Nach jahrelangen Verzögerungen und ebenso langen Verhandlungen und Taktierereien zwischen allen Beteiligten nehmen dieses Jahr die ersten E-Health-Projekte die Fahrt auf.

»ELGA lebt«, stellte Clemens Auer, verantwortlicher Sektionsleiter im Gesundheitsministerium, vergangene Woche auf einer von Conect veranstalteten Expertentagung klar. Die E-Medikation, bei der von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken ausgegebene Medikamente elektronisch erfasst werden, sei dabei nur die erste Applikation, die im Rahmen des heimischen E-Health-Projektes umgesetzt werden soll.

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) will sich Österreich in Sachen E-Health als europäisches Musterland präsentieren. Doch obwohl Experten in der Entwicklung neuer medizinischer Informationssysteme zahlreiche klare Vorteile sehen, schreitet ihre Realisierung nur schleichend voran. Mit der kürzlich erzielten politischen Einigung zur sogenannten E-Medikation, die zunächst in Wien, Salzburg und Tirol erprobt werden soll, kommt nun neue Dynamik in den Umsetzungsprozess.

Die Vorteile der elektronischen Gesundheitsakte seien vielseitig so Auer: »ELGA ist ein klassisches Instrument zur Vernetzung, mit dessen Hilfe Verbesserungen in Diagnostik und Therapie erreichbar werden«. Den verbindenden Aspekt des Systems streicht auch Susanne Herbek, Geschäftsführerin der seit Jänner dieses Jahres operativen ELGA GmbH, hervor – sie betont aber auch gleichzeitig, dass es in diesem Zusammenhang immer noch sehr große Berührungsängste sowohl bei Patienten, als auch bei Gesundheitsdiensteanbietern gibt.

»Der Begriff ELGA ist von vielen Mystifikationen umgeben. An konkretem Wissen und dessen Verbreitung fehlt es aber«, kritisiert Herbek. Neben der Schaffung von geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Umsetzung sei deshalb vor allem eine umfassende öffentliche Aufklärung zum Thema – insbesondere zu Fragen der Finanzierung und des Datenschutzes – dringend notwendig.

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