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16.12.2010 Thomas Mach

Qualifizierte Testprozesse aufsetzen und auch nutzen

Wenn der Software-Test zum Problemfall wird, ist schnelle Hilfe gefragt. Vor allem, wenn für den Test Orginaldaten zum Einsatz kamen. Genau dies passiert allerdings nicht allzu selten.

Software-Entwicklung ist in jedem Unternehmen ein heikler Bereich: Anwendungen und Modifikationen müssen mit engen Terminplänen in hoher Qualität bereit gestellt werden. Schon kleinste Fehler können fatale Ergebnisse haben. Ausführliche Tests sind daher ein absolutes Muss. Auch grundlegendere Rechtsnormen wie der Datenschutz spielen beim Softwaretest eine Rolle. Immerhin nutzen laut einer Micro-Focus-Studie rund 70 Prozent aller Unternehmen unmaskierte Originaldaten zum Testen ihrer Anwendungen.

Wie problematisch das Testen ist, bestätigt auch eine Studie von Pierre Audoin Consultants (PAC). Obwohl rund zwei Drittel der über 1.000 befragten IT-Entscheider das Testen als wichtig erachteten, konnte die Mehrheit der Studienteilnehmer weder die Kosten für Tests beziffern noch sagen, wie viele Mitarbeiter im Unternehmen damit befasst sind. Und nur 20 Prozent der IT-Entscheider gab an, dass bei ihrer Software in den ersten Monaten nach der Auslieferung keine Fehler auftreten.

Es gelte also, qualifizierte Testprozesse aufzusetzen und diese eng mit der Entwicklung zu verzahnen. Unternehmen, die das nicht selbst leisten wollen, können dazu auf Managed Testing Services zurückgreifen. Dieser Ansatz biete einige Vorteile, wie Klaus Kilvinger, Mitglied der Geschäftsführung von Sogeti, erläutert: »Zunächst können Unternehmen auf Kostenseite profitieren: Skaleneffekte erlauben es, das Testen deutlich günstiger zu erbringen, als das intern der Fall wäre. Und in der Regel wird Managed Testing zum Festpreis angeboten. Damit erhalten Unternehmen eine hohe Kostentransparenz und können einen Teil des Risikos auf die Schultern des Dienstleisters verlagern.« Gleichzeitig steige die Flexibilität, da die Service-Anbieter bei Bedarf die Kernteams, die für einen Kunden arbeiten, durch weitere Ressourcen verstärken können. Doch nicht jeder MTS-Dienstleister könne die Anforderungen in großen Entwicklungsprojekten erfüllen.

Gegen das Auslagern an einen Dienstleister könne vor allem die Frage der fachlichen Qualifikation ins Feld geführt werden. Die Tester müssen sich erst in die fachliche Seite einer Anwendung einarbeiten, um die Testspezifikation festzulegen. Interne Tester, die eng mit den Fachabteilungen zusammenarbeiten, seien in der Regel bereits gut mit den fachlichen Fragen vertraut.

»Jedoch hat gerade die Distanz der externen Mitarbeiter zu den Fachbereichen positive Effekte«, so Kilvinger. »Denn oft zeigt sich, dass die Anforderungs- und Systemdokumentationen lückenhaft sind – viele Funktionalitäten und Prozesse existieren zwar in den Köpfen der Mitarbeiter, sind aber nicht dokumentiert. Der unbefangene Blick von Außen kann solche Schwachpunkte aufdecken und damit viele Probleme bereits im Vorfeld eines Entwicklungsprojekts beseitigen, die Insidern nicht auffallen.«

In diesem Fall agiere der Test-Dienstleister als unabhängiger Auditor. Um den fachlichen Anforderungen gerecht zu werden, sollten zudem alle Testfälle den Fachabteilungen zur Prüfung vorgelegt werden. Durch dieses Vier-Augen-Prinzip kann sichergestellt werden, dass sowohl der neutrale Blick des externen Testers als auch der des Insiders oder des Fachbereichs zum Tragen kommt. »Durch dieses Vier-Augen-Prinzip kann sichergestellt werden, dass sowohl der neutrale Blick des externen Testers als auch der des Insiders oder des Fachbereichs zum Tragen kommt«, betont der Sogeti-Manager. Unternehmen, die viel Zeit und Geld in die Entwicklung eigener, wettbewerbswichtiger Software investieren, können also in mehrfacher Hinsicht von Managed Testing Services profitieren. Entscheidend ist jedoch, dass Kosteneinsparungen nicht zu Lasten der Qualität gehen. Damit kommt der Wahl des passenden Dienstleisters – und auch der Definition der eigenen Anforderungen – ein hohes Gewicht zu.

Oft setzen Entwickler das Testen mit Debugging gleich. Dabei bestehen zwischen beiden Arten, sich fehlerfreiem Code zu nähern, elementare Unterschiede. Fehlerhaft im Sinne des Debuggings sind zum Beispiel ungültige Funktionen oder ganz banale Tippfehler im Code. Über die Funktion einer Anwendung im Sinne der Benutzeranforderungen sagt das Debugging nichts aus. Beim Testen hingegen werden nachvollziehbar und transparent Abweichungen von den festgelegten Anforderungen ermittelt, unabhängig von möglichen Ursachen. Dazu müssen vorab sinnvolle Test-Szenarien definiert und geeignete Testdaten erzeugen werden.

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