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21.04.2010 Oliver Weiss

Hochverfügbarkeit für Linux

Um die Kompetenz im Bereich Hochverfügbarkeit weiter auszubauen, hat sich der Open-Source-Anbieter Linbit nun entschlossen, den quelloffenen Clustermanager Heartbeat weiterzuentwickeln.

Hochverfügbarkeitscluster sind im Alltag der IT mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Eine unverzichtbare Komponente eines typischen Hochverfügbarkeitsszenarios ist dabei der Clustermanager. Dieser läuft auf allen Knoten des Clusters und sorgt dafür, dass diese sich gegenseitig überwachen und dass alle Dienste laufen, die laufen sollen. Typischerweise besteht ein Clustermanager aus zwei Komponenten, nämlich einerseits aus der Kommunikationsschicht (Cluster Communication Manager – CCM), die die Kommunikation der Clusterknoten miteinander übernimmt und andererseits aus der Anwendungsschicht, die die Steuerung der einzelnen Dienste kontrolliert (Cluster Ressource Manager – CRM).

Heartbeat 2 vereint beide Komponenten unter einer Oberfläche und war über Jahre hinweg eine Standardlösung für Cluster-Management unter Linux. Unter Führung von Novell wurde der Cluster Resource Manager von Heartbeat 2 zum mittlerweile weitverbreiteten Pacemaker weiterentwickelt, der als Kommunikationsschicht entweder den Heartbeat-2-CCM oder das neue Corosync verwenden kann. Corosync ist allerdings laut den Experten des auf Hochverfügbarkeit spezialisierten Wiener Open-Source-Anbieters Linbit eine recht moderne Entwicklung und im Enterprise-Einsatz noch nicht hinreichend erprobt.

Aus diesem Grund hat Linbit nun die Pflege des vormals verwaisten Heartbeat-2-CCM übernommen und wird sich in Zukunft darum kümmern, dass Fehlerkorrekturen Einzug in den Heartbeat-Quellcode halten. Linbit schafft somit für alle, die Corosync aus Gründen der mangelnden Stabilität noch nicht einsetzen wollen, die Möglichkeit, auch weiterhin auf den erprobten Heartbeat-Code zu setzen. Die Anfang Februar veröffentlichte Version 3.0.2 von Heartbeat war das erste offizielle Release seit zwei Jahren und hat somit eine lange Entwicklungspause offiziell beendet.

KEIN ZWANG Linbit-Chefentwickler Lars Ellenberg hofft, dass Linbit durch die Adoption von Heartbeat vielen Administratoren den mehr oder weniger erzwungenen Umstieg auf Corosync zumindest vorerst erspart: »Im alltäglichen Praxiseinsatz bewährt sich Heartbeat trotz des hohen Alters der Codebasis gegenüber Corosync noch immer ausgezeichnet. Wichtige Features wie redundante Checks über mehrere Kommunikationspfade zwischen einzelnen Clusterknoten fehlen Corosync bis heute und auch in Sachen Stabilität haben die Corosync-Entwickler immer noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen«, sagt Ellenberg.

Hinzu kommt laut dem Chefentwickler von Linbit, dass sich ein Update von Heartbeat 2.1.4 auf Pacemaker mit Heartbeat 3 wesentlich angenehmer gestaltet, als ein Update direkt auf Pacemaker mit Corosync. »Das kontrollierte Beenden von Heartbeat 2.1.4 auf beiden Clusterknoten und das Starten von Heartbeat 3 und Pacemaker genügt – schon kommen Admins in den Genuss eines aktuellen Clustermanagers«, erklärt Ellenberg.

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