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21.04.2010 apa/Thomas Mach

A-Trust fordert verpflichtende Bürgerkarten-Verwendung

Nach wie vor ist die digitale Signatur – vor allem bei den Bürgern – noch längst nicht so verbreitet wie ursprünglich erhofft. A-Trust hat daher die mobile Signatur zum Hoffnungsträger erklärt.

Das Auf und Ab rund um die Signaturgesellschaft A-Trust scheint sich zu beruhigen. So hat das Unternehmen im Vorjahr erstmals seit den finanziellen Turbulenzen im Jahr 2006 wieder eine schwarze Null erreicht. »A-Trust ist saniert und nicht mehr wegzudenken. Wir leben mittlerweile auch nicht mehr von den Zuschüssen der Eigentümer«, erklärt Geschäftsführer Michael Butz.

Vor vier Jahren stand das Unternehmen mit sechs Millionen Euro Schulden auf der Kippe, mittlerweile wurden die Schulden aber abgebaut. »Außerdem wurde der Umsatz seither nahezu verdreifacht und die Mitarbeiterzahl auf 16 halbiert«, sagt Butz. Zeit also, die eigentliche Zielsetzung wieder zu verfolgen. So kann sich Butz zum Beispiel eine Bürgerkarten-Pflicht nach dem Vorbild der E-Card vorstellen. Zusätzlichen Schwung erwartet der A-Trust-Geschäftsführer durch das neue Angebot der mobilen Signatur.

ENORMER ERKLÄRUNGSBEDARF Bei den Eigentümern hat es unterdessen – »aufgrund unterschiedlicher Sichtweisen« – Änderungen gegeben. Im Dezember sind Euro Capital Partners und BAWAG ausgestiegen, dafür haben die Wirtschaftskammer Österreich, der Österreichische Rechtsanwaltskammertag und die Notartreuhandbank ihre Anteile laut Butz aufgestockt. Zielgruppe des Unternehmens seien einerseits die Bürger, andererseits Unternehmen, die ihren Mitarbeitern beispielsweise Dienstausweise oder Zutrittskarten zur Verfügung stellen. Hier gebe es auch keine Akzeptanzprobleme.

Der Bürger sei »die schwierigste Klientel, weil er hohen Erklärungsbedarf hat, verschiedene Betriebssysteme einsetzt und unterschiedlich viel Know-how mitbringt«. Vielfach hat es A-Trust Butz zufolge in diesem Bereich »noch immer mit Leuten zu tun, die glauben, dass auf der E-Card ihre Krankheiten drauf stehen und auf der EC-Karte der Kontostand gespeichert ist«. A-Trust habe aber weder die Mittel noch die Kraft entsprechende Informationen in die Gesellschaft hinauszutragen. Er tritt daher für eine Verpflichtung zur Verwendung der Bürgerkarte ein, denn so seien auch die gewünschten Einsparungen umsetzbar. »Die Politik müsste, wenn sie A sagt, auch B sagen. Ohne Zwang bringe ich die digitale Signatur nicht auf die Straße«, unterstreicht Butz. FinanzOnline werde beispielsweise in absehbarer Zeit nur mehr per Bürgerkartenfunktion nutzbar sein.

KEIN EIGENES LESEGERÄT MEHR NÖTIG: DIE ZUKUNFT LIEGT IN MOBILER SIGNATUR Derzeit gibt es rund 150.000 Benutzer von qualifizierten Signaturen – die Hälfte davon entfällt auf Notare, Rechtsanwälte und ähnliche Personen. Von den 75.000 Privatpersonen haben sich 60.000 für die E-Card entschieden – beim Rest ist die Funktion auf anderen Karten – etwa der Bankomatkarte – zu finden. Einen Schub erwartet sich Butz durch die neue mobile Signatur, die bis auf die SMS kostenlos ist. »Für diese braucht es kein Lesegerät mehr, allerdings muss man sich noch zu einer Zertifizierungsstelle bemühen.« In Kürze soll die Freischaltung aber auch über das FinanzOnline-Service beziehungsweise die diversen Bankportale möglich sein. Dann könnten »im ersten Jahr rund 30.000 Nutzer« dazukommen.

Zahlreiche Studien warnen in Bezug auf E-Billing und Online-Banking vor unsicheren Verfahren. Genau hier helfe aber laut Butz die sichere digitale Signatur. Mit dieser hätten Anwender optimalen Schutz vor diversen Attacken aus dem Internet wie Phishing. »Warum über technologisch veraltete Technologie und Verfahren noch immer so viel diskutiert wird, ist mir beinahe ein Rätsel. Tausende Unternehmen und Privatanwender in ganz Österreich vertrauen bereits auf die sichere digitale Signatur. Es gibt keine Technologie, die rund ums Internet mehr Sicherheit bietet.« Die sichere digitale Signatur befindet sich bereits auf fast allen heimischen Bankomatkarten und Mastercards und müsste nur noch aktiviert werden. Sie verknüpft den zu unterschreibenden Inhalt (etwa ein Überweisungsformular) mit einem persönlichen Zertifikat auf einer Chipkarte und entspricht einer eigenhändigen Unterschrift.

»Digitale Zertifikate sorgen damit in der Welt des Internets und der Online-Services für einen gesicherten Identitätsnachweis«, sagt Butz. Anwender könnten sich so vor Spam-Mails und Phishing Attacken schützen und weitere Anwendungen nutzen, da sich Briefe, E-Mails, Rechnungen oder Verträge digital unterzeichnen und somit rechtsgültig sowie sicher verschicken und empfangen lassen.

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