Das neue ERP: Mobil, flexibel, aus der Cloud Detail - Computerwelt

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09.03.2011 idg/Oliver Weiss

Das neue ERP: Mobil, flexibel, aus der Cloud

Um ihre Kunden für neue ERP-Lösungen zu begeistern, arbeiten die Hersteller an Apps für Smartphones und Tablets sowie einfach beziehbaren Zusatzfunktionen aus der Cloud. Die ersten Früchte dieser Arbeit gab es auf der Cebit zu sehen.

Längst bedeuten ERP-Lösungen nicht mehr nur unspektakuläre Finanzbuchhaltung mit ein wenig Produktionsplanung und Maschinensteuerung. Damit lässt sich heute kaum mehr ein Anwender auf eine Messe locken. Die Hersteller feilen an ihren ERP-Lösungen und bauen diese kontinuierlich aus. Es geht zunehmend um integrierte Lösungen, die sich über Cloud-Services und mobile Apps flexibel und einfach erweitern lassen.

SAP stellte auf der diesjährigen Cebit neue Entwicklungen aus den Bereichen Cloud Computing, In-Memory-Computing, Mobility und Business Analytics in den Mittelpunkt. Das Motto des größten europäischen Softwareanbieters auf drei Ständen mit insgesamt fast 3.000 Quadratmeter Fläche lautete: »Hier und jetzt«. Den SAP-Verantwortlichen zufolge soll damit ­verdeutlicht werden, wie Anwendungen und Techniken den Anforderungen der Unternehmenskunden entsprechen und wie entscheidungsrelevante Informationen für alle Endgeräte zur Verfügung stehen können.

IN-MEMORY-COMPUTING Auf dem Hauptstand präsentierte SAP sein komplettes Portfolio an Applikationen inklusive Basistechniken und Branchenlösungen. Bindeglied bildet dabei das bereits im vergangenen Jahr vorgestellte In-Memory-Computing. SAP zufolge lassen sich damit Datenabfragen und -analysen deutlich beschleunigen. Auf dieser Basis seien komplett neue Applikationen möglich, die zuletzt auch die Art der Unternehmensführung verändern könnten. Mit Unterstützung des Hasso-Plattner-Instituts demonstrierte SAP auf der Cebit praxisnahe Szenarien, wie sich die In-Memory-Technik einsetzen lässt.

Die Mittelstandsthemen präsentierte SAP gemeinsam mit Partnern. Im Zentrum steht dabei das ERP-on-Demand-Komplettpaket Business ByDesign. Der Hersteller hatte die Lösung im vergangenen Jahr an den Start gebracht. Nun geht es hauptsächlich darum, Partner für den Ausbau und den Vertrieb von Business Bydesign zu gewinnen. Lösungen für die öffentliche Verwaltung zeigte SAP im Public Sector Parc. Laut Hersteller geht es hier vorrangig um demographie-orientiertes Personal-Management, Haushalts- und Finanz-Management sowie die Verwaltungssteuerung und E-Government. Weitere Themen sind Techniken für sichere Verwaltungsprozesse sowie Abläufe in den Sozialversicherungen und Sicherheitsbehörden.

FLEXIBLE RESSOURCEN Bei Microsoft stand der diesjährige Cebit-Auftritt ganz im Zeichen der Cloud. Aktuell reicht die Palette von E-Mail bis CRM online, das Thema ERP scheint bis dato noch ausgeklammert, was sich in Zukunft jedoch auch ändern könnte. Unternehmen werden ihre lokalen Infrastrukturen, Plattformen und Anwendungen immer öfter mit flexiblen Ressourcen aus der Cloud ergänzen, heißt es von Seiten des weltgrößten Softwareherstellers.

In Sachen ERP zeigte Microsoft die aktuellen Versionen von Dynamics NAV und Dynamics AX. Mit Dynamics NAV adressiert Microsoft mittelständische Kunden. Die Oberfläche orientiert sich an Outlook und soll damit einfach zu bedienen sein. Neben dem Finanz-Management bietet das ERP-Paket Werkzeuge für Marketing- und Vertriebssteuerung, Einkauf, Verkauf, Lager und Logistik sowie Produktionsplanung und -steuerung. Dynamics AX richtet sich an Kunden aus dem gehobenen Mittelstand sowie Großunternehmen. Der Hersteller verspricht damit die Standardisierung von Geschäftsabläufen über verschiedene Standorte hinweg sowie eine verbesserte Transparenz. Die Möglichkeit, die an Office angelehnte Benutzeroberfläche rollenbasiert an bestimmte Aufgaben anzupassen, soll die Bedienung vereinfachen. Im vergangenen Jahr hatte Microsoft außerdem einen Connector vorgestellt, mit dessen Hilfe sich AX-Systeme mit der Business Suite von SAP verknüpfen lassen sollen.

Rund um beide ERP-Produkte pflegt Microsoft seinen Partnerkosmos, der neben dem Vertrieb der Lösungen auch eigene Branchenlösungen für Microsofts Business Software entwickeln soll. Darüber hinaus arbeitet auch Microsoft selbst an branchenspezifischen Ausprägungen seiner ERP-Suiten. Beispielsweise hat der Konzern im vergangenen Jahr eine Retail-Lösung auf Basis von Dynamics AX herausgebracht.

MOBILER ERP-ZUGRIFF Sage präsentierte eine iPhone-App für seine ERP-Lösungen Bäurer Industry und Bäurer Trade. Berechtigte Nutzer können damit mobil auf Geschäftsdaten aus dem ERP-System zugreifen. Mit Hilfe des iPhone-Dashboards lassen sich Statistiken und Datenabfragen konfigurieren. Die Sicherheit will der Hersteller mit einer VPN-Verbindung sicherstellen.

Für seine Office Line stellte der Softwarehersteller ein »Aufgaben Center« vor, das den Anwendern erlauben soll, sich eine individuelle und aufgabenbezogene Benutzeroberfläche zu konfigurieren. Über einen »Light Client« sollen Unternehmen künftig Peripherie-Arbeitsplätze an das ERP-System anbinden können. Als Beispiel nennt der Hersteller an dieser Stelle Mitarbeiter, die beispielsweise Bestellungen oder Lagerbestände erfassen.

Außerdem zeigte Sage eine neue Version seiner Personalwirtschaftslösung. Das neue Release bietet dem Hersteller zufolge mehr Funktionen für das Personal-Controlling und -Reporting. Beispielsweise könnten Anwender über das Modul »Sage Infocenter«, das auf Livedaten aus der HR-Anwendung zugreift, auf alle Mitarbeiterinformationen zugreifen und diese weiter verarbeiten. Die Web-Applikation erlaubt es, die Daten zu Personalstamm und Personalentwicklung beliebig zu gruppieren und in einem angebundenen Portal oder Intranet bereitzustellen.

ERP-APPSTORE Comarch präsentierte für sein ERP-System Semiramis ein App-Center. Dort können sich Kunden über Erweiterungen und neue Funktionen informieren sowie weitere Schritte zur Implementierung einleiten. Das Spektrum des App-Centers reicht von Add-Ons wie Tools für die Computer-Telefonie-Integration bis hin zu komplexeren Applikationen wie beispielsweise der Vertragsverwaltung. Darüber hinaus hat der polnische Softwarehersteller eigenen Angaben zufolge die Darstellung und Auswahl von Informationen in Semiramis verfeinert. Anwender können diese Daten auch mit einem Smartphone aufrufen und bearbeiten. Aktuell unterstützt Comarch das iPhone von Apple sowie Android- Geräte.

Darüber hinaus wollen die Comarch-Verantwortlichen das Angebot an Cloud Services ausbauen. Neben ERP as a Service und EDI as a Service, einem Service zum elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten, wird es künftig auch Angebote für Infrastructure as a Service (IaaS) mit frei wählbaren Kapazitäten und Laufzeiten für Hardware-Ressourcen und Platform as a Service (PaaS) geben. Über den zuletzt genannten Service können Kunden Rechnerplattformen mit verschiedenen Betriebssystem- und Datenbank-Optionen nutzen.

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