Business Transformation aus der Steckdose? Business Transformation aus der Steckdose? - Computerwelt

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18.10.2016 Oliver Weiss

Business Transformation aus der Steckdose?

Auf dem 17. Jahreskongress der DSAG zeigte die SAP-Anwendergruppe wie DSAG-Mitglieder der digitalen Transformation begegnen und welche Forderungen sie an SAP haben.

Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand für Österreich, wünscht sich von SAP "mehr Transparenz und eine konkrete Roadmap für den Übergang der Bestandskunden auf S/4HANA".

Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand für Österreich, wünscht sich von SAP "mehr Transparenz und eine konkrete Roadmap für den Übergang der Bestandskunden auf S/4HANA".

© DSAG

Der 17. Jahreskongress der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) stand unter dem Motto "Business-Transformation aus der Steckdose?". Die Herausforderungen der digitalen Transformation und deren Auswirkungen auf Geschäftsprozesse, Unternehmensbereiche und Marktmodelle waren im Fokus des größten Anwendertreffens in Europa, das mit einer Rekordteilnehmerzahl von über 4.500 im Nürnberg Convention Center über die Bühne ging.

Aktuell finden in vielen Unternehmen weitreichende Veränderungen statt. Die Business Transformation ist das Top-Thema: Software im weitesten Sinne durchdringt die Geschäftsprozesse, verschmilzt Branchen und bezieht Konsumenten in die Abläufe stärker ein. Die damit einhergehende digitale Transformation von Prozessen und Geschäftsmodellen wird für alle Unternehmen große Herausforderungen mit sich bringen, und Entscheider benötigen die richtigen Informationen, um Risiken auf dem Weg zu minimieren.

Der DSAG-Vorstand nahm den Jahreskongress zum Anlass und gab einen Einblick in die Facetten der Digitalisierung und den damit einhergehenden Chancen und Anforderungen für alle Unternehmen. Weiter machte er transparent, wie die DSAG-Mitglieder der digitalen Transformation begegnen und welche Anforderungen sie an SAP adressieren, um daran gemeinsam zu arbeiten und die anstehende Business Transformation möglichst ohne Reibungsverluste zu gewährleisten.

"Wir haben die Chance, neue Prozesse für unsere Unternehmen zu prägen", sagte DSAG-Vorstandsvorsitzenden Marco Lenck. SAP sollte dabei auch ihren Part erfüllen und geeignete Lösungen bereitstellen. "Gemeinsam mit SAP wollen wir an guten Lösungen und Anleitungen für Digitalisierungsvorhaben arbeiten und Informationen bereitstellen, die möglichst viele Risiken ausschließen", blickt Marco Lenck in die Zukunft.

In Österreich erwarten die DSAG-Mitglieder konkrete Unterstützung und aktive Beratung von SAP für die digitale Transformation: "Den Kunden die digitale Welt nahezubringen, wird am besten mit konkreter Unterstützung und aktiver Beratung möglich sein", wünscht sich Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand für Österreich. "Denn Inhalte dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Informationen müssen fließen." Mehr Transparenz und eine konkrete Roadmap für den Übergang der Bestandskunden auf S/4HANA wären für Honold unter anderem gute Maßnahmen.

Die Schlüsselelemente der digitalen Innovation
Auf SAP-Seite ist bereits viel passiert. Neben einer Vielzahl von Akquisitionen wurden unter anderem mit S/4HANA und der HANA Cloud Platform neue Produktwelten entwickelt. Nun steht SAP vor der Herausforderung, die Zukäufe zu integrieren und Redundanzen zu beseitigen. Dies ist noch nicht in allen Bereichen gelungen. Zudem muss ein markt- und kundengerechter Transformationsprozess zu dem neuen Produktportfolio sichergestellt werden. Das heißt, das in den Unternehmen vorhandene SAP-Produktportfolio muss auch in den kommenden Jahren State of the Art sein.

Einschneidende Veränderungen sieht der scheidende Technologievorstand Hans-Achim Quitmann auf die IT zukommen. Er ist davon überzeugt, dass die Technologie in ihrem Kerngeschäft – dem Betrieb von IT-Landschaften – in Zukunft an Bedeutung verlieren wird, weil Cloud-Anwendungen und entsprechende Cloud- bzw. hybride IT-Landschaften immer größere Anteile und damit größeres Gewicht erhalten werden. Der Bedarf an Kompetenz, wie IT-Architekturen zu designen und aufzubauen sind, wird hingegen steigen. "Der Haupttreiber für die Digitalisierung ist die Geschwindigkeit. Diese mit den eingesetzten IT-Systemen in den Unternehmen zu erreichen, setzt ein hohes Maß an Standardisierung voraus. Dafür wiederum liegt der Schlüssel in einer konsequenten Reduzierung der Komplexität", lautet sein Credo.

Kommerzielle Aspekte einer digitalen Zukunft
Während Cloud- und hybride IT-Landschaften in vielen Unternehmen noch den Status "geplant" tragen, steht das Thema Wartung von ERP 6.0 bzw. der Business Suite 7 bereits auf der Tagesordnung. Hier gehen die Erwartungen von Andreas Oczko, Vorstand Operations/Service & Support bei der DSAG, dahin, dass notwendige Anpassungen, gesetzliche Anforderungen und Änderungen in Verbindung mit der digitalen Transformation für beide Lösungen mindestens bis 2025 gewährleistet sind. "Konstruktiv waren bislang die Gespräche zum Thema Lizenzierung des Internet of Things. Ein Anfang ist gemacht, der Gedankenaustausch ist gut, intensiv, aber zeitkritisch", sagt Andreas Oczko. Denn: Auch wenn DSAG und SAP prinzipiell in die gleiche Richtung denken, konnte noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden.

Die Bedürfnisse der Kunden in Bezug auf die Digitalisierung sind auch in den etablierten Branchen und Geschäftsprozessen deutlich spürbar. "Wichtig dabei ist, dass neue Prozesse agil und ohne großen Aufwand umgesetzt werden können", gibt Otto Schell, Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse der DSAG, als Zielsetzung vor. Den Aktivitäten auf Kundenseite müssen jedoch entsprechende Angebote von SAP gegenüberstehen. Agile, standardisierte Applikationen, als Grundlage für automatisierte und vernetzte Prozesse, bedürfen neuer architektonischer Denkweisen", so Otto Schell. SAP muss den eingeschlagenen Weg mit allen bestehenden und geplanten Lösungen klar aufzeigen, damit er in die Gesamtkonzeption der Unternehmen integriert werden kann. Dazu gehören konsistente Aussagen zur Business-Plattform und Internet-of-Things-Strategie von SAP. Aber auch, dass DSAG-Mitglieder frühzeitig als strategische Partner und Impulsgeber eingebunden werden.

Zentrale Forderungen der DSAG

  • Anwendungsportfolio: Anwenderfreundlichkeit und schnelle Innovationszyklen, Portfolio ohne redundante Lösungen, Vorhandenes SAP-Produktportfolio muss trotz S/4HANA State of the Art bleiben
  • Technologie: Planungssicherheit und Handlungsempfehlungen, Referenzlandschaften hin zur Digitalisierung, Komplexitätsreduzierung hin zu Standards
  • Operations, Service & Support: Anpassungen, Legal Changes und Legal Requirements bis 2025, Lizenzierung des Internet of Things, Vertikales Lizenzmodell beim Cloud Pricing
  • Branchen und Geschäftsprozesse: Agile, standardisierte Applikationen als Grundlage für automatisierte und vernetze Prozesse, konsistente Aussagen zur Business-Plattform- und Internet-of-things-Strategie von SAP, die DSAG frühzeitig als strategischen Partner und Impulsgeber einbinden

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