Durchgängiges Auftragsmanagement bringt Kulturwechsel für Genböck Detail - Computerwelt

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09.12.2009 Oliver Weiss

Durchgängiges Auftragsmanagement bringt Kulturwechsel für Genböck

Genböck Haus, Spezialist für individuell geplante Fertighäuser, steuert sein kundenspezifisches Projektgeschäft mit ams.erp, einem Auftragsmanagementsystem, das speziell für die Einzelfertigung ausgelegt ist.

Genböck Haus aus Haag am Hausruck ist Spezialist für individuell geplante Fertighäuser in der Holzrahmenbauweise. Das oberösterreichische Unternehmen steuert sein kundenspezifisches Projektgeschäft mit einem Auftragsmanagementsystem, das speziell für die Einzelfertigung ausgelegt ist. Mit der darin eingebetteten Kapazitätsplanung sichert Genböck seine Liefertermine und lastet sowohl interne als auch externe Ressourcen wirtschaftlich aus. Gleichzeitig gewährleistet die integrierte Terminierung, dass der Baufortschritt aller Gewerke die Planziele erfüllt. Darüber hinaus nutzt Genböck das Auftragsmanagement, um die Kostenentwicklung sämtlicher Projekte im Blick zu behalten: Tagesaktuell zeigt die mitlaufende Kalkulation, ob sich die Bauvorhaben noch in den für sie eingestellten Budgets bewegen.

"Mit der Idee des individuell geplanten Fertighauses haben wir eine Nische zwischen Katalog- und Individualanbietern entwickelt. Auf diesem Markt bringen wir die Kostenvorteile von Standardbauteilen und die Flexibilität einer kundenspezifischen Fertigung zusammen", erklärt Geschäftsführer Helmut Möseneder. In der Kombination dieser Mehrwerte sieht er den Ausgangspunkt der inzwischen 22-jährigen Erfolgsgeschichte von Genböck Haus. "Wir gewinnen Marktanteile, indem wir die Preisvorteile der Standardisierung weitergeben, ohne dass ein Bauherr Abstriche an seinen Gestaltungswünschen machen muss."

Viele kleine Fehlerquellen Seinen Auftraggebern, in erster Linie sind dies Privatkunden, bietet Genböck ein durchgängiges Projektmanagement. Von der Konstruktion bis zur Abnahme führt der Fertighausspezialist jedes Vorhaben selbst aus. Hierbei erfolgen auch weite Teile der Fertigung im eigenen Unternehmen. Als Auftragsfertiger muss das Unternehmen ohne nennenswerte Lagerhaltung auskommen. Stattdessen produziert Genböck projektbegleitend und beliefert 40 bis 50 parallel betriebene Baustellen analog zum jeweiligen Baufortschritt. Angesichts der unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Gewerke und ihrer Wechselbeziehungen untereinander entsteht ein hoher Anspruch an die Qualität der Kapazitäts-, Personaleinsatz- und Versandplanung. Gleichzeitig birgt der Baustellenalltag vielfältige Änderungsrisiken, die einerseits witterungsbedingt, andererseits durch Terminverschiebungen der Gewerke entstehen.

Zum Management dieser komplexen Planungsbeziehungen fehlte dem Unternehmen bis Ende 2008 ein integriertes IT-System. Stattdessen mussten die verantwortlichen Mitarbeiter eine Vielzahl von Excel-Listen auswerten, mit denen sie die einzelnen Bauvorhaben losgelöst von einander kalkuliert und projektiert hatten. "Auf dieser Datenbasis konnten wir maximal zwei Wochen nach vorne blicken. Zudem mussten die zuständigen Kollegen sehr viel Erfahrung und nicht zuletzt auch eine gehörige Portion Bauchgefühl mitbringen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen", erinnert sich Genböcks IT-Leiter Jürgen Volgger.

Mehr und mehr wurde klar, dass der IT-Fleckerlteppich optimiert werden muss. Der Fertighausspezialist entschied, eine durchgängige Managementlösung einzuführen, um den gesamten Geschäftsprozess integriert planen und steuern zu können. Mit seiner Entscheidung bewies das mittelständische Unternehmen Mut. Denn bereits Mitte der Neunziger Jahre hatte Genböck den Versuch unternommen, eine ERP-Standardsoftware einzuführen. In der Praxis erwies sich das gewählte Produkt jedoch nicht in der Lage, das Projektgeschäft des Auftragsfertigers vollständig abzubilden. Insbesondere blieb Genböcks Kernkompetenz, der kundenspezifische Innenausbau der Häuser, außen vor. Angesichts dieser Defizite hatte das Unternehmen keine andere Wahl, als seine Kernprozesse weiterhin über Excel-Listen zu planen.

Genböck musste erkennen, dass das damalige ERP-System für die Anforderungen der Serienfertigung konzipiert war. "Inzwischen haben wir herausgefunden, dass diese Fokussierung bei fast allen Software-Produkten dieser Art vorherrscht. Deshalb haben wir im zweiten Anlauf im Jahr 2008 sehr genau hingeschaut, ob das System unserer Wahl auch tatsächlich auf unsere rein projektspezifischen Anforderungen passt", erklärt Geschäftsführer Möseneder die spezielle Anforderung.

Vierzehn Angebote nahm Genböck in die engere Auswahl. Mit ams.erp entschied sich das Unternehmen für ein vergleichsweise schlankes Auftragsmanagementsystem, das vom Beratungs- und Softwarehaus ams.hinrichs+müller ausschließlich für die Auftragsfertigung entwickelt wurde. Im Vergleich zu den übrigen Auswahlteilnehmern erfüllte ams.erp die Vorgaben einer Geschäftsprozessanalyse am weitesten, in der Genböck seine Arbeit zuvor detailliert beschrieben hatte. "Darüber hinaus hatten wir den Eindruck gewonnen, dass die Organisationsberater von ams.hinrichs+müller die Besonderheiten unseres Geschäfts am besten verstanden hatten", fügt Möseneder hinzu.

Kulturwechsel Der hohe Abdeckungsgrad des neuen Systems bestätigte sich während der Einführung. Von März 2008 bis Jänner 2009 bildete Genböck seinen Geschäftsprozess vollständig in ams.erp ab. Seither arbeitet der Fertighausspezialist im Standard der Software. Neuaufträge werden seit Jänner 2009 ausschließlich im integrierten Auftragsmanagement gesteuert. Die zum Zeitpunkt des Wechsels bereits angelaufenen Projekte zogen die Verantwortlichen teilweise nach, um das Ziel der projektübergreifenden Transparenz so schnell wie möglich zu erreichen.

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