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Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


21.04.2010 Edmund E. Lindau

Enorme Sparpotenziale

Österreichische Unternehmen setzen sich kaum mit dem Thema "digitale Signatur" auseinander. Dabei birgt der Einsatz ein enormes Sparpotenzial. Die Wirtschaftskammer spricht von 600 Millionen Euro.

Das Thema E-Rechnung sorgt in Österreich nach wie vor für Diskussionsstoff. Am E-Day in der WKO zeigten sich beim Thema »E-Rechnung auf Erfolgskurs in Österreich und Europa« in der Diskussion noch große Hürden und Ungereimtheiten, die das Thema begleiten. Stein des Anstoßes in der Frage um eine erfolgreiche Durchsetzung der elektronischen Rechnung ist nach wie vor die digitale Signatur.

Während sich europaweit der Trend zu einer einheitlichen Lösung mit digitaler Signatur entwickelt – wie auch Bruno Koch, CEO von Billentis bestätigt – schlägt Österreich den Gegenkurs ein. Laut einer WKO-Umfrage sind sich zwei Drittel der österreichischen Unternehmen gar nicht über die verpflichtende Signatur bewusst, ohne die ein Vorsteuerabzug vor dem Finanzamt gar nicht möglich ist. »Daher fordern wir seit Jahren die Gleichstellung von Papier- und elektronischer Rechnung und die Aufgabe der verpflichtenden Signatur«, so Gerhard Laga, Leiter des E-Center der Wirtschaftskammer. Durch die derzeit geltende Vorschrift entstünden Unsicherheiten sowohl über die Akzeptanz in der EU als auch bezüglich der Mehrwertsteuer in Österreich.

In Europa wurden 2009 von rund 1,6 Millionen Unternehmen und Organisationen etwa 1,6 Milliarden elektronische Rechnungen gesetzeskonform benutzt. Doch nach wie vor liegt die Marktdurchdringung europaweit erst zwischen sechs und zehn Prozent, so CEO Bruno Koch. Derzeit halte man bei einem Gesamt-Rechnungsvolumen von 30 Milliarden in Europa, wovon 26,5 Milliarden noch immer auf Papier entfallen.

Entscheidender Punkt für das Versenden der E-Rechnung ist die digitale Signatur, ohne die eine elektronische Rechnung in den meisten Ländern nicht gesetzeskonform ist – so auch in Österreich. »Derzeit werden etwa zwei Milliarden E-Rechnungen nicht gesetzeskonform ausgetauscht«, so Koch, der auch auf staatliche Vorgaben pocht und eine »freiwillige Umsetzung« für wenig erfolgversprechend hält.

In Österreich hofft man auf eine EU-weite Änderung und Abkehr von der Signaturanforderung. »Ein völlig falsches Signal durch Bund und Wirtschaftskammer«, kritisiert Michael Butz, Geschäftsführer von A-Trust. Denn die digitale Signatur und eine einheitliche, vereinfachte Lösung für ganz Europa seien für den Erfolg der E-Rechnung unabdingbar. »Hier wird seitens der Politik mit zweierlei Maß gemessen. Während man beim E-Government auf die Bürgerkarte setzt, die Dinge vereinfachen kann, wird auf der anderen Seite auf die Wirtschaft vergessen.« Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) signalisiere den Unternehmen derzeit, sich gegen den EU-Trend in einen Bereich zu stellen, wo nicht-gesetzeskonforme E-Rechnungen – also ohne Signatur – ausgetauscht werden. »Es geht hier nicht darum, eine Rechnung zu unterschreiben. Es geht um die Sicherstellung einer Übertragung von A nach B«, so Butz.

Mittlerweile probt auch der Bund die Umsetzung der E-Rechnung. Diese kann via Authentifizierung bei Finanzonline (FON) eingebracht werden. Der rechtliche Rahmen sei nicht ganz einfach, so auch Christian Ihle vom BMF. »Im B2B-Bereich werden nur signierte Rechnungen angenommen, weshalb dieser vorerst auch nicht unterstützt wird.« Durch die Anmeldung über Finanzonline sei eine Signatur aber nicht erforderlich, da der Einbringer sich darüber schon gesichert identifiziere.

Laut den Ergebnissen einer von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Auftrag gegebenen Umfrage weiß nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen, dass elektronisch übermittelte Rechnungen für den Vorsteuerabzug digital signiert werden müssen. Dies kann unter anderem zu erheblichen Verlusten für die betroffenen Unternehmen führen. Der Einsatz der E-Rechnung würde laut WKÖ ein Einsparungspotenzial von rund 600 Millionen Euro liefern. Während die Kosten einer Papierrechnung bei etwa drei bis sechs Euro liegen, belaufen sich jene einer E-Rechnung durchschnittlich auf 30 bis 50 Cent. Erste Effekte würden bereits bei einem E-Rechnungsanteil von fünf Prozent aller Rechnungen eintreten. Vor allem Rechnungsempfänger hätten großes Einsparungspotenzial.

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