Gastkommentar: Altsysteme im Visier Gastkommentar: Altsysteme im Visier - Computerwelt

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10.03.2016 :: Printausgabe 4/2016 :: Roland Strahlhofer

Gastkommentar: Altsysteme im Visier

In vielen Unternehmen sind Kernsysteme im Einsatz, die älter als 25 Jahre sind. Betroffen ist größtenteils die individuell für die Unternehmensanforderungen programmierte Kern-Software. ERP-Systeme müssen durch gesetzliche Änderungen immer wieder angepasst werden und sind daher nicht so stark im Fokus.

Roland Strahlhofer, Qualysoft

Roland Strahlhofer, Qualysoft

© Qualysoft

Veraltete Kernapplikationen sind risikobehaftet und als Basis für eine zunehmende Digitalisierung der Geschäftsprozesse nicht mehr geeignet. Außerdem gehen viele Wissensträger in Pension und auf dem Markt sind kaum noch Fachkräfte zu finden, die diese Systeme beherrschen und am Leben erhalten können. Die  Wahrscheinlichkeit von Systemausfällen steigt dadurch massiv und in manchen Fällen wird das System unweigerlich an seine Grenzen stoßen. Auf dem Weg zur Digitalisierung kommt der Ansatz der Bimodalen IT ins Spiel. Im Sinne dieser, sind veraltete Systeme zu migrieren oder zu modernisieren. Daneben ist eine agile Schiene mit neuen, digitalen Systemen aufzusetzen und mit entsprechenden Schnittstellen an die Kernsysteme anzubinden.

Ein Unternehmen hat oft über 30 Jahre eine Applikation weiterentwickelt. Alles was die Firma darstellt und verkauft, ist in dieser Applikation enthalten. Trotzdem entscheiden sich Unternehmen lieber für Standardsoftware anstatt einer individualisierten Lösung, weil das Risiko geringer scheint. Durch Standardsoftware erhält man im Vergleich zu individuellen Systemen aber oft nur 50 Prozent der tatsächlich benötigten Leistung. Auch der individuelle Mehrwert geht verloren. Eine strategische Modernisierung bzw. Migration erhält und ermöglicht gleichzeitig den schnellen Einsatz von neuen, digitalen Applikationen.

Noch herrscht die klassische Verzögerungstaktik vor: In der Hoffnung, dass das alte System noch ein paar Jahre durchhält, wird die Entscheidung nach hinten verschoben. Neben finanziellen spielen auch personelle Hemmschwellen eine Rolle. Denn das bestehende IT-Team betreut das System meist seit Jahren oder Jahrzehnten und sieht sich mit völlig neuen Aufgaben und Anwendungen konfrontiert. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Softwaremodernisierung steigt. Die Gründe dafür: Digitalisierungsdruck, Risikominimierung und Kostenersparnis. Immerhin lassen sich die laufenden Betriebskosten durch eine Host-Migration um 60-80 Prozent reduzieren.

Roland Strahlhofer | Qualysoft

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