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24.09.2010 Edmund E. Lindau

Pragmatische Umsetzung der Gesundheitstelematik

Der Pragmatismus trägt Früchte. Seit der Einführung der E-Card 2005 wird in Österreich kontinuierlich an den nächsten Bausteinen des bundesweiten Gesundheits-Telematiksystems gearbeitet.

Die österreichische Form der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) befindet sich nach mehrjährigen Vorbereitungsarbeiten in der ersten Umsetzungsphase. Konzeptive Arbeiten aus den Jahren 2006 bis 2009 bilden die Basis für die ELGA-Architektur und die zukünftigen ELGA-Anwendungen. Mit der Einigung zur E-Medikation und der zu Beginn dieses Jahres erfolgten Gründung der Elga GmbH, die mit der Realisierung der elektronischen Gesundheitsakte beauftragt ist, sind entscheidende Schritte in die weitere Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte gesetzt worden.

Der elektronische Gesundheitsakt ist eines der Kernstücke der öffentlichen Angebote für E-Health in Österreich und soll deshalb allen Bürgern zur Verfügung stehen. Die Gesundheitsdiensteanbieter wie Ärzte, Apotheken oder Krankenhäuser unterstützt ELGA durch moderne Informationstechnologie in ihrer täglichen Arbeit mit und für ihre Patienten, indem wichtige und aktuelle Gesundheitsinformationen – unter höchstmöglichen Sicherheitsbedingungen und Wahrung des Datenschutzes – komfortabel zugänglich gemacht werden. Punkte, die für Susanne Herbek, Geschäftsführerin der Elga GmbH, ganz besonders entscheidend sind: »Viele reden über ELGA, großteils fehlt es aber noch an konkretem Wissen und dessen Verbreitung. Damit ELGA wirklich verbinden kann, dürfen die fragmentierte Gesundheitslandschaft und deren heterogene IT-Infrastruktur kein Hindernis darstellen«. Über den Erfolg von ELGA könnten schlussendlich aber nur diejenigen entscheiden, die tagtäglich mit dem System arbeiten. »Es gibt immer noch große Berührungsängste bei Patienten und Gesundheitsdiensteanbietern. Wir müssen diese Bedenken und Sorgen Ernst nehmen und klarstellen, dass ELGA kein Himmelfahrtskommando ist, sondern einen klaren Zusatznutzen bringt«, so Herbek.

Wichtige Bausteine der elektronischen Gesundheitsakte sind einerseits die hohen Sicherheitsanforderungen, die an ELGA gestellt werden, und andererseits konkrete Anwendungen, die auch realisierbar sind.

Für die Übermittlung von sensiblen Gesundheitsinformationen ist eine absolut krisen- und ausfallsichere und gleichzeitig schnelle Datenautobahn notwendig. Diese Infrastruktur wurde mit dem österreichischen Gesundheitsnetzwerk HEALIX (E-Health-Interexchange) geschaffen und ging mit Jahreswechsel – nach einer höchst erfolgreichen Pilotphase – in den Vollbetrieb. Healix ist ein gemeinsames Projekt der Krankenanstaltenträger und Tele2. Das HEALIX-Netzwerk verbindet die lokalen Netzwerke von Gesundheitsdienstleistern in Bundesländerknoten und diese werden – wiederum österreichweit – vernetzt. E-Card, Fotos, Teleradiologie – alle Informationen können in das Netz eingespeist werden. Die Vorteile: keine Behandlungsdoppelgleisigkeiten und eine Kostenersparnis von bis zu 300 Millionen Euro jährlich. Healix liefert damit eine der wesentlichsten Grundlagen für die Umsetzung der Elektronischen Gesundheitsakte.

Weitere Kernstücke der ELGA-Architektur sind der »Patienten-Index« sowie jener der Gesundheitsdiensteanbieter(GDA-Index). Die Verzeichnisse bilden die Grundlage für die Authentifizierung beim Umgang mit gesundheitsbezogenen Daten. Weitere Architektur- bzw. Basiskomponenten sind das Protokollierungs- sowie das Berechtigungssystem. Während für Patientenindex und E-Medikation der Hauptverband der Sozialversicherungsträger zuständig ist, fallen der Gesundheitsdiensteanbieterindex und das ELGA-Webportal in den Bereich des Gesundheitsministeriums. Bis Ende 2010 solle der GDA-Index fertiggestellt sein, während die Arbeiten am Patientenindex im ersten Halbjahr 2011 abgeschlossen sein sollen. Auch das ELGA-Portal unter www. gesundheit.gv.at ist in einer ersten Ausbaustufe seit Mitte Januar 2010 mit allgemeinen qualitätsgesicherten Gesundheitsinformationen verfügbar. Das vom Gesundheitsministerium finanzierte, sponsorenfreie Portal soll künftig über ein Login-Verfahren auch den Zugang zur Gesundheitsakte ermöglichen.

Wichtigster erster Anwendungsschrittauf dem Weg zur ELGA ist das Projekt »E-Medikation«. Mit elektronischen Prüfvorgängen können während der Verschreibung und bei der Ausgabe von Medikamenten deren Wechselwirkungen rasch erkannt oder Mehrfachverschreibungen vermieden werden. Im Juli wurde der Startschuß für den freiwilligen Pilotbetrieb in drei Regionen (Reutte/Zams, Wels-Grieskirchen, Wien-Donaustadt) gegeben. Ziel ist es, nach erfolgreichem Testbetrieb das System im Jahr 2013 auf ganz Österreich auszudehnen.

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