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24.02.2009 Rudolf Felser

S&T realisiert Weltbank-Projekt in Bulgarien

S&T wird die Infrastruktur für ein Informationssystem planen und errichten, in dem Grundbuch und Liegenschaftsregister integriert werden.

S&T Bulgarien erhielt vor kurzem den Zuschlag für einen von der Weltbank finanzierten Auftrag im Wert von über einer Million Euro: S&T wird die Hardwareinfrastruktur für ein Informationssystem planen und errichten, in dem Grundbuch und Liegenschaftsregister integriert und zahlreiche zugehörige Funktionen realisiert werden. Dieses System soll die technologische Basis für die Erstellung eines Grundbuchs und eines Liegenschaftsregisters bis 2015 bilden, die das gesamte Hoheitsgebiet des Landes abdecken und dem neuesten Stand der Technik entsprechen wird.

Das Informationssystem soll aus drei Komponenten bestehen: Dem Grundbuch, das von der Vermessungs-, Kartographie- und Katasterbehörde erstellt und verwaltet wird, dem Liegenschaftsregister, für das die Registraturbehörde verantwortlich ist und einem Webportal, das Benutzern ermöglicht, nach Daten des Grundbuchs und des Liegenschaftsregisters zu suchen, elektronische Anfragen zu schicken und Dokumente zu erhalten. In der Integration von Grundbuch und Liegenschaftsregister in das System liege auch die Hauptherausforderung des Projekts, so S&T. Beide verwenden derzeit unterschiedliche Anwendungen und Formate zur Datenspeicherung. Nach der Integration des Grundbuchs und des Liegenschaftsregisters, die in Teilen erfolgt, sollen die Erfüllung von Investitionsabsichten, Gebietsplanung usw. auf dem neuesten Stand, umfassend, authentisch und stimmig sein. Die Daten sollen sicher gespeichert und gewartet werden, um für eine breite Masse an Benutzergruppen sowohl aus dem privaten als auch dem öffentlichen Bereich zugänglich zu sein. Nach der Implementierung des Informationssystems erfolgen alle Dienste, die im Zusammenhang mit dem Grundbuch und dem Liegenschaftsregister stehen, per Internet, E-Mail oder nach Bestellung aus einer Hand.

KLARE ZIELSETZUNG Das komplexe Informationssystem muss an den Zugangspunkten der öffentlichen und privaten Netzwerke höchsten Sicherheitsstandards entsprechen, aber dennoch eine hohe Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit aller kritischen Geräte gewährleisten. Alle Schlüsselkomponenten müssen sich durch hohe Leistungsfähigkeit und die Möglichkeit zur Lastverteilung auszeichnen. Das System muss zudem skalierbar, einfach handhabbar und offen für künftige Entwicklungen sein.

Im Rahmen des Projekts werden zwei vollständig identische und gegenseitig austauschbare Datenzentren errichtet. Diese funktionieren jeweils als Hauptdatenzentrum für eine Behörde und als Back-up-Datenzentrum für die andere Behörde. Auch für externe Benutzer (OSS) fungiert jeweils eines der Zentren als Haupt- und eines als Back-up-Zentrum. Dieses Konzept ermöglicht die effiziente Verwendung aller bestehenden Hardware- und Softwarekomponenten und gleichzeitig einen kontinuierlichen Betrieb, vollständige Sicherheit und die Notfallwiederherstellung. Beide Datenzentren befinden sich in einem sogenannten "aktiv-aktiv-Status", d.h. beide erfüllen unterschiedliche Funktionen. Tritt jedoch in einem Zentrum ein Ausnahmezustand auf bzw. kommt es zu einem Ausfall, ist das andere Zentrum bereit, die betroffenen Funktionen des anderen Zentrums zu übernehmen, wodurch die Standardleistung des Systems wiederhergestellt wird.

Die Kommunikation zwischen den beiden Zentren erfolgt über eine optische Verbindung im Verwaltungsnetzwerk. Auf dieser Grundlage wird ein VPN (Virtual Private Network) errichtet, dass vertraulichen Datentransfer, hohes Maß an Sicherheit und den Datenaustausch in Echtzeit ermöglicht. Der Zugang zu den Datenzentren wird durch verschiedene Netzwerke gewährleistet. Der Hauptverkehr für die beiden Behörden erfolgt über das WAN-Netzwerk. Das Internet ist als Backup-System vorgesehen. Alle externen Benutzer, die die OSS-Dienste in Anspruch nehmen, nutzen das öffentlich zugängliche globale Netzwerk als Primärverbindung.

Die Stromversorgung für die Datenzentren erfolgt über zwei separate Leitungen, die an zwei eigenständigen, unabhängigen Stromnetzwerken angeschlossen sind. Es ist vorgesehen, dass jedes Zentrum mit einer unterbrechungsfreien Dreiphasenstromversorgung ausgestattet wird. Außerdem ist geplant, die Zentren mit zwei separaten Stromkreisen zu konstruieren, an die die redundante Stromversorgung der Server und weiterer Geräte angeschlossen wird. Ein lokaler Dieselgenerator wird für den Fall eines generellen Stromausfalls und des Versagens beider unabhängiger Versorgungsleitungen eingebaut.

Die Vorteile für die Behörden und die Benutzer des Systems liegen auf der Hand: Die Anwendungen des Systems bleiben aufrecht, ungeachtet von potenziellen Systemabstürzen oder Katastrophenfällen. In Notfällen erfolgt die Datenwiederherstellung am Ort der Störung innerhalb von Minuten und auch die Unterbrechung einer Anwendung ist lediglich auf Minuten begrenzt und nicht auf Stunden. Damit können die Benutzer jederzeit und online von überall jegliche Art von Anfragen stellen und Kopien von angeforderten Dokumenten in digitaler Form erhalten. (pi/rnf)

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