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21.10.2010 idg

Zu wem passt Business ByDesign?

SAP stellt mit Business ByDesign eine schnell einsetzbare ERP-Standardapplikation in Aussicht. Frank Niemann, Berater bei Pierre Audoin Consultants, erklärt, was die Software leistet.

Nach einer langen und aufwendigen Entwicklung plant SAP, die ERP-Software Business ByDesign in den Markt einzuführen. Mit dem Produkt stellt der Softwarekonzern eine integrierte Business-Software als Software as a Service (SaaS) zur Verfügung, mit der Unternehmen ihre Geschäftsprozesse über standardisierte Abläufe unterstützen können. Nutzer sollen in der Lage sein, die Applikation in kurzer Zeit (zwei bis vier Monate) und ohne Ausbau der eigenen IT-Infrastruktur in Betrieb zu nehmen. Die SaaS-Lösung stellt einem Unternehmen einen Satz an vorgefertigten und miteinander integrierten Funktionen sowie die Ablaufumgebung und die für den Betrieb erforderlichen Dienstleistungen bereit. Der Kunde zahlt dafür einen monatlichen Betrag pro Nutzer.

Die Systemumgebung wurde speziell für die SaaS-Anwendung entwickelt und besteht unter anderem aus Linux, der SAP-eigenen Datenbank SAP DB und der Applikation, die in der SAP-Programmiersprache Abap entwickelt wird. Alle Kunden verwenden die gleiche Infrastruktur, wobei sie über eine nur für sie zugängliche Umgebung verfügen. Dies ist erforderlich, da Firmen ja unterschiedliche Einstellungen der Software benötigen. Der einzelne Anwender sieht von der Infrastruktur nichts, da er das Programm über das Internet per Browser bedient.

Der Funktionsumfang deckt die betriebswirtschaftlichen Aufgaben in einem Unternehmen über standardisierte Prozesse ab. Die Lösung automatisiert viele Tätigkeiten und hilft dabei, über das integrierte Berichtswesen die geschäftliche Situation besser einzuschätzen. Dazu stellt die Software vorgefertigte Berichte bereit. Nicht enthalten sind branchenspezifische Anforderungen.

Die Lösung eignet sich für Firmen, die beispielsweise ein Altsystem ablösen oder erstmals eine integrierte Business-Applikation einführen wollen. SAP verspricht einen schnellen Einstieg zu geringeren Implementierungskosten als bei lokal installierter Software, da der technische Aufbau der IT-Infrastruktur entfällt. Eine auf eine Branche spezialisierte Software mit tiefgehendem Funktionsumfang (beispielsweise zur Produktion von chemischen Produkten) wird man mit Business ByDesign derzeit kaum ablösen können. Ebenso wenig ist die SAP-Lösung für umfangreiche kundenspezifische Anpassungen nebst Modifikation der Software vorgesehen.

Da es sich bei Business ByDesign um eine integrierte Business-Applikation handelt, muss diese über ein Einführungsprojekt auf den Einsatz im Unternehmen vorbereitet werden. Die Einrichtung erfolgt über eine im System eingebettete Implementierungsmethode. Sie bildet zunächst die Organisationsstruktur der Firma ab. In einem dialoggeführten Verfahren können Anwender die Funktionsbereiche auswählen.

Das Implementierungsverfahren steuert die Systemeinrichtung, den Test der Anwendung und die Inbetriebnahme. Die Einführung beschränkt sich jedoch nicht darauf, einige Knöpfe zu drücken: Bevor die automatisierte Routine greift, sind im Rahmen eines Workshops mit dem Kunden der Umfang der Lösung sowie die Ist-Prozesse und die Soll-Prozesse festzulegen. SAP hat die technischen Schwierigkeiten weitgehend in den Griff bekommen. Der vorhandene Funktionsumfang genügt völlig, um über standardisierte Verfahren betriebswirtschaftliche Kernprozesse von Unternehmen zu steuern. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Erfolg der Lösung sowie des SaaS-Konzepts von SAP wird zu einem großen Teil davon abhängen, ob es gelingt, das Produkt in kurzer Zeit und zu niedrigen Kosten beim Kunden einzuführen. Die derzeit verfügbare Implementierungsmethode eignet sich für eine standardisierte ERP-Einführung ohne tiefgehende kundenspezifische Anpassung. Damit lassen sich die Startkosten gering und die Zeit bis zur Inbetriebnahme kurz halten. Die geführte Routine reduziert zudem die Einführungsrisiken (fehlende Transparenz über den Projektverlauf, mangelnde Dokumentation, Verzögerungen durch nicht erledigte Aufgaben etc.). Zur Kostenreduktion trägt natürlich auch bei, dass der Kunde keine IT-Infrastruktur aufbauen und betreiben muss.

Ein sehr wesentlicher Erfolgsfaktor einer Business-Software-Einführung ist jedoch das Projekt-Management, sprich die Organisation des Projektverlaufs und die Steuerung der Akteure auf Kunden- und Anbieterseite. Auch hierfür bietet Business ByDesign Werkzeuge an. Diese Tools können zwar helfen, häufige Fehler und Versäumnisse zu vermeiden, doch mangelndes Engagement, fehlendes Verantwortungsbewusstsein und eine unklare Kompetenzverteilung innerhalb des Projektteams lassen sich damit kaum aus der Welt schaffen.

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