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06.02.2012 Rudolf Felser

Studie: Gestiegene Anforderungen an ERP-Systeme

Ungeeignete ERP-Lösungen behindern oftmals innovative Strategien.

Fertiger investieren momentan verstärkt in Produktinnovationen und Dienstleistungen mit hoher Wertschöpfung, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihr Wachstum voranzutreiben. Das zeigt das neue Whitepaper "In Pursuit of Operational Excellence: Accelerating Business Change Through Next Generation ERP" von IDC Manufacturing Insights und Infor. Kostensenkungen bleiben auf Grund der unsicheren wirtschaftlichen Lage zwar weiterhin wichtig, gleichzeitig stehen für Hersteller aber inzwischen innovative Initiativen im Vordergrund, die ihnen dabei helfen, sich am Markt zu differenzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Das Whitepaper basiert auf globalen Forschungsergebnissen und kommt zu dem Ergebnis, dass Innovationen derzeit oft durch ungeeignete Geschäftsprozesse und IT-Systeme behindert werden. Dies gilt vor allem für Strategien, die Arbeitsabläufe und Kommunikationwege verbessern sollen, um neue Angebote schnell, effektiv und gemeinschaftlich zu entwickeln. Etwa 60 Prozent der befragten Hersteller erklärten, dass es in erster Linie die ERP-Lösungen sind, die versagen, wenn es um die Verbesserung von Geschäftsentscheidungen und um effiziente Prozesse geht. Ganz oben auf der Wunschliste der Hersteller stehen Social Networking-Funktionen innerhalb der ERP-Lösungen, die ihnen zeitnahe, genaue und fundierte Entscheidungen ermöglichen sollen. So gaben 35 Prozent der Befragten an, dass Technologien für mobiles Arbeiten, Social Networking und Cloud Computing die Arbeitsweise in Zukunft komplett ändern werden. Über 55 Prozent gaben an, dass sich die Arbeitsweise mit diesen Techniken zumindest teilweise ändern wird.

ERGEBNIS-DETAILS Für die Mehrheit der befragten Unternehmen weltweit stehen sowohl Wachstumsstrategien als auch Kostensenkungen im Fokus. Während das Wachstum in APAC, Russland, dem Nahen Osten, Nord-und Südamerika an erster Stelle steht, legen Unternehmen in Westeuropa, insbesondere Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich, mehr Gewicht auf Kostenkontrolle – was möglicherweise ein Hinweis auf die Verschärfung der Eurokrise ist. Interessanterweise widerspricht nur Großbritannien dieser regionale Entwicklung: Für die große Mehrheit der britischen Hersteller ist nachhaltiges Wachstum wichtiger als Kostensenkungen.

Darüber hinaus sind neue Produkte für die meisten Unternehmen mittlerweile der größte Wachstumstreiber: Produktinnovationen sind für 63 Prozent ein wichtiges Kriterium, um nachhaltig zu wachsen. In der Automobilindustrie sprachen sich dafür sogar 78 Prozent aus und in der Hightech-Industrie 75 Prozent. Ähnliches gilt für Mehrwertdienste zu Produkten, die für 58 Prozent eine große Bedeutung haben. Diese beiden Bereiche belegten einen höheren Rang als beispielsweise die Expansion in Schwellenländer mit 42 Prozent.

Strategien zu Kostensenkungen haben sich aus der Anlagenebene in die Lieferkette verlagert: Die Optimierung der Produktion ist nur noch für elf Prozent der Hersteller der beste Weg, um Kosten zu senken. Das weist darauf hin, dass die Einsparmöglichkeiten in der Produktion mittlerweile ausgeschöpft sind. Stattdessen stehen nun die Reduzierung der Lieferanten für 77 Prozent im Fokus und die Verkürzung der Lieferkette für 55 Prozent.

Um Innovationen einführen zu können benötigen die Befragten schnellere Geschäftsprozesse (85 Prozent), den Zugang zu Echtzeitinformationen (60 Prozent) sowie eine verbesserte Zusammenarbeit (60 Prozent). Allerdings gaben gleichzeitig 60 Prozent der Befragten an, dass ihre Systeme oft nicht in der Lage sind, schnelle und fundierte Entscheidungen zu unterstützen.

Mit Blick auf die kommenden drei Jahre ist Geschwindigkeit eine weitere wichtige Komponente für die Hersteller und ihre Wachstumsstrategien. Sie müssen immer schneller auf Veränderungen in ihrem Geschäftsumfeld reagieren können – dies gilt vor allem für die Luft- und Raumfahrt (71 Prozent) sowie die Hightech-Industrie (78 Prozent). Gleichzeitig müssen sie weiter ihre Geschäftsprozesse straffen, um effizient zu bleiben (72 Prozent). Detaillierte Einblicke in ihre Geschäftsprozesse (58 Prozent) sowie eine verbesserte Zusammenarbeit (42 Prozent) dominieren auch kurz- bis mittelfristig die Anforderungen an ERP-Systeme.

"Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat zu sinkendem Wachstum geführt und globale Hersteller vor neue Herausforderungen gestellt", so Pierfrancesco Manenti, Head of IDC Manufacturing Insights, Europe, Middle East & Africa. "Während aktives Kostenmanagement weiterhin von entscheidender Bedeutung bleibt, können sich Unternehmen nur mit innovativen Produkten und Dienstleistungen weiter am Markt differenzieren. Intelligente Prozesse und IT-Systeme spielen daher eine wesentliche Rolle, wenn es um Einsparungen, Differenzierung und Flexibilität geht. Sie sind nötig, um informierte und innovative Entscheidungen treffen zu können."

Die Studie wurde im Oktober 2011 unter 378 Herstellern in der Automobil-, Maschinenbau-, Hightech- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie durchgeführt. Die befragten Unternehmen kamen aus Deutschland, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Katar, Russland, Saudi-Arabien, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Das vollständige IDC Manufacturing Insights Whitepaper kann nach einer Registrierung hier heruntergeladen werden. (pi)

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