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30.11.2010 pi/Rudolf Felser

Unternehmen nutzen Leistungsfähigkeit ihrer SAP-Systeme nicht aus

Das Herzstück der IT in vielen Unternehmen hat an Vitalkraft verloren: Viele Firmen hätten über Jahre die Wartung ihrer SAP-Landschaft vernachlässigt, so eine Accenture-Studie.

Durch Konsolidierung ließe sich die Leistungsfähigkeit der Systeme deutlich steigern, die Kosten für den Betrieb um bis zu 20 Prozent senken. Das Unternehmen insgesamt wird beweglicher und wettbewerbsfähiger, wenn es wildgewachsene Systeme und Datenbestände vereinheitlicht. Zwei Drittel der IT-Verantwortlichen haben das erkannt. Doch nur etwa jeder Dritte plant, Abhilfe zu schaffen. Das zeigt eine Studie des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture. Untersucht wurden rund hundert Großunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

"Heterogene SAP-Landschaften haben zwei große Wettbewerbsnachteile für Unternehmen", sagt Daniel Baur, Accenture Partner und Technologieexperte. "Erstens verursachen sie höhere Kosten als nötig für Betrieb und Wartung. Zweitens machen sie ein Unternehmen unbeweglicher. Es kann daher langsamer in neue Geschäftsfelder und Märkte expandieren."

Um Geschäftsabläufe wie Personalverwaltung, Rechnungswesen und Kundenbeziehungsmanagement zu steuern, verwendet ein Großteil der Unternehmen im deutschsprachigen Raum Software des Anbieters SAP AG. Damit Systeme und Anwendungen so leistungsfähig wie möglich bleiben, muss ein Unternehmen sie regelmäßig aufeinander abstimmen und warten.

In den vergangenen Jahren sind die Landschaften aus SAP- Systemen und -Anwendungen in vielen Unternehmen wesentlich komplexer geworden, ohne dass sie dabei ausreichend gewartet und abgestimmt worden sind. Immer neue Anwendungen wurden installiert, weitere Module hinzugefügt. Durch Integration von Standorten, Partnern und aufgekaufter Firmen haben Unternehmen häufig parallele Systeme aufgebaut. In drei Viertel der Großunternehmen gibt es heute bereits mehrere zentrale SAP-Systeme, bei einigen sind es mehr als 50.

"Allein 20 Prozent der Betriebskosten für SAP-Systeme lassen sich durch eine reine Konsolidierung der Systeme einsparen", unterstreicht Daniel Baur. Die befragten IT-Verantwortlichen erkennen die mangelnde Fitness ihrer SAP-Systeme: 62 Prozent der in der Studie Befragten halten es für dringend geboten, Geschäftsprozesse zu vereinheitlichen, die von SAP-Anwendungen unterstützt werden (Prozessharmonisierung). 51 Prozent sehen auch den Bedarf, die in den Systemen hinterlegten Geschäftsdaten zu harmonisieren. Bei 44 Prozent ist eigenen Angaben zufolge eine technische Konsolidierung erforderlich, also das Zusammenlegen von Rechenzentren und die Migration zu Mehrmandanten-Systemen.

Doch deutlich weniger Befragte planen, die Optimierung in den kommenden 24 Monaten auch anzugehen: 31 Prozent wollen Prozesse vereinheitlichen, 29 Prozent beabsichtigen Daten zu harmonisieren, 22 Prozent wollen Rechenzentren und Server konsolidieren.

Die Hindernisse bei der Entschlackung der SAP-Systemlandschaft sind laut den befragten IT-Verantwortlichen etwa der zu erwartende hohe Aufwand (53 Prozent), fehlendes Budget (49 Prozent) sowie Widerstände der Geschäftsbereiche (47 Prozent), deren Prozesse betroffen sind. (pi/rnf)

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