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05.03.2014 :: Printausgabe 05/2014 :: pi/Alex Wolschann

Vom Berater zur Lösung

ERP-Systeme werden nicht alle paar Jahre getauscht oder erweitert. Ein guter Berater ist gerade in diesem Bereich eine sehr große Hilfe.

Die ERP-Entwicklung schreitet rasant voran.

Die ERP-Entwicklung schreitet rasant voran.

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Enterprise Ressource Planning: Ist das nicht ein alter Hut? Sind nicht alle Unternehmen bestens ausgestattet, der Markt gesättigt? Ja und nein. Denn auch wenn ERP im Moment vielleicht nicht zu den Hype-Themen gehört und sich viele Unternehmenslenker oder IT-Experten bestens auskennen: Die ERP-Entwicklung schreitet rasant voran. So haben etwa die Analysten von Gartner errechnet, dass die ERP-Branche 2012 auf 281 Milliarden Dollar angewachsen ist, ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zu 2011. Hinzu kommen Trends wie Cloud Computing, Social Media, BYOD oder Mobility, die auch die Geschäftssoftware-Entwicklungen stark beeinflussen. Viele Unternehmen fragen sich, ob sie ihr ERP-System erweitern oder erneuern sollen. Wird die alte Lösung den Anforderungen noch gerecht? Sollten die Mitarbeiter im Außendienst mobilen Zugriff haben? Sind die Reporting-Funktionen noch auf dem neusten Stand? Die Neuerungen des Marktes und zahlreiche offene Fragen sorgen dafür, dass sich viele Firmen früher oder später an einen ERP-Berater wenden. Zusätzlich sind nicht wenige im Einsatz befindliche ERP-Systeme rund 20 Jahre alt.

Die folgenden Ausführungen sollen zeigen, wie Unternehmen im riesigen Wald der unterschiedlichsten Angebote und Dienstleistungen den für sie passenden Service und richtigen Begleiter auf dem Weg zum neuen oder erneuerten ERP-System finden.

1. Beratung und Auswahl
Während ERP-Berater bei der Einführung einer neuen Software helfen, unterstützt der Auswahlberater lediglich bei der Auswahl der Lösung. Hier gibt es Dienstleister, die Hersteller auffordern, das Pflichtenheft zu kaufen und sich an der Ausschreibung zu beteiligen, um finanziell zu profitieren. Ein guter Berater vermittelt zwischen Softwarehersteller und Anwendungsunternehmen, kümmert sich in erster Linie um die unternehmensspezifischen Anforderungen und Wünsche, geht bei der Auswahl strukturiert vor und begleitet Firmen bei der Umsetzung.

2. Nicht zu viele Anbieter
Mehr als zwei Drittel der vom ERP-Anbieter godesys in einer Erhebung befragten Unternehmen begründen gescheiterte ERP-Projekte mit falscher Beratung und schlechtem Projektmanagement vonseiten der ERP-Berater. Auswahlpartner sollten daher über fundierte Erfahrungen verfügen, sich genauestens mit der Software auskennen, aber auch über das jeweilige Unternehmen und die oftmals sehr individuellen Anforderungen Bescheid wissen. Der Berater sollte zudem Transparenz herstellen und fünf bis sechs relevante Anbieter nennen. Zu viele Namen erschweren die Übersicht, ein einziger Name bietet keine Gelegenheit zum Vergleich.

3. Die Chemie muss stimmen

Bei der Auswahl einer neuen Software oder einer Erweiterung der bestehenden Lösung ist es essentiell, dass der ERP-Berater verlässlich darlegen kann, von der Passgenauigkeit und Effizienz der jeweiligen Lösung überzeugt zu sein. Bereits bei einem ersten Kennenlernen muss das Unternehmen das Gefühl haben, gut mit dem Berater zusammenarbeiten zu können.

4. Fragen, fragen, fragen

Vor dem ersten Kontakt mit einem ERP-Berater sollten sich Unternehmen über den Markt informieren und eine Vorselektion – am besten über das Internet – vornehmen. Hierbei geht es vor allem darum, herauszufinden, welcher Anbieter die jeweilige Branche und ihre Anforderungen am besten adressiert. Ein guter Berater wiederum verfügt über überzeugende Referenzen und eine fundierte Berufserfahrung. Hat er bereits Projekte in derselben Branche realisiert? Welche Hersteller wurden warum ausgewählt? Ist der Berater neutral? Was sagen die Kunden? Kommen verschiedene Anbieter vor? Nachfragen lohnt sich! Darüber hinaus sollte das Unternehmen offene Fragen an den ERP-Anbieter heran­tragen.

5. Glaubwürdigkeit im Fokus
Unternehmen sollten nachforschen, ob ihr Berater in der Branche bekannt ist und welchen Ruf er genießt. Zudem müssen sie genau schriftlich festlegen, was sie sich vom ERP-Projekt und seinen Protagonisten erhoffen und wünschen. Nur so lassen sich Unsicherheiten oder Stolperfallen am besten vermeiden. Steht die Strategie bereits im Vorfeld grob fest, erleichtert dies das Vorgehen. Das A und O ist jedoch, dass Unternehmen und Berater auf einer Wellenlänge sind.

Es gilt also, sich das Heft nicht vorschnell, vielleicht noch vor der Lösungsauswahl, aus der Hand nehmen lassen. Agiert man zu passiv und papiergläubig, verlieren die bestgemeinte Beratung und die passendste ERP-Lösung ihre Durchschlagkraft. (pi/aw)

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