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SCM scheitert schon an simplen Dingen

Ob Methoden, Analyse oder Planung: Beim Lieferketten-Management herrscht große Uneinigkeit in Unternehmen. Ein Gartner-Analyst macht Verbesserungsvorschläge.

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Satte zwölf Prozent hat der Software-Markt für Lieferketten-Management (Supply Chain Management, kurz SCM) im vergangenen Jahr zugelegt. Die Anbieter setzten weltweit 7,7 Milliarden US-Dollar um. Das belegen Zahlen des US-Marktforschers Gartner.

Glaubt man Gartner, rückt die Lieferkette stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Der Grund dafür liegt vor allem in immer geringeren Margen. Unternehmen versuchen nun, durch Verbesserung der Lieferkette wieder profitabler zu werden.

Dabei klingt die Einschätzung von Research Vice President Steven Steutermann simpel: IT und Fachabteilungen müssen vor allem mehr miteinander reden. Die Krux liegt schon darin, auf welchen Zahlen das Management der Lieferkette basiert.

Streutermanns Ratschläge lauten im Einzelnen:
1. Eine Balance finden zwischen Top-Down und Bottom Up: Offenbar krankt Lieferketten-Management häufig an internen Kompetenz-Streitigkeiten. Entscheider sollten daher früh Verantwortlichkeiten festlegen.

Laut Steutermann streiten die Experten schon über die Methoden zum Erstellen ihrer Forecasts und über die Frage, wo welche Daten zu verwenden seien. Auf diesen Forecasts basieren aber Vorgaben "von oben", die nicht unbedingt mit den Erfahrungen der Fachabteilungen zusammenpassen. Einkauf und Beschaffung sollten bei Fragen rund um die Organisation der Lieferkette eine zentrale Rolle spielen.

2. Bedarf als Prozess verstehen: Die Analysten bringen hier die Begriffe "Demand Sensing" und "Demand Shaping" ins Spiel. Sie umschreiben mit Demand Sensing die komplexe Aufgabe, "das Ohr am Markt zu haben" und durch intelligente Daten-Analysen künftigen Bedarf quasi zu erspüren.

Das bedeutet: Das Unternehmen muss wirklich jede Information über Kundenverhalten, die irgendwie von Interesse sein könnte, auswerten und beim Supply-Chain-Management berücksichtigen. Daraus kann sich dann Demand Shaping entwickeln, also das Umsetzen all der Informationen in die Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten, die Profit versprechen.

Das Ganze ist für Gartner kein Vorgang, der hier beginnt und dort endet. Gartner will Demand Sensing und Demand Shaping als ständigen Prozess verstanden wissen. Letztlich geht es darum, aus möglichst vielen Markt-, Unternehmens- und Kundendaten immer genauere Forecasts erstellen und die Lieferkette dann darauf abstimmen zu können. Hier ist enge Zusammenarbeit von IT, Business und Fachabteilungen gefragt.

3. Den Erfolg von Bedarfsplanung messen: Laut Gartner wissen viele Unternehmen nicht, wo Fehler in der Bedarfsplanung liegen - weil sie beispielsweise Daten zu wenig abgleichen. Laut den Beobachtungen von Steutermann können erstaunlich viele Firmen noch nicht einmal ihre Lagerbestände genau beziffern.

Wenn es dort bereits Lücken gibt, ist es kaum möglich, den Erfolg von Beschaffungs- und Lieferketten-Management zu messen. Effizientes Arbeiten zieht sich vom Lager bis zur Führungsetage. Unternehmen müssen auf jeder Ebene festlegen, wer für die Daten und die darauf basierenden Entscheidungen den Hut aufhat.

Mit Blick auf SCM-Software stellt Gartner fest, dass die westlichen Industrienationen (USA und Westeuropa) im vergangenen Jahr nach wie vor etwa vier Fünftel der Nachfrage stellten. Doch Unternehmen aus den aufstrebenden Märkten im Raum Asia/Pacific holen auf.


*Christiane Pütter ist Finance + Versicherungs-Spezialisten der Schwesternzeitschrift CIO. 

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