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24.01.2016 Gerhard Knoch* Knowhow

Alles fließt: Mit ERP das Optimum aus Herstellungsprozessen herausholen

Die Getränkeindustrie hat einen schweren Stand. Seit Jahrzehnten schon bestimmen die großen Einzelhandelsketten den Markt. Zusätzlich erweist sich die Herstellung eines Produktes wegen des Zusammenspiels zahlreicher Zutaten als äußerst aufwändig. Nicht selten kommt es sogar vor, dass ein und dasselbe Rezept eine unterschiedliche Zutatenmenge erfordert – für die Kostenberechnung ein Alptraum. Um die Kostenentwicklung unter Kontrolle zu bekommen, ist deshalb eine extrem gut durchdachte Abbildung des Produktionsprozesses erforderlich. Die Zauberworte in diesem Zusammenhang heißen: Industriespezifische Lösungen und Big Data.

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Für Getränkehersteller wird es immer schwieriger, gleichermaßen die Kontrolle über Kostenentwicklung und Umsatzgenerierung zu behalten. Nicht nur sind die Einzelhändler durch die Einführung eigener Marken in direkte Konkurrenz zu den eigentlichen Herstellern getreten. Auch können sie die Kundennachfrage als Händler mit detaillierten POS-Daten gezielt manipulieren – also Daten, die Herstellern in der Regel selbst nicht zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt erlangen die Einzelhändler durch die Einführung eigener Marken Daten über den Produktionsprozess und sind so besser in der Lage, Kostendruck auf die Lieferanten auszuüben. Preissteigerungen sind mit ihnen nicht zu machen – und auch nicht mit Kunden, die dank der zunehmenden Vernetzung auf eine nie dagewesene Informationsvielfalt zugreifen können. Sie bleiben einer Marke zwar gerne treu, achten aber auch mehr als je zuvor auf die Zutaten, die ein Getränk beinhaltet.

In dieser Situation sind Unternehmer schlicht nicht in der Lage, an dieser Stelle mehr aus den geringen Gewinnmargen herauszuholen. Es gilt also, Auslastungsraten zu verbessern und Herstellungsprozesse günstiger zu machen.

DEN MANGEL AN DATEN BEHEBEN

Zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres ist die Prozessplanung genau festgelegt. Die Produktpalette ist bekannt, Volumen und Preise sind schätzbar und auch die nötigen Marketinginvestitionen lassen sich errechnen. Auf Grundlage dieser Daten planen Manager ihre Budgets und gleichen sie dann laufend mit ihren Zielen ab. Dazu ist es nötig, die Produktionskosten ständig auf operativer Ebene zu dokumentieren – Rohstoffe und Verpackung, Strom, Wasser, Betriebskosten, Löhne und so weiter.

Die Prognosen dann auch einzuhalten, ist aber alles andere als ein leichtes Unterfangen. Manager benötigen Unmengen an Daten, um die tatsächlichen Kosten zu erfassen und zeitnah und unkompliziert Korrekturen vorzunehmen – Daten, die sie in der Regel nicht haben. Um dem entgegenzuwirken, reicht ein herkömmliches ERP-System nicht aus. Es sind spezielle Tools zur Datenerfassung nötig, die gesammelte Informationen automatisch im System aufnehmen. Idealerweise sind darin auch Schnittstellen für die mobile Nutzung integriert. Mitarbeiter in der Produktion können dann in Echtzeit sogar noch mehr Daten sammeln. Die wiederum werden sie sehr gut gebrauchen können – denn wenn am Ende der Produktion weniger herauskommt als kalkuliert, müssen sie wissen, warum.

KOSTENKALKULATIONEN VERBESSERN DURCH ZUTATENANALYSEN

Zwei großen Problemen stehen die Verantwortlichen in der Produktion gegenüber. Zum einen steht bei der Verarbeitung von Rohstoffen nur im Idealfall ein Ertrag von 100 Prozent. Wenn am Ende auch mit Standardmischungsverhältnis ein von den Berechnungen unterschiedlicher Ertrag herauskommt, ist die Rede von Ertragsabweichungen.

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