Wenn Enterprise Resource Planning auf Enterprise Content Management trifft, profitieren die Anwender Detail - Computerwelt

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21.10.2009 idg/Thomas Mach

Wenn Enterprise Resource Planning auf Enterprise Content Management trifft, profitieren die Anwender

SAP hat es derzeit alles andere als leicht. Doch SAP gibt nicht auf und stattdessen im GRC-Bereich kräftig Gas.

Im ERP-Markt wird es zunehmend enger. Die Rahmenbedingungen änderten sich in den vergangenen Jahren ständig, Trends wie SOA, Cloud Computing und SaaS ermöglichten es zahlreichen Nischen-Spezialisten, kräftig am Markt-Kuchen zu naschen. Sehr zum Missfallen der Branchengrößen, die ihre in den letzten Jahren mühsam erkämpften Pfründe bedroht sehen. Also reagieren diese mit einem Füllhorn an Ankündigungen, Versprechen und adaptierten Produkten, die Anleihen bei der Nischen-Konkurrenz nehmen. Für die Kunden bedeutet der Wettbewerb viel Positives – etwa günstigere Angebote und modernere Anwendungen – aber auch einige Nachteile.

SAP setzen diese Umwälzungen im Markt zunehmend zu, seit Monaten rudert der Konzern nach allen Kräften, um dem von mehreren Seiten kommenden Druck entgegen zu wirken. Etwa beim Thema Wartungsgebühren. Nachdem sich der Konzern zumindest in Deutschland und Österreich mit den Kunden auf eine Wahlmöglichkeit zwischen Standard- und Enterprise Support einigen konnte, wächst bei Schweizer Kunden das Missfallen.

UNMUT BEI DEN KUNDEN Der Konzern hatte die Nutzer in der Schweiz vor Kurzem über die Erhöhung ihrer Wartungsgebühren informiert, entgegen einer eigentlich bestehenden Abmachung. Laut dieser sollte eine Anhebung eigentlich an die Ergebnisse des Sugen KPI gekoppelt sein. Die Kunden staunten daher nicht schlecht, als sie der Softwarekonzern unlängst schriftlich über den Anstieg ihrer Wartungsgebühren informierte. Demnach sollte der so genannte Enterprise-Support- Faktor ab 2010 auf 18,9 Prozent ansteigen. Damit müssten Schweizer Kunden mehr zahlen als solche in Deutschland oder hierzulande, deren Faktor für Enterprise Support bei derzeit 18,36 Prozent liegt.

»Die Kunden sind einmal mehr enttäuscht«, erklärt Peter Hartmann, Sprecher der IG Wartung, einem Zusammenschluss von 50 Schweizer SAP-Kunden. Eigentlich hatten die Anwendervereinigung Sugen (SAP User Group Executive Network) und der Softwareanbieter vereinbart, eine mögliche Preisanhebung werde von dem Ergebnis eines Benchmarks abhängig gemacht. Die Ergebnisse des Sugen KPI liegen allerdings frühestens im November vor. Dennoch erhielten die SAP-Kunden in der Schweiz schon jetzt die Information, dass sie mehr zu zahlen haben.

"ERHÖHUNGEN ERST, WENN ZIELE ERREICHT SIND" SAP versuchte mit einem offiziellen Statement zu beruhigen: »Wir stehen zu unserer Aussage, dass die Erhöhung der Pflegevergütung erst dann in Rechnung gestellt wird, wenn die entsprechenden Benchmarking-Ziele erreicht werden. Eine Ankündigung der Erhöhung der Pflegevergütung wird fristgemäß erfolgen. Sollten die vereinbarten Benchmarking-Ziele jedoch nicht erreicht werden, wird die Erhöhung der Pflegevergütung jeweils um ein Quartal verschoben und zwar solange, bis die vereinbarten Benchmarking-Ziele erreicht werden. Da dies weltweit gilt, gilt dies gleichermaßen auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz und wird den betroffenen Kunden in einem gesonderten Schreiben im Detail erläutert.« Mittels des Sugen KPI soll der Mehrwert des neuen SAP-Wartungsmodells Enterprise Support ermittelt werden, an der Messung beteiligen sich weltweit hundert Anwender.

Doch nicht nur auf dieser Front steht SAP unter Druck. So verzeichnet die hauseigene NetWeaver-Plattform nach wie vor nur ein leichtes Kundenwachstum, wie Raad Research durch eine Studie herausgefunden hat. Die Verbindung von Infrastrukturplattform und Compository Applications führe bei Netweaver zwar zu einer Vielzahl möglicher Anwendungsszenarien, doch diese Vielfalt sei gerade im Krisenjahr nicht für alle interessant. Immerhin würden bei 68 Prozent der SAP-Bestandskunden entweder Netweaver-Komponenten eingesetzt, oder die Plattform wird als Betriebsumgebung im Rahmen von SAP ERP benutzt. Dies hat Raad bei einer bis Ende Juni 2009 durchgeführten Befragung unter mehr als 2.400 SAP-Bestandskunden festgestellt. Insgesamt sei dies eine Steigerung zur Erhebung Ende 2007 um achtzehn Prozentpunkte. Im letzten halben Jahr konnte hier allerdings lediglich ein Kundenwachstum von drei Prozent beim Netweaver-Einsatz festgestellt werden. Die Implementierung über die einfache Portierung von R/3 zu ERP hinaus fordert großen Aufwand, den gerade mittelständische Unternehmen eher scheuen. So zeige sich, betonen die Studienautoren, dass vor allem große Kunden mit vielen SAP-Usern auf Netweaver setzen.

Mit "Extended ECM by Opentext" will der Konzern indes Content-Management-Funktionen mit SAP-Prozessen wie Einkauf, Qualitäts-Management und Projekt-Management verknüpfen. Der ECM-Anbieter Opentext und SAP arbeiten schon länger zusammen. Bisher ging es dabei aber in erster Linie um Archivfunktionen für SAP-Belege, den Dokumenten-Zugriff via SAPGUI sowie um die automatisierte Rechnungseingangsverarbeitung (Invoice Management).

PROZESSORIENTIERTE ECM-ERWEITERUNGEN Nun bauen die Unternehmen die Zusammenarbeit aus, mittels Extended ECM by Opentext sollen ECM-Erweiterungen für die eigene Geschäftssoftware feilgeboten werden. SAP möchte damit ERP- und ECM-Funktionen kombinieren und ein integriertes Produkt aus einer Hand anbieten können. Anwender werden mit den besagten Features in der Lage versetzt, in SAP-Prozesse Inhalte einzubinden, die von SAP- aber auch von Nicht-SAP-Systemen stammen, lautet das Versprechen der Kooperationspartner. Für den Endanwender soll die bisherige Trennung der ECM- und ERP-Umgebungen nicht mehr sichtbar sein. Die Kombination beider Systemwelten ist in Standardprozesse eingeflossen.

Anwender, die Extended ECM by Opentext erwerben, erhalten integrierte ERP-/ECM-Funktionen für Qualitäts-Management, Einkauf, Asset-Management/Plant Maintenance, Projekt-Management/Service-Management (Branchenübergreifend) und Records-Management. Derzeit entwickeln beide Unternehmen noch Funktionen für die SAP-Lösung Governance, Risk & Compliance (GRC), die später auf den Markt kommen. Diese umfassen unter anderem die Kontrolle von Geschäftsprozessen sowie Dokumentationspflichten, denen Unternehmen aufgrund gesetzlicher Vorgaben nachkommen müssen.

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