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18.11.2010 Markus Murtinger*

Gastkommentar: Benutzer als Ideenkönige

Kunden können mehr als kaufen – oft wird das Potenzial für neue Entwicklungen und Ideen von Anwendern nicht wahrgenommen oder nicht systematisch genutzt.

In der klassischen Neuproduktentwicklung herrscht eine klare Aufgabenverteilung zwischen Produzent und Konsument. Die Hersteller versuchen mittels aufwendigen und teuren Marktforschungsinstrumenten, die Bedürfnisse der Kunden zu ermitteln und aus diesen Informationen eine Innovation zu kreieren. Benutzer oder Kunden werden oft nur als Käufer beziehungsweise Anwender von Services oder Produkten wahrgenommen. Hin und wieder ist es möglich Feedback zu geben, aber eine systematische Einbindung im Ideenprozess wird selten verwirklicht.

In vielen Praxisprojekten zeigte sich aber, dass Benutzer oft spannende und erfolgsbringende Vorschläge in den frühen Phasen eines Projektes einbringen und Unternehmen auf neue Herausforderungen aufmerksam machen können. Viele Innovationen die so generiert werden sind oft Rohdiamanten, auf die man Unternehmensintern selten gekommen wäre, bzw. die neue Wege und Möglichkeiten aufzeigen. Aber warum haben Benutzer oft erfolgsbringende Ideen? Nutzer setzen sich oft mit Produkten sehr lange auseinander beziehungsweise versuchen das Produkt auf neuen Wegen und nicht im herkömmlichen Sinn zu verwenden – oft werden aber auch von Unternehmen spezifische Lösungen nicht angeboten und Benutzer zur Innovation »gezwungen«. Genau diese User-Ansätze kann man sich nun als Hersteller zu Nutze machen, aus dem Markt aufgreifen und selbst verwirklichen bzw. als Denkanstoß berücksichtigen.

Die ausschlaggebenden Erfolgskomponenten für die Einbindung von Benutzern in den Ideenprozess sind die Auswahl der Anwender (nicht jeder Benutzer neigt zu einer hohen Innovationswahrscheinlichkeit) sowie die richtige Methode. Die Methodenpalette reicht von Ideenworkshops mit sehr fortschrittlichen Kunden (Lead User) über Kontextbeobachtung (Benutzer direkt in der Situation zu beobachten, Befragungen um Potenziale aufzuzeigen) bis über webbasierende Beta Communities, wo Benutzer ihre Einfälle vorstellen und weiterentwickeln können. Speziell durch Web-2.0-Technologien und die direkte Vernetzung von User zu User oder eben auch zu Unternehmen, offerieren sich viele neue Möglichkeiten und spannende Ansätze in der Praxis. User-Ideen warten oft nur auf Unternehmen, die diese Ansätze aufnehmen und zu einem Produkterfolg machen.

*Markus Murtinger ist Managing Consultant bei Usecon.

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